3:1 gegen Friedrichshafen - BR Volleys krönen historische Aufholjagd mit dem Meistertitel

Sa 30.04.22 | 22:10 Uhr
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Die BR Volleys bejubeln die Meisterschaft. / imago images/Contrast
Video: rbb24 | 30.04.2022 | Sebastian Meyer | Bild: imago images/Contrast

Die BR Volleys sind zum zwölften Mal deutscher Volleyball-Meister. Im entscheidenden fünften Spiel der Finalserie setzten sich die Berliner mit 3:1 gegen den Dauerrivalen VfB Friedrichshafen durch. Dabei gelang ihnen ein Novum in der Playoff-Historie.

Die BR Volleys sind deutscher Meister 2022 - und das dank einer historischen Aufholjagd: Als erstes Team seit der Einführung der Playoffs 1987 gewannen sie nach zwei Niederlagen zum Start der Finalserie noch den Titel.

Vor 8.553 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle besiegten die Berliner den VfB Friedrichshafen am Samstagabend mit 3:1 (25:20, 19:25, 25:23, 25:22) und entschieden die Best-of-five-Serie somit mit 3:2 für sich. Für den Hauptstadt-Klub bedeutet der Triumph die Titelverteidigung und die zwölfte Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte.

Volleys kontern starken Start der Gäste

Die Berliner hatten sich vor dem entscheidenden fünften Spiel optimistisch gezeigt. "Das Momentum ist jetzt auf unserer Seite. Ich bin aber auch überzeugt: Das wird kein Spaziergang für uns, aber ich setze auf die Erfahrung einiger unserer Spieler", sagte Geschäftsführer Kaweh Niroomand.

Und seine Prophezeiung sollte sich bewahrheiten. Es war vom ersten Moment an ein Kraftakt. Nach einem engen Beginn setzten sich zunächst die Friedrichshafener leicht ab. Mitte des ersten Satzes lagen die BR Volleys beim Stand von 9:13 erstmals mit vier Punkten zurück. Aus der Ruhe bringen ließen sich die Berliner davon nicht. Angetrieben vom Publikum in der ausverkauften Halle sorgte ein starker Block wenig später für das 16:15 für Berlin. Und der Satz kippte nun vollends in Richtung der Hausherren. Beim Stand von 24:19 hatten die Berliner Satzbälle en masse und nutzen den zweiten zum 25:20.

Tuia mit Power, aber Friedrichshafen kontert

Die Gäste reagierten stark. Im zweiten Durchgang zogen die Friedrichshafener auf 11:6 davon. Aber wie schon im ersten Satz zeigten die Berliner eine Reaktion. Dabei glänzte vor allem Samuel Tuia mit starken Angriffsaktionen. Dieses Mal ließen sich die Gäste jedoch nicht überrumpeln - im Gegenteil: Sie hatten stets einen Konter parat und hielten die Volleys auf Distanz. Mit einem 16:20 aus Sicht des Teams von Cedric Enard ging es in die entscheidende Phase des Satzes. Friedrichshafen zog durch und nutzte gleich den ersten Satzball zum 25:19.

Beide Mannschaften waren nun auf Augenhöhe in der Partie. Lieferten sich lange Ballwechsel mit fulminanten Angriffen und spektakulären Rettungsaktionen. Die Intensität war am Limit. Absetzen konnte sich kein Team mehr. Die Führung wechselte hin und her.

Der dritte Satz reihte sich statistisch in die vielen packenden Schlagabtäusche der Finalserie ein. Insgesamt 16 Durchgänge hatten die beiden Teams vor dem entscheidenden fünften Spiel absolviert - zehn endeten mit nur zwei Punkten Differenz, acht davon erst in der Verlängerung. Auch in diesem dritten Durchgang in der brodelnden Max-Schmeling-Halle lagen am Ende nur zwei Punkte zwischen den Teams - und es jubelten die BR Volleys: Tim Carle gelang der Punkt zum 25:23.

Ein Comeback folgt auf das andere

Und die Berliner nahmen den Schwung mit in den vierten Satz und zogen früh mit drei Punkten davon (6:3). Doch Friedrichshafen bäumte sich auf. Die Gäste glichen erst aus und zogen dann ihrerseits bis auf vier Punkte davon (7:11).

Auf das Comeback des VfB folgte wiederum das der Volleys: Sie waren spürbar entschlossen, das Duell vor einem Tiebreak zu entscheiden. Mit einem 9:3-Lauf erarbeiteten sich die Berliner eine 16:14-Führung. Diesen Vorteil ließen sie sich nun nicht mehr nehmen. Sie nutzen den zweiten Matchball, in dem sich nochmal das ganze Spektakel der Serie zeigte, und krönten sich mit 25:22 zum Meister.

Enard: "Gefühl kann man nicht beschreiben"

"Ich habe vor dem Spiel zu den Jungs in der Kabine gesagt, dass es wie ein Traum ist", sagte Trainer Cedric Enard nach der Übergabe der Meisterschale im rbb-Interview, "ich bin jetzt seit vier Jahren hier - und es war das erste Mal, dass wir die Chance hatten, den Titel zuhause zu holen. Dass es geklappt hat, ist fantastisch. Ich bin so glücklich."

Die ausverkaufte Max-Schmeling-Halle war da längst ein vibrierendes Tollhaus - und begeisterte auch Enard: "Schauen Sie sich das an, es ist wunderbar. Das Gefühl kann man nicht beschreiben. Diese Fans sind einfach unglaublich."

Sendung: rbb24, 30.04.2022, 21.45 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Was für ein toller Sieg ick klob ick spinne Wahnsinn grandios und Glückwunsch zum Erneuten Titel

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