0:1 in Wolfsburg - Union belohnt sich nicht für guten Auftritt

Sa 05.03.22 | 17:24 Uhr
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Taiwo Awoniyi im Auswärtsspiel des 1. FC Union in Wolfsburg. / / imago images/Jan Huebner
Video: Sportschau | 05.03.2022 | Gerd Gottlob | Bild: imago images/Jan Huebner

Nach Siegen in Liga und Pokal hat der 1. FC Union in Wolfsburg einen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Köpenicker verloren trotz zahlreicher guter Gelegenheiten mit 0:1 (0:1). An einem prominenten Ex-Unioner lief das Spiel weitestgehend vorbei.

Der 1. FC Union hat das Aufeinandertreffen mit dem VfL Wolfsburg und seinem Ex-Stürmer Max Kruse verloren. Das Team von Urs Fischer unterlag den Niedersachsen mit 0:1 (0:1) und kann somit nicht näher an die europäischen Plätze heranrutschen.

Erste Hälfte: Chancenreicher Schlagabtausch

Die ersten Minuten gehörten Wolfsburg. Die Hausherren stürmten los und hätten sich für ihren Schnellstart fast belohnt: Erst rauschte eine Flanke von Max Kruse gefährlich in den Strafraum (2.), dann traf Xaver Schlager mit einem Volleyschuss aus 20 Metern den Pfosten (3.). Es war ein krachendes Warnsignal für die Köpenicker - und es wirkte. Denn danach übernahm Union das Kommando. Nun waren es die Gäste, die durch eine Kombination zweier Startelf-Neulinge nah am 1:0 waren: Nach einer Ecke von Bastian Oczipka kam Dominique Heintz aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch Wolfsburg-Keeper Koen Casteels parierte stark (14.).

Die ersten 15 Minuten sollten beispielhaft für den weiteren Verlauf des Duells sein. Es ging Auf und Ab in einem Spiel zweier Teams, die beide in die gegnerische Hälfte drängten. Die nächsten guten Gelegenheiten hatte der VfL: Bartosz Bialek forderte Andreas Luthe erst mit einem Schuss aus 16 Metern (21.), dann versuchte es der 20-jährige Pole per Kopf (24.) heraus. Beide Male konnte der Union-Keeper retten.

Geschlagen wurde er eine Minute später von einem Mitspieler. Nach einer Ecke von Maximilian Arnold stieg Taiwo Awoniyi am höchsten und der beste Torjäger der Berliner versenkte den Ball im eigenen Tor zur Wolfsburger Führung. Danach waren die Gastgeber spürbar bemüht, das Spiel zu beruhigen und das 1:0 so zu sichern - und das gelang ihnen auch. Wolfsburg hatte selbst durch eine abgefälschte Hereingabe noch eine Chance zum 2:0 (31.). Es sollte die letzte wirklich brenzlige Torraumszene der ersten Hälfte sein.

Zweite Hälfte: Union drängt und wird zurückgepfiffen

Nach dem Seitenwechsel wurde es dann wieder gefährlich. Und das lag am 1. FC Union. Die Köpenicker drängten auf den Ausgleich. Erst schoss Rani Khedira aus der Distanz noch deutlich über das Tor (46.), dann schoss Awoniyi aus spitzem Winkel ans Außennetz (48.) und in der 54. Minute traf schließlich Sheraldo Becker ins Tor. Doch das vermeintliche 1:1 hatte keinen Bestand. Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied in der Entstehung bei einem Zweikampf zwischen Awoniyi und Arnold auf Foul. Eine zumindest diskutable Entscheidung.

Eine unglückliche Situation für Union, die jedoch einfach weiter stürmten - und weiter für Gefahr sorgten. Nach einer guten Stunde scheiterte Awoniyi nach einer Flanke von Grischa Prömel per Kopf an Casteels, der erneut glänzend parierte (62.). Wolfsburger Reaktionen fehlten. Eine Ausnahme gab es freilich: In der 69. Minute traf der gerade eingewechselte Lukas Nmecha aus spitzem Winkel das Lattenkreuz des Tores von Andreas Luthe. Ansonsten war die Wolfsburger Offensive weitestgegend abgetaucht. Ex-Unioner Max Kruse inklusive.

Für den Ausgleich reichte es dennoch nicht mehr. Andreas Voglsammer und Anthony Ujah - beide eingewechselt - sorgten noch einmal für Gefahr (83./85./88./90.+3). Doch Casteels behielt in den Duellen stets die Oberhand. Union bleibt nach der Niederlage vorerst auf dem siebten Tabellenplatz, könnte aber am Sonntag noch vom 1. FC Köln überholt werden. Weiter geht es für die Köpenicker am kommenden Samstag (15:30 Uhr) gegen Stuttgart.

Die Kurzanalyse

Grischa Prömel haderte nach dem Schlusspfiff und er hatte allen Grund dazu. "Das ist Wahnsinn", setzte der Mittelfeldspieler vom 1. FC Union an, "wie viele Möglichkeiten wir uns hier erarbeitet haben auswärts in Wolfsburg. Das muss einfach zu mehr reichen." 19 Torschüsse hatte sein Team - und damit elf mehr als der Gegner. Die Köpenicker spielten zudem mehr erfolgreiche Pässe als der Gegner. Sie hatten mehr Ballbesitz. Sie liefen mehr. Ja, sie waren gerade in der zweiten Hälfte dominant. Doch das eine Tor, das schoss eben der Gegner.

"Es hat einfach die Effizienz gefehlt, die letzte Überzeugung, noch mal in das Ding reinzugehen, den Ball sauber zu treffen und ihn aufs Tor zu bringen", haderte Prömel deshalb. Die Überlegenheit der Berliner musste auch einer anerkennen, der noch bis vor kurzem im Team von Urs Fischer spielte: Stürmer Max Kruse, über weite Strecken noch blasser als die ohnehin schon blasse VfL-Offensive. "Natürlich haben wir gehofft, es souveräner zu gestalten", sagte der 33-Jährige, "aber ich glaube, wer Union die letzten Jahre verfolgt hat - und ich war live dabei - weiß, dass kein Spiel gegen sie leicht zu spielen ist". Mit dem Ergebnis sei er also zufrieden, mit der Spielweise nicht. Bei den Köpenickern dürfte es genau andersherum gewesen sein.

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: Inforadio, 05.03.2022, 15:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Schöner Mist! Der FCU war Wolfsburg in diesem Auswärtsspiel mindestens gleichwertig - und hat unglücklich verloren. Gerade 'nach hinten raus' hat der FCU mehr fürs Spiel getan und hätte den Ausgleich sehr verdient gehabt. Aber trotzdem war es schön zu sehen, wie souverän die Mannschaft nach dem Eigentor weitergespielt hat. Das sah (wieder mal) nach dem Spiel einer Mannschaft aus, die trotz der rel. kurzen Laufzeit in der Buli dort gut angekommen ist.

  2. 5.

    Manchmal schon, manchmal liegen sie auf jeden Fall besser als der Kölner Keller. Manchmal hält auch nicht. Gibt keine 100%.

  3. 4.

    Ehrlich? Union hat gespielt, wie eine Spitzenmannschaft. Starke Leistung. Bester Mann bei Wolfsburg:. ITTRICH.
    EISERN

  4. 3.

    Starkes Spiel mal wieder, mit leider unglücklichem Ende.
    Egal, trotz dieser Niederlage ist Union in Buli ohne wenn und aber völlig zu Recht unter den Top 10.

  5. 2.

    Collinas Erben. Dass ich nicht lache. Als ob man diese Schiri-Lobbyisten ernstnehmen könnte.

  6. 1.

    Sehr gutes Spiel, aber glücklos verloren. Über das nicht gegebene Tor kann man trefflich streiten. Bin ich mal auf das Statement von collinas erben gespannt.

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