Landespokalfinale Brandenburg - Ein Dorfklub träumt vom großen Coup

Fr 20.05.22 | 11:01 Uhr | Von Andreas Friebel
Edgar Kaizer und Paul Levi Wagner (Energie Cottbus) nach einem Spiel. Quelle: imago images/Fotostand
Audio: rbb24 Inforadio | 20.05.2022 | Andreas Friebel | Bild: imago images/Fotostand

Cottbus gegen Cottbus lautet die Paarung im Finale um den Brandenburger Landespokal. Der FC Energie trifft am Samstag auf den VfB Krieschow, dessen Spieler fast alle eine Cottbuser Vergangenheit haben. Von Andreas Friebel

rbb|24 überträgt das Landespokalfinale ab 14:15 Uhr im Livestream.

Im Brandenburger Landespokal kommt es am Samstag (ab 14:15 Uhr im Livestream auf rbb24.de) zu einem höchst interessanten Aufeinandertreffen. Da ist auf der einen Seite Regionalligist Energie Cottbus, der den Titel schon neun Mal gewann. Und auf der anderen Seite steht der VfB Krieschow. Ein kleiner Dorfklub vor den Toren von Cottbus, der es erstmals in das Finale geschafft hat und dem großen Nachbarn gern ein Bein stellen möchte.

Oberliga vs. Regionalliga

Oberliga gegen Regionalliga - da ist schnell klar, wer als Favorit in das Endspiel geht. Auch Krieschows Trainer Toni Lempke ist sich darüber im Klaren, dass seine Mannschaft nur eine Mini-Chance hat. "Energie ist eigentlich in allen Bereichen stärker als wir", sagt er. Eigentlich! Denn der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz hat vor Krieschow Respekt, aber mehr auch nicht. "Ich bin in der Situation, dass ich schon viele große Spiele bestreiten konnte. Größer als das Spiel, was am Samstag stattfindet", so Wollitz.

Cottbus 1a vs. Cottbus 1b

Wobei auch der Cottbuser Trainer weiß, dass dieses Pokalfinale schon etwas ungewöhnlich ist. Denn weil zwischen dem Krieschower "Sportpark" und dem Cottbuser "Stadion der Freundschaft" nur 15 Kilometer liegen, haben viele ehemalige Spieler des Regionalligisten beim Dorfklub unterschrieben. Auch Andy Hebler, der inzwischen Top-Torjäger im 500-Einwohner-Örtchen ist. "Wir sind heiß und freuen uns auf dieses Spiel. Und wir hoffen natürlich, dem großen Rivalen aus der Nachbarschaft den Pott aus den Händen zu reißen."

Im vergangenen Jahr gewann der SV Babelsberg den Landespokal zum zehnten Mal. In diesem Jahr könnte Energie mit den Nulldreiern gleichziehen. Die Wollitz-Elf holte den Titel neun Mal. Bemerkenswert dabei: Immer wenn es Cottbus ins Endspiel geschafft hat, ging der Pokal auch an den FCE. Das soll weiter so bleiben, wünscht sich Energie-Top-Torjäger Erik Engelhardt. Zumal dieses Finale sein Abschiedsspiel sein wird. Er wechselt nach Osnabrück und erklärt: "Wir hatten von Anfang an das Ziel, den Landespokal zu gewinnen und haben auch schöne Spiele gemacht. Wie zum Beispiel im Halbfinale gegen Babelsberg."

Krieschow will das Spiel lange offenhalten

Aber auch Krieschows Trainer Toni Lempke, der Sohn von Energie-Legende Ralf Lempke, träumt vom großen Coup. Erstmals steht sein Team im Finale. Und das möchte man nicht leichtfertig verlieren - trotz Außenseiterrolle. "Wir werden versuchen mit allem, was wir haben, Unruhe ins Spiel zu bringen. Dass es auf dem Platz vielleicht auch etwas wilder wird. Und natürlich wollen wir so lange wie möglich die Null halten."

Genau das wird der FCE zu verhindern suchen. Früh klare Verhältnisse schaffen, um hinten raus nicht zu schwimmen, lautet das Ziel von Energie-Mittelfeldspieler Jonas Hildebrandt. "Das ist nur ein Spiel", sagt er. In einem Spiel könne alles passieren. "Wenn wir aber an unser Limit gehen, sind wir der Favorit. Denn es steht viel auf dem Spiel. Aber es gibt auch viel zu gewinnen."

Denn der Sieger im Landespokal steht automatisch in der ersten Runde des DFB-Pokals und bekommt mindestens 100.000 Euro. Das Geld können beide Klubs gut gebrauchen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.05.22, 14:15 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

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