1:2-Niederlage in Dortmund - Hertha BSC muss in die Relegation

Sa 14.05.22 | 19:07 Uhr
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Enttäuschung bei herthas Marco Richter nach der Niederlage in Dortmund (Bild: IMAGO/Matthias Koch)
Audio: rbb24 Inforadio | 14.05.2022 | Christian Schulze | Bild: IMAGO/Matthias Koch

Die Saison 2021/22 geht für Hertha BSC in die Verlängerung. Weil die Blau-Weißen in Dortmund verlieren und der VfB Stuttgart spät gegen Köln gewinnt, rutscht die Mannschaft von Felix Magath auf den Relegationsplatz.

Hertha BSC hat den Klassenerhalt am letzten Spieltag quasi in letzter Minute verpasst. Die Mannschaft von Trainer Felix Magath unterlag am Samstag mit 1:2 (1:0) in Dortmund. Gleichzeitig gewann der VfB Stuttgart durch einen Treffer in letzter Minute mit 2:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln und verdrängte Hertha auf den Relegationsplatz. Für die Berliner verlängert sich somit der Abstiegskampf.

Der Spielverlauf

Magath stellte am finalen Spieltag seine Mannschaft noch einmal ordentlich um. Maximilian Mittelstädt, Marvin Plattenhardt, Jurgen Ekkelenkamp und Ishak Belfodil nahmen die Plätze von Marton Dardai, Vladimir Darida, Kevin-Prince Boateng und Davie Selke ein.

Die Berliner legten mit ordentlich Druck los, traten deutlich offensiver auf und machten weniger Fehler als in den vergangenen Spielen. Zuletzt hatte es Dämpfer in Bielefeld (1:1) und gegen Mainz (1:2) gegeben.

Nach einer Viertelstunde brachte Dortmunds Verteidiger Dan-Axel Zagadou Belfodil im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Tobias Stieler pfiff erst wegen einer möglichen Abseitssituation ab. Nach Ansicht der Bilder des Videobeweises entschied Stieler allerdings, dass es kein Abseits gegeben hatte. Dafür Kontakt im Strafraum und Elfmeter. Belfodil verwandelte den Strafstoß zum 1:0 (18.). Dortmunds Torhüter Roman Bürki sprang zwar zur richtigen Seite, konnte den Ball in der linken Ecke aber nicht mehr erreichen.

Den Dortmundern gelang es erst nach und nach das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Allerdings musste Hertha-Torwart Marcel Lotka in der ersten Halbzeit nur selten eingreifen. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte streckte er sich dann erfolgreich nach einer Hereingabe von Zagadou, die in gefährlicher Flugbahn auf die obere rechte Ecke zuflog. Lotka wehrte den Ball ab und prallte dann im Flug mit dem Gesicht gegen den Pfosten (45.+4). Nach einer kurzen Untersuchung konnte der 20-Jährige weiter machen.

Ausgleich ebenso per Elfmeter nach Videobeweis

Auch nach der Pause ließ Magath seinen Torhüter trotz der Kopfverletzung auf dem Feld. Dafür brachte er Marco Richter für Ekkelenkamp. Bei den Gastgebern kam Jamie Byone-Gittens für Emre Can. Nun war Herthas Torhüter schnell wieder gefragt. Ein Steilpass von Julian Brandt gelangte zu Marco Reus, der die Berliner Abwehr überlief, dann aber am herausgelaufenen Lotka scheiterte und den Ball verstolperte (52.).

Die Berliner kamen erst nach einer Viertelstunde zu ihrem nächsten Offensivauftritt. Der vorher für Suat Serdar eingewechselte Darida passte zu Richter, der über die halbrechte Seite loszog. Sein Schuss aus gut 21 Metern ging deutlich am Tor vorbei.

Der BVB bekam kurz danach einen Freistoß aus guter Position zugesprochen, nachdem Darida Jude Bellingham nahe der Strafraumgrenze in die Beine gelaufen war. Guerreiros Versuch blieb in der Berliner Abwehr hängen (65.). Doch Schiedsrichter Stieler wurde wegen eines möglichen Handspiels wieder zum Videostudium gerufen - und sprach den Dortmundern einen Strafstoß zu. Die Berliner diskutierten, doch nach zwei Verwarnungen (Ascacibar bekam seine fünfte Gelbe wegen Meckerns, Plattenhardt für das Handspiel) verwandelte Erling Haaland den Elfmeter zum 1:1 (68.).

Dortmund holt sich doch noch den Sieg

Der Norweger versuchte in seinem letzten Spiel für den BVB nochmal aufzudrehen und wurde deutlich torgefährlicher. Die Berliner Abwehr war im letzten Spielabschnitt im Dauereinsatz vor dem eigenen Tor. Der erst eine Minute zuvor eingewechselte Youssoufa Moukoko traf schließlich zum 2:1 für Dortmund (84.). Ein Pass von Bellingham aus dem Mittelfeld landete beim links in den Strafraum gelaufenen Moukoko, der aus 13 Metern flach in die rechte Ecke traf.

Die Berliner zeigten in den Schlussminuten nochmal Kampfgeist, kamen aber gegen die Dortmunder nicht mehr durch. Mit den Gesängen der Dortmunder ("Zweite Liga, Hertha ist dabei") und Stille im Gästeblock wurde das Spiel schließlich abgepfiffen.

Stuttgart gewinnt gegen Köln und schickt Hertha in die Relegation

Parallel zum Spiel in Dortmund war der 1. FC Köln beim VfB Stuttgart zu Gast. Die Stuttgarter waren zunächst durch ein Tor von Sasa Kalajdzic früh in Führung gegangen. Der Stürmer traf in der 12. Minute per Kopf. Kurz zuvor hatte er erst einen Foulelfmeter vergeben. Anthony Modest traf für Köln in der zweiten Hälfte zum Ausgleich (59.). In der Nachspielzeit machte Waturu Endo für Stuttgart dann doch per Kopfballtor noch den Sieg klar (90.).

Durch den Stuttgarter Sieg und die Berliner Niederlage tauschen beide Vereine den Tabellenrang. Hertha BSC rutscht am finalen Spieltag auf den 16. Platz und muss in die Relegation. Das Hinspiel gegen den Dritten der 2. Liga findet am Donnerstag, 19. Mai, statt. Das Rückspiel findet eine Woche später am 23. Mai statt.

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Sendung: rbb UM6, 14.05.2022, 18 Uhr

61 Kommentare

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  1. 59.

    Zitat: "Dann sind die Eventies und Zugereisten auch wieder weg. Übrig bleiben dann die 8000-9000, die es vor dem Hype waren."

    Ähem, vor dem Aufstieg in die BL in 2019 hatte der FCU etwa 22.000 Mitglieder und bereits ab der Saison 2009/10 einen sich ständig steigernden Durchschnitt von damals ca. 14.200 Stadionbesuchern. Also von was fabulieren Sie hier in Ihrer offenbar völligen Unkenntnis?

  2. 57.

    Zitat: "Zuallererst sollte man für den Neuanfang die Zusammenarbeit mit Windthorst beenden! Hat den Verein nicht gutgetan!"

    Naja, für die mangelhafte Kaderzusammenstellung und weitere (sportliche) Fehlentscheidungen kann Windhorst ja nun nichts. Das liegt in der Verantwortung der sportlichen- und der Vereinsführung insgesamt. Windhorst hat zwar mit seinen großspurigen Aussagen ala Big City Club etc. für einiges Kopfschütteln gesorgt, aber seine Kritik an Gegenbauer usw. kann ich schon nachvollziehen. Zudem kamen die richtig tollen Sprüche ala "größte Aufholjagd in DE ja gar Europa" aus dem Verein selbst. Und eine einseitig vom Verein angestrebte Beendigung der Zusammenarbeit mit WH, der dies m. W. nicht möchte, dürfte bei den dann anstehenden Rückzahlungsforderungen des Invests so gut wie ausgeschlossen sein.

  3. 56.

    Bekommt ja auch nicht jeder sein Stadion, nebst Grundstück für fast "umme" vom Senat geschenkt.
    Aber seis drum, wenn Mal demnächst der Erfolg ausbleibt, z.B. der Schweizer sich verabschiedet oder oder oder...
    Dann sind die Eventies und Zugereisten auch wieder weg. Übrig bleiben dann die 8000-9000, die es vor dem Hype waren.
    Egal wie und was: Übrig bleibt sowieso nur Hertha

  4. 55.

    Zitat: "Ja ein komischer Verein, bei dem nur ausgeloste Mitglieder zum Spiel kommen können, weil es so ein Wahnsinnsstadion ist, in dem man spielt."


    Dafür, dass die Nachfrage nach Tickets das Angebot bei weitem übersteigt, kann der FCU nun wirklich nichts. Wobei er natürlich insofern "was dafür kann", als dass sich die Leute aufgrund der tollen Leistung der Mannschaft und der Hammerstimmung in der AF um die Tickets reißen. Das Losverfahren ist demnach gegenüber bsw. einem "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst." -Verfahren die gerechtere Lösung.

    Die Pläne für den Stadionausbau liegen übrigens seit fünf Jahren vor, konnten aber bisher wegen der unzureichenden Infrastruktur vor Ort nicht umgesetzt werden. Hier ist der Senat gefragt.

  5. 54.

    Der sogenannte Feind, was totaler Quark ist, hat gar kein eigenes Stadion. Das hat er schon vor langer Zeit wegen drohender Pleite verkaufen müssen. Hertha ist nur Mieter
    Für was eigenes fehlt ein Grundstück und das nötige Kleingeld eins zu bauen.

  6. 53.

    Es ist schon ekelhaft was hier an Missgunst und Häme über einen Club aus der eigenen Stadt ausgeschüttet wird. Wahrscheinlich sind diese Leute aber auch keine echten Berliner. Und wenn doch, ist es nur noch erbärmlicher. So etwas passiert mit Sicherheit nicht in anderen Städten. Schämt Euch!!!

  7. 52.

    Das sehe ich ganz genauso. Was nützen die teuersten Spieler, wenn sie als Team nicht miteinander harmonieren? Auch der beste Trainer kann keine Wunder vollbringen, denn den Job machen letztendlich die Spieler. Mit Geld kann man eben nicht alles kaufen.

  8. 51.

    Ja, vor allem das "Pech" namens "Corona" hat ja ausschließlich die Hertha verfolgt! Dieses und anderes "Pech" hatten andere Mannschaften auch, mit Schönrederei (= faule Ausreden) gewinnt man keine Fußballspiele

  9. 50.

    Geometrie?? Wird für ein Fußballspiel nichts nützen. Versuchen wir's mal mit Geographie, aber ein einfacher Stadtplan tut's auch.

  10. 49.

    Der Stachel sitzt sehr, sehr tief, wenn bei keinem anderen Bundesligisten Investorengeld, Anspruch und Wirklichkeit dermaßen auseinandergehen, gelle!?
    Und wenn ein kleiner Stadtteilklub ab dem zweiten Jahr in der Bundesliga mit dem Bruchteil des Etats, aribischer Arbeit und ohne große " Berliner Schnauze" einfach nur erfolgreich seine Arbeit macht!
    Das ein wenig anzuerkennen hat natürlich im kombinierten BCC/Hauptstadtklub-Kosmos keinen Platz! Bleibt schön drin - und wurschtelt schön so weiter!

  11. 48.

    Zuallererst sollte man für den Neuanfang die Zusammenarbeit mit Windthorst beenden! Hat den Verein nicht gutgetan!

  12. 47.

    Der Abwärtsstrudel war schon 3 Jahre sicht- und spürbar.
    Immer kurz vor knapp, mit 1 Punkt / besserem Torverhältnis, Liga gehalten.
    Das muß zum Abstieg führen. Relegation ist hoffentlich nicht gegen HSV.
    Der ist nämlich meine zweite Herzensangelegenheit, was Fußball betrifft. Man sieht: du suchst es dir nicht aus...
    Ich würde nämlich wieder gerne Hertha gegen HSV spielen sehen. Wenn 's sein muss auch in der 2. Liga.
    Obwohl der Abstieg heutzutage eine finanzielle Katastrope ist.

  13. 46.

    Hertha wird wieder Glück haben und so tun als wär es ihr Verdienst.

  14. 45.

    Finde ich Super und dann ab in Liga ZWEI

  15. 44.

    Ha ha ha ha, lag bestimmt an ihrem "kleinen Stadion". Aber ich als Berliner glaube, ein Abstieg tut denen mal richtig gut, um wieder etwas zur Besinnung zu kommen.

  16. 43.

    War halt auch viel Pech dabei: Corona; viele Verletzte; die eigenen Ansprüche, welche unnötig Druck aufgebaut haben; Davie Selke, Tayfun Korkut, die Abstiegsmaskottchen; die besten Spieler werden verkauft und durch teure Talente ersetzt, die dann doch nicht so talentiert sind; ungünstige Spielansetzungen.
    Immerhin - man kann ja auch auf Abstieg wetten.
    Und überhaupt: wer redet in zwanzig Jahren noch von der Saison 21/22?
    Wir sollten uns ein Beispiel an der Mannschaft nehmen und alles ganz entspannt sehen.

  17. 42.

    Ich bin neutral da ich diesen Fanatismus ablehne als Berliner unterstütze ich jede Berliner Mannschaft I und habe nicht diese Schadenfreude die Macht blind.
    Es ist toll was Union erreicht hat keine Frage und Hertha muss nun mal eingestehen das Sie nicht Ihr Ziel erreicht haben.
    So einfach ist es aber ohne sich gegenseitig zu verfleischen!
    Bitte seit fair gegenseitig!

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