0:2-Heimniederlage gegen Frankfurt - Herber Rückschlag für Turbine Potsdam

Sa 07.05.22 | 16:14 Uhr | Von Fabian Friedmann
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Turbine-Spielerin Karen Holmgaard. (Bild: IMAGO / Fotografie73)
Video: rbb24 | 07.05.2022 | Sebastian Meyer | Bild: IMAGO / Fotografie73

Turbine Potsdam hat die vorzeitige Qualifikation für die Champions League verpasst. Durch eine verdiente 0:2-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt braucht Turbine im abschließenden Spiel beim FC Bayern wohl einen Sieg, um das gesteckte Ziel noch zu erreichen.

Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam haben durch eine 0:2-Heimniederlage die vorzeitige Qualifikation für die Champions League verpasst. Die Potsdamerin bleiben zwar auf dem dritten Platz, sind aber nun punktgleich mit Eintracht Frankfurt und müssen am letzten Spieltag zum FC Bayern München reisen.

Weidauer mit der großen Chance

Die Startelf der Potsdamerinnen veränderte sich im Vergleich zum 1:2-Sieg gegen Hoffenheim auf einer Position: Sophie Weidauer begann für Gina-Maria Chmielinski, die sich im Spiel bei der TSG eine Verletzung zugezogen hatte.

Das Team von Sofian Chahed begann engagiert und offensiv. Nach einer traumhaften Kombination über Sara Holmgard und Melissa Kössler stand Sophie Weidauer auf der linken Seite plötzlich völlig frei vor Eintracht-Torhüterin Merle Frohms. Doch der Flachschuss der Mittelfeldspielerin strich in der 8. Minute knapp am langen Pfosten vorbei. Doch die Eintracht antwortete prompt durch einen Distanzschuss von Barbara Dunst (10.).

Frankfurt übernimmt die Initiative

Potsdam lief die Eintracht in der Folge früh an und kam so zu einigen Ballgewinnen, die aber bis zur Mitte der ersten Hälfte nichts einbrachten, weil die Frankfurterinnen defensiv gut arbeiteten. Mit zunehmender Dauer spielte sich das Geschehen aber zumeist im Mittelfeld ab. Potsdam fehlte das Tempo in der Offensive, und die Gäste kamen so immer besser in die Partie. Bis zur Pause gab es aber kaum nennenswerte Torszenen auf beiden Seiten.

Im zweiten Abschnitt zeigte sich zunächst ein ähnliches Bild. Kein Team wollte zu viel riskieren, es ging schließlich um viel. Doch Eintracht übernahm aber zusehends die Initiative: Stürmerin Laura Freigang verpasste nur knapp eine gefährliche Flanke von Verena Hanshaw (48.). Turbine kam erst in der 60. Minute zu einem weiteren Abschluss: Melissa Kössler zielte aber bei ihrem 20-Meter-Schuss links am Tor vorbei. Auf der Gegenseite zischte ein Abschluss von Frankfurts Stürmerin Lara Prasnikar nur hauchdünn am Turbine-Pfosten vorbei (68.).

Prasnikar schockt Turbine

In der 72. Minute war es dann passiert. Nach einem Freistoß staubte erneut Prasnikar, die ehemalige Spielerin von Turbine zur Führung für die Gäste ab. Es war der 11. Saisontreffer für die slowenische Angreiferin der Eintracht. Turbine wirkte geschockt und Frankfurt legte nach. Ein Schlenzer von Hanshaw landete in der 80. Minute genau im Winkel zum 0:2.

Turbine kam danach nicht wieder in die Spur und musste durch die verdiente 0:2-Heimniederlage einen herben Rückschlag im Kampf um die Champions League-Qualifikation hinnehmen. Am letzten Spieltag wartet nun der FC Bayern, Zweitplatzierter in der Bundesliga. Frankfurt trifft zuhause auf Werder Bremen, die auf dem 9. Platz stehen.

Sendung: rbbUM6, 07.05.2022, 18 Uhr

Beitrag von Fabian Friedmann

3 Kommentare

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  1. 3.

    Cheftrainer Sofian Chahed zeigte sich nach dem Abpfiff in der folgenden Pressekonferenz weniger larmoyant als die Turbine Fans, sondern kämpferischer: „Nächste Woche stehen noch spannende Fernduelle an und warum sollen wir nicht auch mal in München was mitnehmen.“

    Torfrau Anna Wellmann gab sich kurz nach Spielende pragmatisch: "Jetzt ist die Enttäuschung natürlich groß. Aber wir haben noch einen Matchball. Wir müssen jetzt schnell die Köpfe wieder hochbekommen und uns eine Woche lang gut auf Bayern vorbereiten." Respekt Anna. Das zeigt Haltung und Professionalität.


  2. 2.

    Als Nachtrag noch zwei positive Punkte zum gestrigen Spiel: Viktoria Schwalm stand erstmals seit über anderthalb Jahren Verletzung wieder auf dem Platz. Und Tabea Kemme konnte – trotz leider sehr knapper Sendezeit – als Expertin bei der Übertragung des rbb glänzen.

  3. 1.

    Bittere Niederlage, bei der man nicht weiß, warum sie eigentlich kassiert wurde. Turbine hat gut gespielt, war in der ersten Hälfte auch spielbestimmend, wenngleich nicht torgefährlich genug. Auch in der zweiten Hälfte war es ein offenes Spiel, in dem Frankfurt zwei Unkonzentriertheiten ausnutzen konnte. Dadurch ein durchaus verdienter Sieg, wenngleich auch ein 0:0 nicht ungerecht gewesen wäre. Rechnerisch ist die CL für Turbine nach wie vor möglich, dazu muss aber – gesetzt, dass die Eintracht gegen Bremen gewinnt – ein Sieg in München her. Kämpferisch ist das keineswegs unmöglich, spielerisch muss deutlich mehr passieren. Auch schon ein knappes 1:0 dürfte nach menschlichem Ermessen aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz ausreichen.

    Außerdem erwähnenswert: Neben den bereits bekannten Wechseln muss der Verein u. a. auch Eigengewächs und Identifikationsfigur Gina Chmielinski gehen lassen – wohl einer der herbsten Verluste.

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