Union will den dritten Derby-Saisonsieg - Und dann ab nach Europa!

Do 07.04.22 | 17:32 Uhr | Von Stephanie Baczyk
Union Berlins Taiwo Awoniyi zeigt seinen Mitspielern den Weg an (Bild: IMAGO/Contrast)
Audio: rbb|24 Inforadio | 09.04.2022 | Lars Becker | Bild: IMAGO/Contrast

Die 40 Punkte hat der 1. FC Union am vergangenen Wochenende geknackt, das neue Saisonziel lautet jetzt offiziell: Europapokal. Aber erstmal freut sich Trainer Urs Fischer auf ein ausverkauftes Olympiastadion beim Derby. Von Stephanie Baczyk

Das Personal

Innenverteidiger Paul Jaeckel fehlt gesperrt, nachdem er gegen den 1. FC Köln seine fünfte gelbe Karte gesehen hat. Für ihn könnte Dominik Heintz in die Startelf rücken. Stamm-Torhüter Andreas Luthe hat nach Verletzung und Krankheit am Donnerstag erstmals wieder ein leichtes Training absolviert, im Tor dürfte aber erneut Frederik Rönnow stehen.

Abwehrmann Timo Baumgartl sowie die beiden Offensivkräfte Anthony Ujah und Suleiman Abdullahi waren unter der Woche nicht ganz fit, haben aber am Donnerstag wieder mit trainiert.

Die Form

Nach drei Spielen ohne Sieg durfte Union am vergangenen Freitagabend endlich mal wieder jubeln, gegen den 1. FC Köln setzten sich Eisernen zu Hause im Stadion An der Alten Försterei in einer offensiv zähen Partie mit 1:0 durch. Bezeichnend, dass der entscheidende Treffer nach einem Fehlpass des Kölners Jonas Hector fiel, der die Kugel exakt in die Schnittstelle zwischen Torwart und Abwehrspieler vor die Füße von Taiwo Awoniyi spielte.

Defensiv überzeugten die Köpenicker zwar einmal mehr mit einer geschlossenen und organisierten Team-Leistung, glänzten zudem mit einer starken Laufleistung und betrieben enormen Aufwand - aber sie hatten auch den einen oder anderen technischen Fehler in der Spielfortsetzung drin. Was schließlich zu wenigen Anschlussaktionen im Spiel nach vorne führte.

"Das war vielleicht fußballerisch nicht unser bester Auftritt, aber von der Art und Weise, von der Herangehensweise, von der Mentalität, der Organisation und Kompaktheit waren wir da und präsent", sagt Trainer Urs Fischer und schiebt gleich hinterher: "Anknüpfen an die Leistung von Köln."

Positiv auch: Der 1. FC Union hat mit den drei Punkten gegen den Effzeh die 40-Punkte-Marke erreicht, das interne Ziel, wie alle Beteiligten immer wieder betont haben. Das neue, offizielle Ziel lautet nun: Europa. "Wir wollen da vorne nochmals herankommen", so Fischer. "Platz fünf, sechs - da ist noch was möglich. Und es geht auch darum, den siebten Platz zu behaupten." In der vergangenen Spielzeit sicherten sich die Köpenicker am letzten Spieltag mit einem Sieg im Heimspiel gegen RB Leipzig die Qualifikation für die neu geschaffene Europa Conference League - diesen Erfolg will man jetzt wiederholen.

Unioner der Woche

… ist einer, der zuletzt erst seinen Vertrag verlängert und in der Hinrunde gegen Hertha BSC sogar selbst getroffen hat: Rechtsverteidiger und Kapitän Christopher Trimmel. Egal, wie oft die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren den Kader umbauen, abgewanderte, wichtige Profis ersetzen mussten - Trimmel war immer da. Der 35-jährige Österreicher steht für Willen und Einsatz, becirct stets mit entsprechender Ausstrahlung auf dem Platz - und trägt seit mittlerweile 2014 das Trikot der Eisernen, ist dienstältester Unioner.

Trimmel ist kein Tormonster - die sehenswerte Bude gegen die Blau-Weißen im November 2021 war erst seine zweite in der Bundesliga. Allerdings hat der Schienenspieler, der seine rechte Seite immer wieder auch hoch und runter ackert, schon 23 Torschussvorlagen auf seinem Konto - was im internen Mannschafts-Ranking Platz drei bedeutet. Seine Einstellung ist exemplarisch - und essentiell für ein Stadtderby.

Besonderheiten

Den Eisernen winkt ein Derby-Dreierpack: Zwei Partien in dieser Saison haben die Unioner bestritten, eins in der Liga, eins im Achtelfinale des DFB-Pokals - in beiden ist die Mannschaft von Urs Fischer als Sieger vom Platz gegangen. Jetzt trifft der Schweizer an der Seitenlinie zum ersten mal auf Felix Magath, der die Blau-Weißen seit zwei Spielen coacht.

"Ich freue mich natürlich, ihn kennenzulernen", so der 56-Jährige. "Ich kenne ihn noch als Spieler. Beim HSV, dieses eine magische Tor, ich glaube es war im Europapokal. Ja, da mag ich mich erinnern. Aber auch sonst ist sein Leistungsausweis groß."

Was ebenfalls groß ist: zum ersten Mal ist ein Bundesliga-Derby zwischen der Alten Dame aus Westend und den Schlosserjungs aus Köpenick im Berliner Olympiastadion ausverkauft, 74.000 Zuschauende dürfen dabei sein. Darunter erwartete 12.000 Unioner.

"Die Hütte ist voll, Herthas Ultras und deren Fanszene ist da und von uns werden auch viele da sein“, freut sich Kapitän Christopher Trimmel. Zum Vergleich: das Aufeinandertreffen beider Teams im Pokal im vergangenen Januar fand coronabedingt noch vor nur 3.000 Fans statt.

Sendung: rbb24, 07.04.2022, 18 Uhr

Beitrag von Stephanie Baczyk

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