Auftakt in die American Football-Saison - Zwei Underdogs und ein Titel-Aspirant

Mi 18.05.22 | 14:40 Uhr | Von Fabian Friedmann
Spielszene aus dem GFL-Spiel Potsdam Royals gegen Berlin Rebels aus dem Jahr 2018. (Bild: IMAGO / Matthias Koch)
Audio: Antenne Brandenburg | Matthias Gindorf | Bild: IMAGO / Matthias Koch

Die German Football League startet am Wochenende in die neue Saison. Während die Berlin Adler wieder zurück im Oberhaus sind und zum Auftakt gleich den Stadtrivalen Rebels herausfordern, haben die Potsdam Royals Chancen aufs große Finale.

Am kommenden Wochenende startet die GFL, die German Football League, in ihre neue Saison. Sie ist die Bundesliga im American Football und kürt am Ende der Saison im German Bowl den deutschen Meister. Drei Teams aus Berlin und Brandenburg sind Teil der Nord-Staffel der GFL und spielen dort in der sogenannten Ost-Division, darunter der mehrmalige Meister Berlin Adler, die Berlin Rebels und der Drittplatzierte der letzten Saison, die Potsdam Royals.

Nach einer sportlich längeren Durstrecke sind die Adler als Aufsteiger zurück in der 1. Liga und treffen gleich zum Auftakt im Derby am Sonntag, 22. Mai (Kickoff: 16 Uhr im Mommsenstadion), auf die Berlin Rebels. Vor dem Saisonstart stellt rbb|24 Spieler, Trainer und Saisonziele der drei Teams vor.

Berlin Adler: Ein Traditionsverein ist zurück

Beim sechsmaligen Titelträger Berlin Adler freut man sich, wieder ein Teil der GFL zu sein. Dass gleich zu Beginn das Derby gegen die Rebels auf dem Spielplan steht, ist für Adler-Head Coach Shuan Fatah natürlich ein toller Einstand in die neue Saison. Man hoffe auf bis zu 2.000 Zuschauer im Mommsenstadion. "Früher sind das legendäre Spiele gewesen", freut sich Shuan Fatah auf den Kickoff am kommenden Sonntag: "Es ist auf alle Fälle ein Highlight."

Wie seine Mannschaft sich sportlich einfügt in der GFL, einer der stärksten Football-Ligen Europas, da "müssen wir die ersten Spiele abwarten", erklärt der Adler-Coach. Das Prunkstück ist die Offensive um Quaterback Zachary Cavanaugh, der vergangene Saison in der GFL2 eine außergewöhnlich gute Saison gespielt hat. Dazu verfügt man im Angriff über zahlreiche deutsche Nationalspieler. Für die Defensive haben die Adler sich mit dem US-Amerikaner Emmanuel Pelzer verstärkt. "Von dem erwarte ich mir viel", sagt Fatah, der erst 2020 wieder den Weg zurück nach Deutschland gegangen ist. Zuvor war er zehn Jahre als Trainer in Österreich tätig.

Ihre Heimspiele werden die Adler im Poststadion austragen. "Wir sind ganz glücklich, dass wir da sein dürfen", sagt Fatah. Das große Ziel für seine Mannschaft sei es, in die Playoffs zu kommen: "Das wäre ein Ausrufezeichen."

Berlin Rebels: Die Hoffnung auf eine Leistungssteigerung

Die Berlin Rebels werden trainiert von Coach Josh Mandel. Der US-Amerikaner arbeitet mit kurzen Unterbrechungen bereits seit 2010 für die Rebels. Seit 2020 ist Mandel, der hauptberuflich als Sportlehrer an einer amerikanischen Schule arbeitet, als Head Coach für die Rebels tätig. In der letzten Saison konnte sein Team in zehn Spielen allerdings nur einen mageren Saisonsieg einfahren, die Playoffs wurden deutlich verpasst. "Wir hatten viele Verletzte, zu wenig Coaches und nicht genügend Spieler zur Verfügung", erklärt Mandel die schwachen Leistungen. Viele Corona-Fälle im Team trugen ihren Teil zur schlechten Saison bei.

Doch dieses Jahr soll alles anders werden. Die Rebels konnten einige namhafte Spieler verpflichten, unter anderem den erfahrenen Norweger Jonas Hagerup (Offensive Lineman) und den polnischen Offensive Tackle Jedrzej Rudnicki. Dazu verfügt man über viele, junge Talente, wie etwa den Receiver Toni Teucher. Die Defensive zählt zu den Stärken des Teams, wobei sich Josh Mandel eine deutliche Steigerung in der Offensive wünscht. Letzte Saison verließ man sich zu häufig aufs Running Game und war dadurch leicht auszurechnen. Daran wird also zu arbeiten sein.

Hauptziel für die Rebels ist das Erreichen der Playoffs. Keine leichtes Unterfangen, spielt man doch mit den Royals, den Adlern und Titelverteidiger Dresden in der starken Ost-Division.

Potsdam Royals: Der Geheimfavorit auf den Titel

Die Royals sind die etablierteste GFL-Mannschaft in der Region. Letzte Saison kam das Team von Coach Michael Vogt bis ins Playoff-Halbfinale, scheiterte dort nach großem Kampf mit 28:18 an den Schwäbisch Hall Unicorns. In diesem Jahr soll in Potsdam der große Wurf ins Endspiel gelingen. Der "German Bowl" findet am 2. Oktober in Frankfurt statt. Für dieses Ziel hat man sich auf der Quaterback-Position mit Chris Helbig verstärkt. Der 24-Jährige spielte zuletzt an einem US-College in Utah und hat starke Statistiken vorzuweisen. "Wir freuen uns sehr auf Chris, seine Qualitäten als Quarterback sind unbestritten und werden uns viel Freude machen. Er ist ein echter Leader und steckt alle mit seiner äußerst positiven Art an", so Coach Michael Vogt über seinen neuen Führungsspieler, der einer von vielen US-Amerikanern im Teams der Royals ist.

Für die Potsdamer startet die Saison am kommenden Samstag (Kickoff 16 Uhr) ebenfalls mit einem Paukenschlag. Denn kein Geringerer als der amtierende Deutsche Meister, die Dresden Monarchs, werden dann zu Gast im Sportpark Luftschiffhafen sein. Das Ostderby wird mit Spannung erwartet. Beide Teams dürften sich auf Augenhöhe begegnen, gepaart mit einer Menge Emotionen. Der neue Offensive Coordinator der Royals, Randy Jackson, verspricht den Fans schon jetzt ein schnelle und spektakuläre Royals Offensive.

Und ein Sieg zum Auftakt gegen den Meister könnte dem Traum der Royals vom German Bowl noch größere Flügel verleihen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.05.2022, 16:15 Uhr

Beitrag von Fabian Friedmann

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