3:2-Erfolg gegen Bochum - Union Berlin siegt sich in die Europa League

Sa 14.05.22 | 18:40 Uhr
  16
Unions Spieler feiern Grischa Prömel nach dessen Tor gegen Bochum (Bild: IMAGO/Jan Huebner)
IMAGO/Jan Huebner
Video: rbb|24 | 14.05.2022 | Material: rbb Sport | Bild: IMAGO/Jan Huebner

Union Berlin spielt in der kommenden Saison in der Europa League. Mit einem 3:2-Sieg gegen den VfL Bochum haben die Köpenicker am letzten Spieltag eine außergewöhnliche Spielzeit gekrönt. Von Jakob Lobach

Union Berlin hat die erfolgreichste Bundesliga-Saison der Vereinsgeschichte mit dem Einzug in die Europa League veredelt. Am 34. Spieltag gewannen die Köpenicker ihr Heimspiel gegen den VfL Bochum verdient, aber dank eines späten Siegtreffers dennoch etwas glücklich mit 3:2 (2:0). Union sicherte sich so einen Startplatz im zweithöchsten Wettbewerb des europäischen Vereinsfußballs.

Fußballromantik um Prömel

Das erste Mal emotional wurde es am Samstag schon vor dem Spiel: Auf dem Rasen bekam Grischa Prömel vor seinem Wechsel nach Hoffenheim Abschiedsblumen überreicht. Während der Leistungsträger dabei den Tränen nahe war, wurde er von den Rängen mit lauten Sprechchören gefeiert.

Beim Anstoß der Partie standen kurz darauf für Union die gleichen elf Akteure auf dem Rasen, die zuletzt beim 4:1-Sieg in Freiburg teils berauschenden Fußball gespielt hatten. Und bereits in der fünften Minute kam es, wie es den Gesetzen der Fußballromantik nach eigentlich kommen musste: Nach dem ersten richtigen Angriff der Unioner war es "ausgerechnet" Prömel, der nach einer Flanke von Genki Haraguchi frei vor dem Bochumer Tor stand. Mit einem passgenauen Kopfball in die linke obere Ecke brachte Prömel die Köpenicker in seinem Abschiedsspiel in Führung.

Und auch in der Folge war Union die bessere Mannschaft. Die Berliner kontrollierten das Spiel, während es den Bochumern schwer fiel, offensiv in die Partie zu finden. Union war in seinen Ballbesitzphasen zielstrebiger und setzte seine Kontrahenten auch defensiv schnell und konsequent unter Druck. Für einen kleinen Bruch im Spiel sorgte dann allerdings die Auswechslung des bis dato abermals starken Sheraldo Becker. Der schnelle Flügelspieler hatte sich bei einem Zweikampf verletzt und wurde durch Sven Michel ersetzt.

Fischers Händchen und Tesches Hand

Eine Entscheidung, mit der Urs Fischer abermals sein gutes Händchen bewies. So war es Michel, der in der 23. Minute mit seinem Schuss den etwas zu ausgestreckten Arm von Bochums Robert Tesche traf. Schiedsrichter Marco Fritz schaute sich die Szene noch einmal an und entschied auf Strafstoß. Taiwo Awoniyi nahm sich der Sache an und versenkte den Ball links unten im Tor. Bochums Torwart Michael Esser kam mit der Hand zwar noch an den Ball, konnte diesen aber nicht abwehren. Der Torjäger erzielte nicht nur die 2:0-Führung seiner Mannschaft, sondern auch den Halbzeitstand.

Awoniyi war es dann auch, dem die erste größere Chance der zweiten Halbzeit gehörte. Eine Unioner Hereingabe prallte von einem Bochumer Fuß vor die Füße des Stürmers. Der zögerte nicht lange und ließ aus spitzem Winkel einen Schuss in Richtung Tor ab, der allerdings im Außennetz landete. So waren es kurz darauf in der 55. Minute plötzlich die Bochumer, die dank Simon Zoller Grund zum Jubeln hatten. Bei einer Flanke von der linken Seite stimmte die Zuordnung in Unions Verteidigung überhaupt nicht, sodass Zoller seinen Kopfball völlig freistehend ins lange Eck setzen konnte. Der Treffer stand symbolisch dafür, dass Bochum nun besser im Spiel war.

Awoniyi beendet fulminante Schlussphase und Saison

Stück für Stück arbeitete sich aber auch Union in die zweite Hälfte. Das Spiel war nun offener. Bochum investierte offensiv deutlich mehr, aber auch Union kam in Umschaltmomenten zu Chancen. Der für den gelb-rot-gefährdeten Michel zur zweiten Halbzeit eingewechselte Andreas Voglsammer setzte einen Schuss zu zentral aufs Tor und auch Awoniyi ließ eine gute Chance zum Ausbau der Führung aus (67.)

Ein Umstand, der sich in der 79. Minute rächte. Da nämlich erreichte Bochums Takuma Asano einen Pass im Strafraum vor Torwart Andreas Luthe und legte diesen Eduard Löwen auf. Der verwandelte platziert ins rechte Eck. Kurz musste Union um den Einzug in die Europa League zittern. Abermals Awoniyi war es dann, der Union in der 88. Minute mit seinem zweiten Treffer des Tages erneut in Führung brachte - und angesichts der Ergebnisse in den anderen Stadien in die Europa League.

Der Sieg gegen Bochum war für Union der sechste aus den letzten sieben Ligaspielen der nun zu Ende gegangenen Saison. Ein beachtlicher Endspurt, für den sich die Köpenicker mit der Teilnahme an der Europa League in der kommenden Saison belohnt haben. Etwas unmittelbaren spürbaren Lohn gab es am Samstag in Form von viel Applaus durch die Fans auf den Rängen im Stadion An der Alten Försterei.

Die Kurzanalyse

Allen voran in der ersten Halbzeit spielte Union schon im Stile einer Europa-League-Mannschaft. Defensiv agierte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer konsequent und aggressiv, offensiv zielstrebig, aber dennoch überlegt. Auch den Ausfall von Becker wussten die Köpenicker weitestgehend zu kompensieren. Mit ihrer 2:0-Führung im Rücken kamen die Gastgeber dann ein wenig zu passiv und locker aus der Kabine zurück aufs Feld. Bochum wusste das zu nutzen und bestrafte Unions Nachlässigkeiten sofort.

So entwickelte sich eine Partie mit offenen Visieren, in der die Berliner zumindest zeitweilig doch noch um ihre zuvor schon fast sicher geglaubte Qualifikation für die Europa League bangen mussten. Am Ende war es einmal mehr Torjäger Taiwo Awoniyi, der mit seinem 15. Saisontreffer nicht nur eine außergewöhnliche Saison seines Klubs, sondern auch eine persönlich sehr starke Spielzeit perfekt machte.

Stimmen zum Spiel

RSS-Feed
  • Urs Fischer (Bild: IMAGO/Nordphoto)
    IMAGO/Nordphoto

    Urs Fischer: "Das ist unglaublich"

  • Grischa Prömel (Bild: IMAGO/Contrast)
    IMAGO/Contrast

    Grischa Prömel: "Die schönsten Jahre meiner bisherigen Karriere"

  • Christopher Trimmel (Bild: IMAGO/Beautiful Sports)
    IMAGO/Beautiful Sports

    Christopher Trimmel: "Man kann vor der Mannschaft nur den Hut ziehen"

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb UM6, 14.05.2022, 18:00 Uhr

16 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 16.

    Man könnte sich auch neidlos mit dem Verein FREUEN, anstatt gleich wieder zu miesepetern! Und selbst wenn es auf "die Nase" gäbe, Hut ab, dort überhaupt hingekommen zu sein, GLÜCKWUNSCH!

  2. 15.

    Man könnte sich auch neidlos mit dem Verein FREUEN, statt gleich wieder schwarzzumalen! Und selbst wenn es "auf die Nase" gibt... Hut ab davor, das überhaupt geschafft zu haben, GLÜCKWUNSCH!

  3. 14.

    "Union und Hertha BSC sind die Meister von der Spree", doch dann kam PREETZ mit Hohn, dann warst nur noch UNION. Das fällt mir im Moment dazu ein.

  4. 13.

    Es reicht doch, wenn es einen Berliner Verein in der Bundesliga gibt.

  5. 12.

    Falscher Kommentarstrang, Thomas. Ihr Gesäusel gehört dorthin:

    https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2022/05/fussball-bundesliga-hertha-bsc-borussia-dortmund-klassenerhalt-relegation-liveticker-audiostream.html

  6. 11.

    Falscher Thread. Das "Tantchen" muss in die Relegation, nicht die Eisernen. Ja - vll. gegen HSV - das kann weh tun am hochgetragenen Riechkolben.

  7. 9.

    Und da gibt es wieder auf die Nase.

  8. 8.

    Hier im "Forst" suchen wir noch immer DAS Wort für diese unfassbare Saison.
    Danke Trainer, Danke Sportdirektor, Danke Mannschaft, Danke 1. FC Union Berlin e.V.

    Hier regiert der FCU!

  9. 7.

    Wahnsinn, Union ist der erste Verein, der die Klasse hält und sich für die Euroleague qualifiziert. Kann das überhaupt noch getoppt werden? Ja, nächstes Jahr die Klasse halten und sich für die Champions League qualifizieren. Danke Urs Fischer!!!

  10. 6.

    Union ist einPhänome n!

  11. 5.

    Gratulation an Union.....eine wirklich sympathische Mannschaft. Ich hoffe das Hertha die Spiele der Relegation gewinnt, damit wir uns weiter auf Derbys freuen können.

  12. 4.

    Ja schon der Wahnsinn! Mit diesem kleinen Budget soviel zu erreichen schafft nur ein gutes Umfeld, ein Super-Trainer und ein Wahnsinns-Team auf dem Platz!
    Eisern!

  13. 3.

    Ich bin vor dem Fernseher fast ausgeflippt. Tolle Mannschaft, geiles Spiel. UNVEU

  14. 2.

    Diese Mannschaft hat soviel Charakter. Was für eine Saison!!!!!!!
    EISERN

  15. 1.

    Unglaublich, Geile Truppe

Nächster Artikel