Im Berliner Olympiastadion - RB Leipzig ist nach Sieg gegen Freiburg DFB-Pokalsieger

So 22.05.22 | 08:39 Uhr
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Christopher Nkunku von RB Leipzig beim Jubel (Bild: IMAGO / Picture Point LE)
Audio: Inforadio | 21.05.2022 | Jens-Jörg Rieck | Bild: IMAGO / Picture Point LE

RB Leipzig ist DFB-Pokalsieger 2022. Am Samstagabend gewann die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco im ausverkauften Berliner Olympiastadion das Endspiel gegen den SC Freiburg mit 4:2 (1:1, 1:1, 0:1) im Elfmeterschießen. Die Sachsen sicherten sich so den ersten großen Titel ihrer Vereinsgeschichte.

Tor trotz Handspiel

Nachdem RB Leipzig im Halbfinale Union Berlin ausgeschaltet und Freiburg den HSV bezwungen hatte, spielten die beiden Mannschaften ein emotionales Pokalfinale. Die erste Chance gehörte dabei zwar Leipzig (Christopher Nkunku, 14. Minute), das erste Tor erzielten aber die Freiburger. In der 19. Minute verwandelte Maximilian Eggestein einen Schuss von knapp außerhalb des Strafraums sehenswert. Für Diskussionen sorgte ein klares, allerdings unabsichtliches Handspiel von Roland Sallai, von dem der Ball zu Eggestein gelangt war. Schiedsrichter Sascha Stegemann wertete dieses jedoch ebenfalls als unbeabsichtigt und so zählte das Tor.

In der 57. Minute folgte der nächste Rückschlag für Leipzig: Marcel Halstenberg wusste sich bei einem Freiburger Konter gegen Lucas Höler nur mit einem Foul zu helfen. Als letzter Mann zog Halstenberg Höler von hinten zu Boden und bekam die Rote Karte gezeigt. Dennoch gelang es Leipzig in der 76. Minute, die Partie auszugleichen. Nach einem Kopfball von Willi Orban war Christopher Nkunku am langen Pfosten zur Stelle. So ging es in die Verlängerung.

Entscheidung im Elfmeterschießen

Diese war dann ausgeglichen, mit zahlreichen guten Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor dem Ende hatten die Freiburger Glück, keinen Elfmeter gegen sich zu bekommen: Nicolas Höfler hatte bei einer Grätsche im Strafraum gegen Leipzigs Dani Olmo noch minimal den Ball gespielt. Statt eines einzelnen Strafstoßes gab es Elfmeterschießen.

Nkunku verwandelte den ersten Leipziger Elfmeter sicher, Nils Petersen legte für Freiburg nach. Auch Willi Orban verwandelte für RB, ehe der Freiburger Christian Günter seinen Schuss deutlich über das Tor setzte. Weil die Leipziger in der Folge weiter sicher verwandelten, musste auch Ermedin Demirovic den vierten Freiburger Elfmeter zwingend im Tor unterbringen. Er setzte den Ball allerdings an die Latte und so jubelten am Ende die Fans und Spieler von RB Leipzig.

Medizinischer Notfall nach Spielende

Nach dem Spiel ist es im Innenraum des Berliner Olympiastadions zu einem medizinischen Notfall gekommen. In der Nähe der aufgebauten Fotografentribüne musste ein Mann an der Seitenlinie von Rettungskräften behandelt werden.

Nach Angaben der Berliner Feuerwehr wurde die Person erfolgreich reanimiert. Der Mann hatte demnach wieder Puls und Atmung und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Stadionsprecher informierte die Fans, dass der Patient in einem "stabilen Zustand" sei. Braune Tücher wurden während der Behandlung um ihn gespannt, um die Sicht zu blockieren. Die Pokal-Übergabe fand im Anschluss statt.

Sendung: rbb24, 21.05.2022, 21:45 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    Ein "begrenztes" Weltbild ist das nicht, wohl aber ein unnötiger persönlicher Angriff. Er setzt sich für alte Strukturen ein. Das ist ein gutes Recht. Tradition ist kein schlecht besetztes Wort. Warum wohl?
    Was er (noch) nicht sieht, ist, dass auch neue "Konstrukte" eine Bereicherung sein können, aber nicht müssen. Einige setzen sich durch und Einige nicht. Gute Arbeit verdient Anerkennung, wenn das "Konstrukt" legal ist. Wir werden sehen...

  2. 22.

    Sie haben ein begrenztes Weltbild. Aber gut. Es gibt viele Meinungen zu Themen. Bei ihnen ist offenbar der Weg das Ziel. Bei mir das Ankommen. Und im Leistungssport zählen nunmal Erfolge. Dabei sein ist Alles? Das olympische Motto ist eine Ausrede für diejenigen, die nichts erreichen.

  3. 21.

    Ähnlich wie in der Politik. Progressives Denken versus Konservative. Die klassischen Volksparteien versus Grüne. Ja, Veränderungen sind nicht so wirklich das Ding des kleinen Mannes. Und mal ehrlich. Fußball ist entweder die schönste Nebensache der Welt oder wird von Fan(antikern) benutzt, um sich auszuleben. Schönes Beispiel wie es besser geht, war die Glückwunschrunde des Freiburger Trainers bei den Leipziger Spielern. Entscheidend ist eben auf dem Platz, und nicht das Geschwätz in der Kneipe. Freiburg war ein fairer Verlierer. Nicht so wie einige hier, die sich hinter Tradition verstecken und damit ihren Neid auf sportlichen Erfolg kaschieren wollen.

  4. 19.

    Aua Aua Aua - das hat wohl eher etwas mit einer Fanbase zu tun, die gewachsen und nicht erkauft ist. Das hat nullkommanix mit Vereinsmeierei zu tun - aber Sie haben ja Ihre Stigmata deutlich gemacht. Gut, dass Sie mich modernen Menschen, der trotz alledem noch Tradition auch als Kulturgut sieht und nicht als konservativen Shiet betrachtet, nicht kennen - Ihre kleine Welt würde wie ein Kartenhaus zusammenfallen. Ach übrigens - sollten Sie jetzt denken, "getroffene Hunde beißen".... falsch - ich gebe auch nur eine Meinung kund - so wie Sie auch ;-P
    Der Club, dem ich Fan bin, hat meine Unterstützung auch ohne Vereinsbeiträge oder anderem.

  5. 17.

    Tolles Spiel. Gratulation nach Leipzig. Weiter so. Dann klappt es auch mal mit der Meisterschaft.

  6. 16.

    Stimmt. Aber die sogenannten Anhänger der sog. traditionellen Vereine haben eben andere Vorstellungen. Der sportliche Erfolg steht hinter dem Vereinsleben zurück. Daher auch die giftigen Kommentare gegen andere Meinungen. Für mich soll Fußball unterhalten und Spaß machen. Die Spielweise und der Erfolg der Leipziger entsprechen diesem Anspruch. Vereinsleben brauche ich nicht. Besonders beim Fußball ist das eh völlig niveaulos. Traditionen sind eher was für Konservative. Moderne Denke setzt auch andere Vorgehensweisen voraus. Leipzig wird wenigstens dem FCB etwas nahe kommen können. Und der Schnee von Gestern interessiert mich nicht. Nur in der Gegenwart und der Zukunft spielt die Musik. Reaktionäre denken eher an das was war.

  7. 15.

    Zitat: "Wie wird man ein Traditionsverein?"

    Sicher nicht allein aufgrund der Zeit seines Bestehens oder eingeheimster Titel, sondern bsw. auch dadurch, wie man mit seinem Anhang umgeht. Red Bull Leipzig hat gerade mal 21 eingetragene Mitglieder und weitere sind nicht erwünscht. Denn diese könnten sich ja in die Belange des Klubs einmischen und nicht nur als Konsumenten des Eventanbieters ins Stadion pilgern wollen.

    Hier noch was 'Schönes':

    https://mobile.twitter.com/RBLeipzig/status/1528320030278033409?ref_src=twsrc%5Egoogle%7Ctwcamp%5Eserp%7Ctwgr%5Etweet

  8. 14.

    Den sportlichen Aspekt spreche ich den Spielern nicht ab, jedoch jetzt das Wort Tradition als rückwärtsgewand anzuführen, ist ziemlich behäbig.
    Welche Tradition im Vergleich zur Gründungs- und Laufbahn des Freiburger SC hat bitte die Brausebude als Namensgeber des jetzigen Clubs, dessen Ursprünge als Club in 2009 gekauft und dessen Geschichte geerdet wurde?
    Wenn Geldgier eine Tradition ist, haben Sie natürlich Recht.

  9. 13.

    Sollte nicht doch besser der sportliche Wettstreit entscheiden?

    P.S. Wie wird man ein Traditionsverein? Und zum nachdenken: Hier sind auf einmal Privilegien, Tradition u.ä. nicht „rückwärtsgewandt“?

  10. 12.

    Mit Sicherheit nicht hauptsächlich durch Brause, die im Firmenkonstrukt Spieler tauscht usw.
    Das der Fussball leider zu einer Geldschlacht wurde, bestreite ich nicht.
    Das RetortenBabys keinerlei Tradition haben können, vor allem, wenn ein Verein gekauft, dessen Geschichte vernichtet, umbenannt und dann durch eine Firma, an deren Händen viel Blut verunglückte Piloten, Basejumper usw,, klebt, weil der Firmengründer nur sich selbst und keinerlei Rücksicht kennt, ansonsten null Sozialkompetenz zu eigen hat, solchen Clubs kann ich keine Sympathie geben.
    Die reine sportliche Leistung kann man anerkennen, aber ein Traditionsclub hätte es mehr verdient.

  11. 11.

    Manch einer will es nicht verstehen. Es gibt einen Unterschied gegenüber Sport-Vereinen, die durch ihre erfolgreiche Arbeit Geld verdienen und Sponsoren gewinnen und Konstrukten, die einzig zum Gewinne generieren geschaffen wurden und wo es nur scheinbar um Sport geht.

  12. 10.

    Glückwunsch Leipzig. Endlich geschafft. Gute Mannschaft, guter Trainer. Freiburg war ein ebenbürtiger Gegner. Es war ein spannendes Finale.

  13. 8.

    Der Fußball ist tot.
    Ruhe in Frieden.

  14. 6.

    Gratulation nach Leipzig.

  15. 5.

    So spannend kann ein Fussball Pokalfinale sein, wenn der fcbayern und bvb nur in der Rolle von Zuschauer sind!
    Es wird höchste Zeit, dass wieder einmal auch in der Bundesliga in die Phalanx eingebrochen wird.
    Nur Unsummen allein tun es nicht, wie big City schmerzhaft zeigt.
    Sportliche Glückwünsche und eine Büchse „zzisch“ darauf.

  16. 4.

    Was ein trauriger Tag.

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