4:1-Sieg in Freiburg - Starke Unioner stürmen nach Europa

Sa 07.05.22 | 18:40 Uhr | Von Fabian Friedmann
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Torjubel bei Sheraldo Becker (1.FC Union Berlin, 27) nach seinem Tor zum 0:3, mit Taiwo Awoniyi (1.FC Union Berlin, 14) und Grischa Proemel (1.FC Union Berlin, 21). (Bild: IMAGO / Eibner)
Audio: rbb24 Inforadio | 07.05.2022 | Bild: IMAGO / Eibner

Der 1. FC Union hat mit einer starken Leistung beim SC Freiburg den Einzug in den Europapokal perfekt gemacht. Den Grundstein legte die Fischer-Elf durch eine grandiose erste Hälfte und einen überragenden Sheraldo Becker. Von Fabian Friedmann

Der 1. FC Union hat es geschafft. Durch einen 4:1-Sieg beim Champions League-Aspiranten SC Freiburg hat die Mannschaft von Trainer Urs Fischer einen Spieltag vor Schluss das Ticket für den Europapokal gelöst. Denn durch den Sieg ist den Eisernen der 7. Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen, der aktuell zur erneuten Teilnahme an der UEFA Conference League berechtigt.

Prömel trifft zur Führung

Nachdem die Verteidiger Timo Baumgartl und Dominique Heintz erkrankt bzw. verletzt ausfielen, hatte Urs Fischer seine Abwehr umgebaut. Auf der linken Seite verteidigte Julian Ryerson und auf rechts Paul Jaeckel, während im Zentrum Robin Knoche die Union-Konstante bildete.

Im Angriff setzte Unions-Coach auf die Doppelspitze Awoniyi/Becker. Und die beiden Stürmer sorgten gleich von Beginn an für mächtig Betrieb in der Hälfte des SC Freiburg. In der 11. Minute hatte Becker auf rechts zu viel Platz und suchte mit seiner Flanke Awoniyi. Freiburgs Mittelfeldmann Maximilian Eggestein lenkte den Ball an den linken Pfosten und Grischa Prömel staubte locker ab: 1:0-Führung für Union.

Becker glänzt als Vorlagengeber und Torschütze

Freiburg brauchte einige Zeit, um sich von dem frühen Rückstand zu erholen. Union stand kompakt und lauerte auf die schnellen Umschaltmomente. Der SC drückte zwar, aber der vermeintlich Ausgleich durch Lukas Höler wurde zurecht aufgrund von Handspiel nicht anerkannt (24.). Auf der anderen Seite schlug Union wieder eiskalt zu: Abermals war es Sheraldo Becker, der von der linken Seite nach Ballgewinn herrlich in die Mitte flankte, wo Trimmel aus vollem Lauf zum 2:0 in die Maschen köpfte (30.).

Die Köpenicker blieben weiterhin das effizientere Team - und sie hatten den Mann des Spiels in ihren Reihen: Sheraldo Becker. Von Sturmpartner Taiwo Awoniyi in die Gasse geschickt, netzte der Niederländer frei vor Flekken cool ins linke, untere Eck ein. 3:0 für Union! Spätestens jetzt rieben sich viele der 34.700 Zuschauer im ausverkauften Stadion verwundert die Augen.

Union hält dem Druck stand

Freiburg drückte anschließend weiter vehement auf das nächste Tor, aber Union hielt stand, auch wenn die Köpenicker sich tief in die eigene Hälfte zurückfallen ließen und nur in Person von Sheraldo Becker und dessen Schnelligkeit für Entlastung sorgen konnten. Behrens hätte in der 85. Minute per Konter für die Entscheidung sorgen können, doch das übernahm dann schließlich der eingewechselte Andras Schäfer, der mit seinem Flachschuss das 4:1 erzielte (89.).

Minuten später war Unions Traum dann endgültig wahr geworden: der erneute Einzug in den Europapokal. Ob es nun die Conference, die Europa oder die Champions League wird, das entscheidet sich final am letzten Spieltag. Die Eisernen treffen dann im heimischen Stadion auf den VfL Bochum.

Die Kurzanalyse

Mit dem 4:1-Sieg in Freiburg und dem abermaligen Erreichen des Europapokals hat sich der 1.FC Union Berlin endgültig als Spitzenteam in der Bundesliga etabliert. Der Sieg in Freiburg war verdient, denn von Beginn an spielte Union seine Offensivwaffen gekonnt aus. Der FCU machte aus sechs Chancen vier Tore – diese Effizienz brachte die Elf von Urs Fischer schließlich ans Ziel. Hinzu kam abermals eine nahezu perfekt dargebotene, defensive Kompaktheit, die in dieser Saison nur von wenigen Teams in der Liga geknackt werden konnte.

Eine beeindruckende Serie von fünf Siegen aus den vergangenen sechs Saisonspielen steht aktuell zu Buche und untermauert die Stärke und die Klasse der Eisernen im Saisonendspurt, allen voran von ihrem Trainer Urs Fischer, der seinem Gegenüber Christian Streich an diesem Tag eine taktische Aufgabe gestellt hatte, auf die die Freiburger einfach keine Antwort fanden.

Dass Fischers Team nun am letzten Spieltag noch den großen Coup Champions League möglich machen kann, ist ein Szenario, das wohl vor der Saison in Köpenick nicht mal den kühnsten Optimisten in den Sinn gekommen wäre. Aber auch das scheint angesichts dieser formstarken Union-Elf absolut im Bereich des Möglichen.

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbbUM6, 07.05.2022, 18 Uhr

Beitrag von Fabian Friedmann

20 Kommentare

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  1. 20.

    Leider konnte Joachim Streich nicht mehr im Stadion dabei sein ( Ruhe in Frieden)
    Aber dafür war Christian Streich als Trainer von Freiburg sehr präsent.

  2. 19.

    Das war schon eine super Leistung!! Da kann man nur ganz herzlich dazu gratulieren.

  3. 18.

    Gestern haben 2 Überraschungsgsteams gegeneinander gespielt die in dieser Saison spitzenteams sind, dazu beide sehr Sympathisch
    Ich hoffe für beide, daß sie diese Leistungen im nächsten Jahr bestätigen können
    Ist doch toll wenn es solche Überraschungen in der Bundesliga gibt, davon lebt doch die Bundesliga auch
    Wäre halt auch schön wenn mal endlich eine andere Mannschaft Meister würde ,10 mal Bayern hintereinander reicht

  4. 17.

    Ja das ist Berlin, Union hat gestern in einem nagelneuen Traumstadion in der Provinz gespielt, Berlin dagegen hat keinen Platz für ein Herthastadion und Union bekommt keine Baugenehmigung für die Alte Försterei, weil die Verkehrsanbindung dafür aktuell nicht gegeben ist. Wir Unioner würden liebend gerne auf Europapokalspiele im Berliner Leichtathletikstadion verzichten.

  5. 16.

    Nur das diesmal mehr als 14.000 Zuschauer kommen dürfen und auch werden.

  6. 15.

    Mit diesem Etat solche Leistung zu erbringen, das nenne ich schon Spitze.
    Tolle Mannschaft, starke Einzelspieler - was verlangen sie denn mehr ?

  7. 14.

    Zitat: "Union kann doch endlich die Försterei ausbauen oder war das nur Gedoens."

    Ähem, bitte hier nachlesen, Goldhase:
    https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2022/01/fussball-bundesliga-union-berlin-stadion-alte-foersterei-ausbau.html

  8. 13.

    Achso ja, was ich vergessen habe anzumerken: Der FCU hat in dieser Saison mit den ECL- und Pokalspielen einiges an zusätzlicher Belastung sehr stark 'weggesteckt', was für einen Buli Neuling, der er ja immer noch ist, schon sehr bemerkenswert ist.

  9. 12.

    Nun ja, es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass der FCU die Saison mit dem fünften Platz abschließt. Schon damit würde er zu den Spitzenteams der Buli gehören. Aber den Freunden hier geht es um etwas anderes, nämlich darum, dass die Mannschaft die Abgänge von Spitzenkräften wie Friedrich und Kruse innerhalb der Saison so großartig kompensiert hat, sodass sie DIE Überraschungsmannschaft mit einer der besten Abwehren der Liga heute so überzeugend und 'hoch' geschlagen hat, Sven

  10. 11.

    Glückwunsch an Union Berlin für diese Mannschaftsleistung des gesamten Vereins.

  11. 10.

    Danke für dies tolle Spiel und für die Supersaison!!!!

  12. 9.

    Spitzenteam? Nun bleibt mal auf dem Teppich.

  13. 8.

    Glückwunsch, klasse Saison gespielt

  14. 7.

    .... Und leider das oly wieder rot einfärben. Wird endlich Zeit das Herthas eigener Stadionbau beschlossen wird.
    Union kann doch endlich die Försterei ausbauen oder war das nur Gedoens.

  15. 6.

    Au Mann, ein 1:1 hätte ich ja gerade noch so getippt - habe aber 2:1 im Tippspiel angegeben -, aber 4:1 für den FCU am vorletzten Spieltag gegen die starken Freiburger, ist auch in Anbetracht der Abgänge von Friedrich und Kruse innerhalb der Saison der absolute Wahnsinn.

    Wenn gegen Bochum gewonnen wird, wovon ich einfach mal ausgehe, und der SCF das schwere Auswärtsspiel in Leverkusen nicht gewinnt, schließt der FCU mit Platz 5 ab. HALLO! :)

  16. 5.

    unvEuropa!!! :))

  17. 4.

    Gratulation :)

  18. 3.

    Weckt mich mal jemand auf!!!!!!!!!!!!!!
    EISERN

  19. 2.

    Traumhaft, mehr gibt es nicht zu sagen und nächste Woche........

  20. 1.

    Wahnsinn, der letzte Spieltag wird richtig Spaß machen. Die Fans können dann in der Sommerpause das Denkmal für unseren Trainer bauen.

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