Charlottenburg-Wilmersdorf - Bezirk lehnt geplantes Hertha-Stadion im Olympiapark ab

Mi 06.04.22 | 16:57 Uhr
  89
Grafik zum geplanten neuen Herthastadion. (Quelle: Hertha BSC Berlin)
Audio: Inforadio | 05.04.2022 | Sebastian Schöbel | Bild: Hertha BSC Berlin

Rückschlag für den Berliner Fußball-Bundesligisten Hertha BSC: Bei der Planung eines neuen Stadions im Olympiapark macht ihm nun der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf einen Strich durch die Rechnung.

Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf spricht sich gegen einen Stadionneubau von Hertha BSC im Olympiapark aus. Das erfuhr der rbb am Dienstag aus Bezirkskreisen.

Am Abend bestätigte die zuständige Bezirksstadträtin für Sport, Heike Schmitt-Schmelz (SPD), die Entscheidung im Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlung. Demnach wird sowohl ein Neubau auf dem Maifeld, als auch an der Rominterallee abgelehnt.

Hertha sieht "keinen Einfluss auf die guten Gespräche mit dem Senat"

Die Gründe seien "vielfältig", so Schmitt-Schmelz: Gegen den Stadionbau im Olympiapark würden unter anderem die Lärmbelastung, die verkehrliche Situation und der Denkmalschutz sprechen. Der Bezirk macht sich zudem Sorgen, dass das Olympiastadion durch den Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft ein Verlustbringer für Berlin werden könnte. Das Votum des Bezirksamtes in der Frage sei eindeutig, so Schmitt-Schmelz.

Hertha BSC bezeichnete die Aussagen von Schmitt-Schmelz am Mittwoch als "persönliche Meinung". Diese würden aber "keinen Einfluss auf die guten Gespräche mit dem Senat haben", heißt es in einer Stellungnahme gegenüber dem rbb. "Es gibt keinen diesbezüglichen Beschluss des Bezirksamts", so der Bundesligist weiter. Dem rbb gegenüber hatten jedoch auch andere Mitglieder des Gremiums betont, es handele sich hierbei um eine Entscheidung, über die im Bezirksamt abgestimmt worden sei.

Wohnhäuser und Denkmalschutz stellen Hürden dar

Hertha BSC sucht derzeit noch einen Bauplatz für sein geplantes Stadion. Am Standort Rominter Allee stehen mehrere Wohnhäuser einer Berliner Genossenschaft, die für das Stadion abgerissen werden müssten. Die Genossenschaft hatte Angebote des Vereins für einen Verkauf abgelehnt, weil Hertha BSC keine Ersatzwohnungen oder Bauland für Ersatzwohnungen anbieten konnte. Ein Bau auf dem Maifeld war wiederholt wegen des Denkmalschutzes abgelehnt worden.

Zuletzt hatte die Berliner Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) Sympathien für die Baupläne des Vereins geäußert. Giffey wies allerdings auch darauf hin, dass eine Lösung nur in Zusammenarbeit mit den Mietern der Wohnhäuser im Olympiapark gefunden werden könne.

Sendung: Inforadio, 05.04.2022, 18 Uhr

89 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 89.

    Günstige Tickets gab es die ganze Zeit. Für 15€ habe ich mein Ticket in der Ostkurve bekommen. Die Preise steigen erst jetzt an, was glaube ich vorallem daran liegt, dass es sich bei den Karten um Tickets handelt, die zurückgegeben wurden und nun auf dem Zweitmarkt verkauft werden, wo die Zweitmarkt-Betreiber-Seite eine Gebühr einzieht.
    Auch zu Nicht-Derby-Zeiten sind Hertha-Tickets günstig zu bekommen. Ich habe auch schon öfters Gebraucht von der Kids4Free Aktion gemacht, bei der nur die Eltern bzw Begleitperson die Tickets bezahlen, die Kinder aber kostenlos ins Stadion kommen. :)

  2. 88.

    Knallvolles Olympia-Stadion = tolle Atmosphäre … Aber schon mal die Onlineshop-Preise gesehen ?! … Totales Verwirrspiel und viel zu teuer … Denn ein Fußballspiel ist NICHT GARANTIERT ein Vergnügen … Im Gegensatz zu einem Rummelplatzbesuch o.ä. … Keine Ironie… Macht dieses Stadion zuverlässig mit 5-Euro-Tickets auf den gesamten oberen Rängen voll … Dann kommt auch mal wieder „der Vater mit dem Sohne“ und die erleben VIELLEICHT ein tolles Spiel und freuen sich dann … Aber richtig … Und, so etwas würde den Kiez-Charakter auch extrem heben … Die Imbissbudenbetreiber dort werden es bestimmt subventionieren können … Wenigstens mal versuchen.

  3. 87.

    Herthaner wollen nur haben uns nichts leisten? Was ist dass denn bitte für ein Kommentar?
    Schauen Sie sich doch mal an, wie sich die Fans engagieren. Sei es das Stadionthema, welches durch die Faninitiative "Blau-weißes Stadion" getragen wird.
    Dass Herthaner "nur haben" wollen ist so ein Quatsch. Die Fans engagieren sich so vielseitig in sozialen Belangen. Man könnte zB mal den Sozialbericht lesen, der das Engagement aufzeigt. Um nur einiges zu nennen: Aktion Herthakneipe (Kneipen vor Corona-Bankrott gerettet), 1892HILFT (wöchentlich Suppen verteilen an Obdachlose), 1892 Liter Wasser (Wasser verteilen an Obdachlose), Tiny Houses gebaut für Obdachlose, Hertha engagiert sich an Schulen, ist Vorreiter im Kampf gegen Homophobie, Transfeindlichkeit etc.
    Aber klar, Hertha ist der böse Verein und die Fans alles Asoziale...

  4. 86.

    Nein alles gut, ich hatte nur versehentlich auf Ihr Kommentar geantwortet. Wollte eigentlich eigenständig einen neuen Kommentar erfassen ;-)

  5. 85.

    Stimmt, so eine Leistung, wie es final Union Berlin geschafft hat, wäre bei Hertha wohl kaum machbar. Ich kann mir dieses Engagement durch die die Herthafans nicht vorstellen. Die wollen nur haben und nix leisten; und wenn dann nur ein verschwindender Teil.

  6. 84.

    Auch wenn ich kein unbedingter Liebhaber des Olympia-Stadions bin und der Auffassung bin, dass eine Infotafel zu seiner in der Tat problematischen Bebauung fehlt, gibt es einen gravierenden Unterschied:

    Der Palast der Republik ist nicht wegen seiner DDR-Vergangenheit abgerissen worden, sondern weil ihm das ästhetische Vermögen fehlt, der Straße Unter den Linden den Auftakt zu geben. Nichts und rein garnichts des eh. Palastes nimmt Bezug auf die Linden. Der Endpunkt in Form des Brandenburger Tores ist restauriert worden, der Auftakt jedoch wurde zugunsten eines anfänglichen Aufmarschplatzes dem Erdboden gleichgemacht. Das hat der Palast ästhetisch nicht kompensieren können.

    Wenn das Olympiastadion aufgrund seiner problematischen Vergangenheit abgerissen werden soll(te), wäre konsequenterweise auch das Maifeld einschl. des S-Bhfs. mit zu beseitigen. Andernfalls ergäbe das wenig Sinn. Allerdings besteht doch ein Unterschied zu den Bauten der gepl. "Welthauptstadt Germania".

  7. 83.

    Das wäre eigentlich auch die vernünftigste Lösung, trifft aber auf zwei Blockaden:
    1. Die Grundannahme, dass die Fans nur nah dran, dicht gedrängt und steil gestaffelt für Stimmung sorgen könnten,
    2. der Denkmalcharakter, dass es sich beim Olympiastadion um ein Stadion für viele Sportarten und um kein reines Fußballstadion handelt. Deshalb ist sowohl ein Verdecken der umlaufenden "Aschenbahn" als auch eine Hochstaffelung der Tribünen tabu.

    Ein nur zeitweiliges Überdecken der Aschenbahn könnte ggf. technisch noch gelingen, die wahlweise Veränderung geringerer und stärkerer Steigungsmaße bei den Stadiontribünen nicht.

  8. 82.

    Meinen Sie, das Geld für ein neues Stadion hat BSC auf dem Konto? LoL.

  9. 81.

    Mhhhh ... und mit welchem Geld?
    https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2022/04/fussball-bundesliga-hertha-bsc-anteile-von-investor-lars-windhorst-laut-recherche-vor-versteigerung.html

  10. 80.

    Wie kommen Sie darauf, dass für den Wunsch auf ein eigenes Stadion und die Entscheidung der Politik, die mit der Stellungnahme des Bezirks Charlottenburg noch nicht vorliegt, die sportliche Situation ausschlaggebend sein soll.
    Es ist schon ein Trauerspiel, dass das, was in vielen Städten möglich ist, in Berlin wieder einmal nicht klappt, nämlich einen Bauplatz für ein vereinseigenes Stadion zu finden. Und: wie ist denn die wirtschaftliche Situation in Bezug auf das Olympiastadion München und anderswo?

  11. 79.

    Warum kauft Hertha nicht einfach das Olympiastadion und baut es unter Auflagen des Denkmalschutzes um?
    1. Steht schon und nicht erst in 20 Jahren
    2. Mieteinnahmen aus Veranstaltungen
    3. Die Verkehrsanbindung bleibt genauso übel wie mit einem neuen Stadion am selben Standort daneben
    4. Stimmung etc. entsteht durch ansprechende Leistungen auf dem Platz und nicht weil die Fans soweit:-) weg sitzen müssen.
    MfG

  12. 78.

    Eines der schönsten Stadien weltweit...kann die Sehnsucht der Hertha nach einem reinen Fußballstadion nicht stillen. Schade, dass man das Eine nicht in das Andere integrieren kann.

  13. 77.

    Mit dieser Ansicht stehen sie so ziemlich verloren in der Gegend rum. Eine Vielzahl von Künstlern sieht das wohl anders.
    https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_concerts_held_at_the_Olympiastadion_Berlin
    Dazu kommen dann noch Veranstaltungen versch. Glaubensrichtungen, Leichtathletik Events u.a.

  14. 76.

    Hallo blabla, bitte nicht so. Ihren Hass auf hertha bitte nicht so. Jeder Verein hat seine Geschichte und die sollte respektiert werden. Wir haben noch andere Sportarten mit großen Vereinen in der Stadt. Würden Sie so über Alba sappeln.....

  15. 75.

    Na, wenn der Verein jetzt auf einmal Milliarden flüssig hat, dann stehen ihm doch alle Möglichkeiten offen, und er kann über das Hickhack rund um das Olympiastadion lachen...
    War mir allerdings neu mit den Milliarden. :-))
    Ansonsten gilt nach wie vor - ein neues Stadion neben einem alten, das dann nicht mehr genutzt wird, ist gesamtwirtschaftlich - und für die überwiegende Berliner Bevölkerung - etwas unsinnig... :-)

  16. 74.

    Lieber Marco,
    wenn das geplante neue Hertha-Stadion als GESAMTSTÄDTISCHE Aufgabe eingestuft werden kann, Kommt nicht das ASOG infrage, sondern §3 AZG Bln.

  17. 73.

    Weltstadt? Sorry ! Hauptstadt ja Weltstadt nein. Das Olympia-Stadion ist gut genug.

  18. 71.

    Eine Stadt, die hier stramm zu ihrer geliebten Nazi-Hinterlassenschaft steht. Andere Überbleibsel früheren „Glanzes“ wie den Palast der Republik hat man teuer entsorgt, aber an dieses anachronistische Stadion darf keine Hand angelegt werden.

  19. 70.

    Warum nicht am Zentralen Festplatz, den man wirklich so nicht braucht, weil er schwer erreichbar ist. Wenn aber die Tegel-City steht, dann könnte, angebunden mit der U-Bahn, auch dort das Hertha -Stadion stehen.

Nächster Artikel