Am Tag nach dem Klassenerhalt - Werner Gegenbauer tritt als Präsident von Hertha BSC zurück

Di 24.05.22 | 18:49 Uhr
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Hertha-Präsident Werner Gegenbauer während eines Spiels der Berliner. Quelle: imago images/Contrast
Bild: imago images/Contrast

Am Dienstagabend machte Hertha BSC es offiziell: Präsident Werner Gegenbauer tritt zurück. Nach 14 Jahren an Herthas Spitze gibt er seinen Posten ab. Die Unstimmigkeiten mit Investor Lars Windhorst hätten dabei keine Rolle gespielt.

Werner Gegenbauer tritt als Präsident des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC zurück. Am Dienstagabend verkündete der Klub, dass Gegenbauer nach 14 Jahren im Amt dem Präsidium seinen Rücktritt erklärt habe. Zuvor hatten mehrere Medien über seinen bevorstehenden Rücktritt berichtet.

"Es gibt Momente für Neuanfänge. Und ich denke und spüre, dass heute ein solcher Moment gekommen ist", wird Gegenbauer in einem Statement auf der Hertha-Webseite zitiert. Mit seinem Rücktritt ist der zuletzt viel kritisierte 71-Jährige auch einer möglichen Abwahl bei der Mitgliederversammlung der Hertha am kommenden Sonntag zuvorgekommen. Für die Mitgliederversammlung hatten bereits mehrere Abwahlanträge vorgelegen, die Gegenbauers Person betrafen.

Gegenbauers Machtkampf mit Windhorst

An Präsident Gegenbauer und dessen Arbeit hatte es zuletzt immer wieder Kritik gegeben. Allen voran auch von Hertha-Investor Lars Windhorst, der öffentlich einen Machtkampf mit Gegenbauer anzettelte, zum anderen aber auch aus der Fanszene, in der der Unternehmer schon seit längerer Zeit umstritten ist. Schon bei seiner letzten Wiederwahl als Präsident im Oktober 2020 hatte der damals ohne Gegenkandidat angetretene Gegenbauer lediglich 54 Prozent der Stimmen erhalten.

Zu den Differenzen mit Windhorst schreibt Gegenbauer in seinem Statement: "Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass die momentanen Unstimmigkeiten mit unserem Investor bei meiner Entscheidung keine Rolle gespielt haben." Statt um eine persönliche Auseinandersetzung mit Windhorst habe es sich um "eine Kontroverse zwischen Hertha BSC und der Tennor Holding" gehandelt.

Auch Finanzchef Schiller geht

Nach dem geglückten Bundesliga-Klassenerhalt in der Relegation gegen den HSV verlässt nach Interimstrainer Felix Magath, der seinen Abschied wie erwartet kurz nach dem Spiel bekanntgab, somit eine weitere wichtige Person den Verein. Und andere folgen: Wie Hertha BSC am Dienstagmorgen bekanntgab, wird auch Finanzchef Ingo Schiller bei den Berlinern aufhören.

Bei Twitter teilte der Verein mit, dass man sich auf eine "vorzeitige Beendigung des Vertrages als Geschäftsführer Finanzen zum 31. Oktober 2022 verständigt" habe. 1998 wechselte Schiller in das Präsidium von Hertha BSC und war seit Juli 2001 der Geschäftsführer Finanzen. Seinen letzten großen Auftritt dürfte er am Sonntag auf der Mitgliederversammlung der Berliner haben.

Manske übernimmt als kommissarischer Präsident

Der Rücktritt von Präsident Gegenbauer hingegen gilt mit sofortiger Wirkung. Herthas-Aufsichtsrat bereitet nun die Wahl für einen Nachfolger vor. Am kommenden Sonntag wird diese jedoch noch nicht durchgeführt. Stattdessen erklärte Hertha am Dienstag, dass die Wahl im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Ende Juni/Anfang Juli stattfinden soll. Bis dahin übernehme Gegenbauers bisheriger Stellvertreter Thorsten Manske die Führung des Präsidiums kommissarisch.

Sendung: rbb24 spezial: Gerettet - was nun Hertha BSC?, 24.05.2022, 20:15 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Für mich als Nicht-Hertha BSC Fan sehe ich es erst einmal nüchtern. Hertha BSC sollte sich erst einmal in der Führungsriege so verständigen, dass alles auf den Prüfstand muss. Nicht nur eine kompetente motivierte Führungsriege, Spieler u. Trainer müssen ran, sondern es muss dauerhaft ein Verbleib in der 1.BL gesichert sein. Den Stadionneubau würde ich zunächst auf Eis legen, aber das Grundstück sichern, damit mehr Geld für gute motivierte Spieler da ist. Irgendwann kann man immer noch bauen...

  2. 12.

    75.500 Zuschauer kamen zum ersten Relegationsspiel und das aktuelle Management erwog für den Bau eines kleineren Stadions Herthas Finanzen auszuschöpfen, das heißt viel Geld ausgeben, um die Mannschaft zu schrumpfen. Wie wäre es mit dringend notwendigen Investitionen in Topspieler und Trainer? Mit Spitzenergebnissen wäre das Olympia Stadion immer voll und die Mannschaft würde stattdessen wachsen. Hoffentlich denkt das neue Management an das Team und nicht an millionenteure Bauverträge.

  3. 11.

    Es wurde Zeit das auch WG erkennt das er sich selbst verlebt hat und die Zeit seit Langem abgelaufen ist.
    Trotzdem sollte man sportlich fair bleiben und an dieser Stelle von mir:
    Vielen Dank für die Arbeit bei Hertha BSC, ich wünsche Ihnen alles Gute !!!

  4. 10.

    Wenn meine Infos nicht völlig falsch sind, dann gibt es in Berlin schon noch etwas mehr als 2 Vereine...

  5. 9.

    Vielleicht etwas mehr Respekt (trotz berechtigter Kritik). Ohne den einen oder anderen Euro von WG wäre Hertha finanziell schon früher am Ende gewesen.

  6. 8.

    Das Klima der Angst hat endlich ein Ende. Unfähigkeit und klungelei haben hoffentlich ein Ende. Habe den mehrmals erlebt. Menschenfeind

  7. 7.

    Und Tschüss, wird höchste Zeit. Endlich ist er weg , werde Ihn keine einzige Träne nachweinen.

  8. 6.

    Windhorst??? Beschäftigen sie sich mal mit dem. Und was der so "geleistet" hat. Ich glaube dann wollen Sie den nicht mehr für einen Neuanfang....

  9. 5.

    Kleine Korrektur, sollte heißen:
    „Hoffentlich „NICHT“ zu viele auf einmal…

  10. 4.

    … Fortsetzung zu 5.
    die Menschen der Region wieder dauerhaft ins Stadion zu bewegen und sich ebenda wohlfühlen und guten Fußball sehen, erleben und spüren. Einfach Leidenschaft und Freude.

    Das sind nur Fünf Punkte, die mich skeptisch machen, hoffentlich zu viele auf einmal für die „Alte Dame.“
    Ich hoffe das die Punkte 1., 2. und 5. nicht auf der Strecke bleiben.

    Es gibt 2 Vereine in Berlin und das ist gut so und auch daraus sollte man mehr machen, zum Beispiel Verbundenheit.

    HaHoHe

  11. 3.

    Veränderungen und ein Neubeginn ist immer wichtig und auch richtig, ich sehe dem sehr skeptisch entgegen.
    1. Neuaufbau einer konkurrenzfähigen „Mannschaft“ 2. Es muss ein zu Hertha passender Trainer gefunden werden.
    3. Ein neues kompetentes Präsidium eingebunden werden. 4. Ein fragwürdiger Investor ist nicht die richtige Verfahrensweise, es müssen mehrere Investoren gefunden werden. 5. Es müssen vernünftige Lösungen gefunden werden, …

  12. 2.

    Das wird auch langsam Zeit. Ein neues Team sollte Hertha endlich Modern in die Zukunft führen. Dazu gehören auch Leute wie Windhorst. Diese ewig gestrigen im Vorstand gehören der Vergangenheit an.

  13. 1.

    Kommt dann doch etwas überraschend ...

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