Die Eisbären Berlin vor dem Start in die Playoffs - (Fast) alles wie immer

Do 07.04.22 | 17:53 Uhr | Von Ilja Behnisch
Eisbären-Fankurve in der Arena am Ostbahnhof (imago images/O. Behrendt)
Audio: rbb|24 inforadio | 07.04.2022 | Tabea Kunze | Bild: imago images/O. Behrendt

Die Eisbären Berlin gehen nicht nur als Erster der Hauptrunde, sondern auch als Titelverteidiger der Deutschen Eishockey Liga in die Playoffs 2022. Dass die erneute Meisterschaft möglich erscheint, liegt dabei auch an den Fans. Von Ilja Behnisch

An den Zielen hat sich nichts geändert bei den Eisbären Berlin. Wie auch in der vergangenen Saison der Deutschen Eishockey Liga, hat der amtierende und Rekord-Meister vor Beginn der Playoffs nur eines vor Augen: den Finalsieg. Was sich hingegen sehr wohl geändert hat, sind die Umstände bei der Mission Titelverteidigung.

Während das Team von Trainer Serge Aubin zur gleichen Zeit des Vorjahres inständig hoffte, wenigstens noch vor einem Teil ihrer Fans aufspielen zu können, ist pünktlich vor dem ersten Playoff-Heimspiel der Eisbären am Sonntag (14 Uhr) und angesichts der aufgehobenen Corona-Maßnahmen endlich wieder eine ausverkaufte Arena möglich.

Coach Aubin will sich "um die Heimstärke kümmern"

Zum Hauptrunden-Abschluss gegen Bietigheim waren bereits wieder 8.000 Fans in der Halle. Eisbären-Stürmer und Nationalspieler Marcel Noebels sagte gegenüber rbb|24 allerdings auch: "Wir hoffen natürlich darauf, dass wir die Halle komplett voll kriegen, dass es noch voller wird. Wir alle brennen darauf, dass wir die Fans zurück in die Halle bekommen oder kriegen."

Auch sportlich könnte die vollständige Rückkehr der Fans eine Rolle spielen. Denn auch wenn die Eisbären die Hauptrunde als Tabellenführer abschlossen, setzte es insgesamt 13 Heimniederlagen, weshalb Coach Aubin sagt: "Wir haben als Team darüber gesprochen, dass wir uns jetzt endlich mal um unsere Heimstärke kümmern."

Doch der 47-jährige Kanadier ist nicht nur Chefkritiker seiner Mannschaft, sondern zugleich auch Optimist - und von seinen Spielern überzeugt: "Immer wenn wir eine Reaktion zeigen mussten, haben die Jungs gezeigt, was wirklich in ihnen steckt. Und da bin ich wirklich stolz drauf." Ein wenig klingt das nach dem Erfolgsgeheimnis der vergangenen Saison, als die Eisbären in der Hauptrunde immer mal wieder ihre Probleme hatten.

In den Playoffs jedoch steigerte sich das Team von Runde zu Runde und mit den schwerer werdenden Aufgaben. Dass es in diesem Jahr bereits die erste Ausscheidungsrunde in sich hat, davon ist Marcel Noebels überzeugt: "Ich finde, die erste Runde ist die schwierigste, die Jungs brennen alle darauf, den Meister und Hauptrundensieger zu schlagen. Ich denke, da ist jeder motiviert, der nach Berlin kommt."

Am Ende soll Titel Nummer neun stehen

Welches Team sich den Berlinern in den Weg stellt, ist dabei noch offen und abhängig von den Achtelfinal-Partien, von denen die Eisbären als eine der ersten acht Teams der Hauptrunde befreit sind. Sowohl die Nürnberg Ice Tigers als auch die Kölner Haie und die Düsseldorfer EG könnten den nächsten Gegner der Berliner geben. Und natürlich, so Serge Aubin, analysiere man alle drei Mannschaften, vor allem aber "wollen wir auch unser Spiel durchziehen."

Angesichts eines Kaders, der rund um die herausragenden Nationalspieler Mathias Niederberger (Tor) und Noebels als noch besser besetzt als im Vorjahr gilt, sollte das durchaus als Kampfansage verstanden werden.

Drei Siege aus maximal fünf Spielen wären von Nöten, um ins Halbfinale einzuziehen. Spätestens dann drohen Schwergewichte wie Vizemeister Wolfsburg oder Mannheim und München, die die fünf letzten Vor-Corona-Titel unter sich ausmachten und die zu den gewichtigsten Herausforderern der Eisbären gezählt werden. Marcel Noebels sieht das jedoch vor allem als Ansporn: "Wir als Mannschaft freuen uns darauf, dass endlich die Zeit da ist, wieder um etwas zu spielen." Am Ende soll der Titel stehen, es wäre Nummer neun. Daran hat sich eben nichts geändert bei den Eisbären. Nur dass sich davon wieder bis zu 14.000 Zuschauer vor Ort überzeugen können.

Sendung: rbb|24 inforadio, 07.04.2022, 19:15 Uhr

Beitrag von Ilja Behnisch

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