Im entscheidenden fünften Halbfinale - Eisbären schlagen Mannheim und stehen im Finale der DEL-Playoffs

Do 28.04.22 | 21:57 Uhr
Matt White von den Eisbären im 5. Halbfinale gegen Mannheim (Bild: Imago/Jan Huebner)
Video: rbb24 | 28.04.2022 | Bild: Imago/Jan Huebner

Die Eisbären Berlin stehen im Finale um die Deutsche Eishockeymeisterschaft. Mit 3:0 gewannen die Berliner am Donnerstagabend ihr entscheidendes fünftes Halbfinale gegen die Adler Mannheim. Von Jakob Lobach

Am Ende war es großer Jubel, der am Donnerstagabend durch die Arena am Ostbahnhof hallte. Großer Jubel über einen wichtigen Sieg der Eisbären Berlin. Mit 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) gewann die Mannschaft von Trainer Serge Aubin ihr fünftes und damit entscheidendes Halbfinale in den Playoffs der Deutschen Eishockey Liga gegen die Adler Mannheim. Die Berliner sicherten sich so den Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft, das bereits am Freitagabend (19:30 Uhr, Mercedes Benz-Arena) beginnt. Gegner dort: der EHC Red Bull München.

"Für uns ist es an der Zeit, die Batterien aufzuladen", hatte Serge Aubin nach zuletzt zwei Niederlagen in der Serie im Vorfeld von Spiel fünf gesagt. Aber der Eisbären-Trainer hatte auch ergänzt: "Wir sind für den Moment bereit." Bereit, aber offensichtlich keinesfalls übermütig. So startete das Spiel mit einem bedächtigen Abtasten. Statt mit furioser Offensive starteten sowohl die Eisbären als auch deren Gäste vorsichtig in die Partie; registrierten erst einmal des Gegners Risikobereitschaft.

In der siebten Minute war es dann der zuletzt schon starke Manuel Wiederer, der mit einem guten Anspiel von der linken Seite die erste Chance initiierte. Weil Kevin Clark seinen Schuss allerdings rechts neben das Tor setzte, blieb Chance Nummer eins ungenutzt. Insgesamt kontrollierten die Gastgeber die Anfangsphase zwar, hatten gegen ein aggressives Forechecking der Adler Mannheimer allerdings Mühe, sich wirklich vielversprechende Chancen herauszuspielen. Hinzukam, dass die Gäste zwischendurch immer wieder selbst kleine Gegenangriffe setzen konnten.

Drei Mal Aluminium vor der Führung

So dauerte es bis in die elfte Minute, ehe das Spiel an Fahrt aufnahm und prompt zu einer rasanten Partie wurde. Auslöser hierfür war das erste Powerplay der Eisbären. Nachdem die Berliner bis dato in jedem Spiel der Halbfinalserie mindestens einmal in Überzahl getroffen hatten, gelang ihnen das am Donnerstagabend nur fast: Nach einem sehr strukturierten Angriff setzte Matt White einen voll getroffenen Schuss vom linken Bullykreis stramm an den rechten Pfosten. Vier Minuten später war es dann Frank Hördler, der die Scheibe an die Latte setzte. Und weil auf der anderen Seite auch die Mannheimer einen Schuss an ebendiese statt ins Tor beförderten, blieb es beim Unentschieden nach dem ersten Durchgang.

Im zweiten Drittel blieb das Spiel dann exakt 43 Sekunden torlos. Verantwortlich für den ersten Treffer des Spiels: Manuel Wiederer. Nach einer Scheibeneroberung skatete der in die etwas zu große Lücke in der Mannheimer Verteidigung, setzte seinen ersten Schuss noch an den Schoner von Torwart Felix Brückmann, verwertete den Abpraller dann aber umso sicherer. Für Wiederer war es bereits der vierte Treffer in den laufenden Playoffs.

Ein Treffer, der für die Eisbären eine Art Initialzündung war: Die Berliner erspielten sich jetzt immer mehr Chancen aus teils aussichtsreicher Position. Sie verpassten es jedoch auch, diese Chancen in Tore umzumünzen. Die Gäste aus Mannheim hingegen brauchten ein paar Minuten, um den Gegentreffer abzuschütteln. Aber sobald die Adler einmal vor das Tor ihrer Gastgeber kamen, wurde es sofort gefährlich. Etwa als Linksaußen David Wolf plötzlich ganz frei vor Eisbären-Torwart Mathias Niederberger auftauchte. Allerdings gelang es den Mannheimern auch in einer Überzahl zum Drittelende nicht, den Ausgleich zu erzielen. Die Eisbären nahmen also eine 1:0-Führung mit in das letzte Drittel des entscheidenden fünften Halbfinals.

Blaine Byron besorgt die Entscheidung

In diesem letzten Drittel lag die Bedeutung der finalen 20 Minuten dann förmlich in der Luft. Und so waren auch die beiden Schüsse, die Eisbären-Center Blaine Byron in der 46. Minute abfeuerte, ungemein wichtig. Mit dem ersten Schuss aus dem Handgelenk scheiterte Byron noch am roten Gestänge des Mannheimer Tors. Der zweite hingegen war dann drin. Während es in der Arena nun so richtig laut wurde, drehte Byron jubelnd ab. Es war die Vorentscheidung in einem spannenden Spiel, das ein würdiger Abschluss einer ebenso knappen und umkämpften Serie war.

Für die endgültige Entscheidung sorgte dann abermals Blaine Byron in der Schlussminute. Nachdem die Mannheimer um den Anschlusstreffer bemüht ihren Torwart vom Eis genommen hatten, versenkte der Kanadier einen Schuss im leeren Tor. Mit seinem Treffer sicherte Byron seiner Mannschaft nicht nur den verdienten 3:0-Heimsieg, sondern auch den Einzug ins Finale und die Chance auf die Titelverteidigung.

Viel Zeit zum Durchatmen oder gar zur Vorbereitung haben die Eisbären vor diesem Finale nun nicht. Bereits am Freitag gastiert der EHC München, der sein Halbfinale gegen die Grizzlys Wolfsburg glatt mit 3:0-Spielen gewonnen hat, zu Spiel eins der Finalserie in Berlin.

Sendung: rbb24, 28.04.2022, 21:45 Uhr

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