0:2 in Gladbach - Hertha BSC verliert das Krisenduell

Sa 12.03.22 | 20:23 Uhr | Von Fabian Friedmann
  32
Niklas Stark (rechts, Hertha BSC) gegen Breel Embolo. (Bild: IMAGO / Team 2)
IMAGO / Team 2
Audio-Reportage: Burkhard Hupe | Bild: IMAGO / Team 2

Hertha BSC taumelt weiter Richtung Abstieg in der Bundesliga. Auch bei den zuletzt krisengeschüttelten Gladbachern setzte es eine 0:2-Niederlage. Ob Tayfun Korkut weiterhin Hertha-Trainer bleibt, ist nach dieser fünften Pleite in Folge äußerst fraglich.

Hertha BSC rutscht immer tiefer in die Krise. Die 0:2-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach war gleichbedeutend mit der fünften Pleite in Folge in der Bundesliga. Die Herthaner stehen damit auf einem direkten Abstiegsplatz. Der glücklose Trainer Tayfun Korkut (nur zwei Siege aus 14 Spielen) könnte schon bald abgelöst werden.

Der Spielverlauf

Hertha-Coach Tayfun Korkut änderte seine Startelf nach dem 1:4 gegen Frankfurt auf gleich sechs Positionen: Niklas Stark, Linus Gechter, Marvin Plattenhardt, Santiago Ascacibar, Ishak Belfodil und Davie Selke bekamen ihre Chance in der Anfangsformation. Keeper Alexander Schwolow war nicht im Kader, obwohl er sich nach einer Corona-Infektion fit gemeldet hatte.

Auf Gladbacher Seite fiel Trainer Adi Hütter (COVID-19) kurzfristig aus. Sein Vertreter Christian Peintinger beorderte den Ex-Herthaner Luca Netz in die Startelf, der auf der linken Seite den gelbgesperrten Ramy Bensebaini vertrat.

Hertha begann vor 30.675 Zuschauern im Borussia-Park abwartend. Es war spürbar, dass die Blau-Weißen defensiv kompakt stehen wollten. Ein Embolo-Schuss in der 4. Minute stellte Hertha-Keeper Marcel Lotka noch vor keine Probleme. Fünf Minuten später klatschte vom gleichen Gladbacher ein Schuss an den Pfosten, nachdem Davie Selke nach einem Standard schlampig verteidigt hatte.

Hertha gerät in Rückstand, steckt aber nicht auf

Hertha stand tief und lauerte auf Ballgewinne, um dann schnell umzuschalten. Der Einsatz stimmte zwar, doch es spielte nur Gladbach. Marcus Thuram hatte in der 14. Minute die nächste Großchance, nachdem er Linus Gechter auf der rechten Seite ausgetanzt hatte. Nach einem klaren Foul von Marc Oliver Kempf an Marcus Thuram traf Alassane Plea dann per Elfmeter zur verdienten Führung für die Gastgeber (24.). Bis zur Halbzeit ein kaum verändertes Bild: Die Berliner zeigten sich harmlos im Angriff, Gladbach kontrollierte das Geschehen.

Nach der Pause brachte Korkut mit Suat Serdar für Santiago Ascacibar einen zusätzlichen Offensivmann und Hertha präsentierte sich kurzzeitig verbessert im Angriff. Nach einer Ecke zwang Kempf mit seinem Kopfball Gladbachs Keeper Sommer zu einer Glanztat (52.). Die Anfälligkeit in der BSC-Defensive blieb aber bestehen: Erst scheiterte Scally an Lotka, den darauffolgenden Eckball nickte dann Mathias Ginter zum 2:0 in Maschen (59.).

Trotz dieses weiteren Nackenschlags steckte Hertha nicht auf. Aber entweder fehlte schlichtweg die Durchschlagskraft oder das Fortune: Ein Schuss des eingewechselten Jurgen Ekkelenkamp klatschte in der 76 Minute nur an die Latte. Suat Serder zielt kurze Zeit später einen freien Schuss am Tor vorbei. Letztlich blieb es beim 0:2. Eine Niederlage, die die sportliche Krise bei Hertha BSC weiter verschärft.

Die Kurzanalyse

Es ist eine schwarze Serie, die Hertha BSC aktuell vorzuweisen hat: fünf Bundesliga-Niederlagen in Folge, zehn Pflichtspiele ohne Sieg, Platz 17. Derlei Zahlen machen wohl jedem Hertha-Fan Angst. Tayfun Korkut ist ob dieser zuletzt desaströsen Bilanz kaum noch tragbar als Trainer, zumal Manager Fredi Bobic noch vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach einen Punktgewinn vom Trainer gefordert hatte. Es kam anders.

Blutleer konnte man diesen Auftritt der Hertha wahrlich nicht nennen, der Wille war da und spürbar, aber um in der Bundesliga bestehen zu können, braucht es eben nicht nur Einsatz, sondern auch die Fähigkeiten, Tore zu erzielen und sie manchmal auch zu erzwingen. Korkuts taktische Ausrichtung, mit einer 5er Abwehrkette möglichst lange die Null zu halten, war nach Marc Oliver Kempfs Aussetzer im Strafraum bereits nach 20 Minuten passé. Was folgte, war erneute Verunsicherung gepaart mit Abstimmungsproblemen in allen Mannschaftsteilen.

Der Trainer setzte mit Serdar, Ekkelenkamp und Richter zwar in der Folge mehr auf das Offensivspiel. Vielleicht hätte er aber schon von Beginn an mehr Mut zeigen sollen, nicht erst als er es musste, gegen einen Gegner, der nach schwierigen Wochen auch nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzte. Einen 0:2-Rückstand aufzuholen kam für die Herthaner in dieser misslichen Lage mit all den Störgeräuschen innerhalb und außerhalb der Mannschaft einer Herkulesaufgabe gleich.

Wer auch immer demnächst das Traineramt bei Hertha übernehmen wird, der muss viel Aufbauarbeit leisten, woran nicht zuletzt die Verantwortlichen im Verein eine Mitschuld tragen.

Der Liveticker

Sendung: Inforadio, 12.03.22, 18:30 Uhr

Die Kommentarfunktion wurde am 13.03.2022 um 10:00 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

Beitrag von Fabian Friedmann

32 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 32.

    375 Mio. verpulvert ist wohl in der Sportgeschichte einzigartig ... Was hat Herr Windhorst auch tatsächlich von Hertha BSC erwartet? So naiv hätte ich nicht eingeschätzt ... Er hätte in einen Verein aus der vierten Liga investieren sollen, der vermutlich bereits auf den Weg in die 2. Liga wäre ... Und ja, der Fisch fängt am Kopf an zu stinken ... Hertha BSC eben ... Mal sehen, welche Ladenhüter sowohl auf dem Spieler- als auch Trainermarkt demnächst kommen ...

  2. 31.

    Was nun? Wunder erwartet niemand, immerhin sich nicht völlig ergeben. Zwei Standard Situationen bringen Gladbach den Sieg. Keine Zuordnung bei einer Ecke, doofer Elfmeter nach unglücklicher Abwehraktion. Und nach selber nach vorn? Fast nichts, Pech mit der latte und dem Kopfball, aber zu wenig. Was nun mit dem Trainer? Für mich muss der Weg, auch wenn es keine Alternative gibt. Und bitte Bobic und seiner ganze mitgebrachte Truppe auch. Vielleicht kommt Rehagel und Neururer?Oder Skibbe.

  3. 30.

    Mit Vollgas in die 2 Liga...... das ist die schlechteste Hertha Mannschaft, die ich in letzten Jahrzehnten gesehen habe. Viel Spaß beim Abstieg.

  4. 28.

    Hertha in die 3te bzw regionale Liga.
    Ein komplett Neustart inkl Spieler und Führungskräfte, als auch einen geeigneten Trainer. Klopp vielleicht......
    Auch der Sponsor muss weg!!!

  5. 27.

    Falls jetzt der Trainer gehen muss, sollte Bobic auch gleich das Weite suchen! Er hat immerhin diesen Trainer geholt, obwohl bekannt war, daß der Trainer bei seinen vorigen Vereinen auch sowas von gescheitert ist!

  6. 26.

    B.Z. titelt : Hertha-Stars lachen sich auf der Bank schlapp ! Was soll man bei einer Lachnummer auch anderes machen ?Genau wie wahrscheinlich Lars Windhorst ? Ziel erreicht. Hab kein Geld, hab keine Sorgen....dank Fredi und Tayfun !

  7. 25.

    Aus der Traum vom eigenen Stadion, ein Glück. Nun haben die Anwohner, wo Hertha bauen wollte, endlich Ruhe.

  8. 24.

    Ich bin ein Fan aber ich finde die alle verdienen zu viel. Alle Spiele raus schmeißen, die haben die Unterstützung der Fans garnicht verdient und es ist eine beleidigt den Fans.

  9. 22.

    Auch ein neuer Trainer - es wird ohnehin kein großer Name sein - kann den Totalschaden nicht schnell genug reparieren, um diese Saison noch herumzureißen. Es sind nicht mehr genug Spiele und die meisten Gegner ein paar Nummern zu groß für diesen Haufen. Der Abstieg dürfte zu 90 % sicher sein, und das nach der größten Finanzspritze in der Geschichte des Vereins. Immerhin dürfte der alten Dame zumindest ein besonderer Eintrag in der Chronik des deutschen Fußballs sicher sein, denn noch nie ist soviel Geld so sinnlos verbrannt worden. Hertha wird wohl auf Jahre hinaus ganz kleine Brötchen backen und auf absehbare Zeit nur Spott und Häme auf sich ziehen.

  10. 21.

    Dass Sie gar nicht wissen wohin mit Ihrer ganzen Aggression, zeigen Sie ja auch bei anderen Themen als Hertha. Schade, wenn man Befriedigung nur aus Schadenfreude ziehen kann. Vielleicht suchen Sie sich mal was, wo Sie etwas positive Energie reinstecken können. Ist so nämlich auf Dauer nicht gesund.

  11. 19.

    Ein so selbstverliebter Verein. Der Jahr um Jahr glaubt Meister zu werden. Der dreistellige Millionenbeträge vom Investor bekommt, dazu unzählige Millionen vom Land Berlin.
    Dem gegenüber müht sich ein anderer Verein ab, bekommt keine Unterstützung und erfüllt nun als Underdog die Rolle wie zu DDR-Zeiten gegen BFC Dynamo Berlin.

  12. 18.

    Es ist einfach toll wenn ein sich selbst ernannter Meisterschaftsanwärter so jetzt baden geht.

    Soviel Häme und Genugtung fällt einem gar nicht mehr ein.

    Vielleicht hätte Hertha doch viel eher Union als liebe Konkurrenz in einem Stadtdderby sehen sollen, der nicht 300 Millionen plus x hat.

  13. 15.

    Das soll jetzt keine Schadenfreude sein. Aber wenn Hertha den Korkut entläßt, zahlen die vier Trainern Gehalt. Labadia,Dardai, Korkut und den Neuen
    Herr Bobic,da bleiben die Millionen

  14. 14.

    PS. Keine Angst
    Ich schreibe auch dann auf geht's Hertha verliert auch noch gegen diesen investorenclub aus Sinsheim/ Hoffenheim
    Hoffenheim ist nicht besser als Hertha BSC
    Hertha hat sich halt selbst zu einem Retortenclub gemacht
    Frage mich nur, wo sind die 370 Millionen hin ???
    Hoffenheim ist es schon immer

  15. 13.

    Nein Hertha, du kannst es nicht. Geh' einfach weg, bevor wir dich rauschmeißen.

Nächster Artikel