2:1 gegen Altglienicke - Viktoria sichert sich in dramatischer Schlussphase den Berliner Landespokal

Sa 21.05.22 | 18:34 Uhr | Von Johannes Mohren
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Viktoria Berlin feiert den Landespokalsieg (Quelle: imago images / Andreas Gora)
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Video: rbb UM6 | 21.05.2022 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images / Andreas Gora

Bis zur 90. Minute führte Altglienicke mit 1:0 und sah wie der Berliner Landespokal-Sieger aus. Doch Viktoria schaffte eine Last-Minute-Wende. Der Drittliga-Absteiger traf doppelt in der Nachspielzeit. Nach dem Spiel verabschiedete sich der Trainer.

Viktoria Berlin hat eine Woche nach dem tränenreichen Abstieg in die Regionalliga die Saison mit einem emotionalen Erfolg abgeschlossen: Im Berliner Landespokalfinale setzte sich das Team von Trainer Farat Toku nach zwei Treffern in der Nachspielzeit mit 2:1 (0:1) gegen die VSG Altglienicke durch und zieht somit in die erste Runde des DFB-Pokals ein. Für Viktoria ist es - inklusive der Vorgängervereine - der achte Triumph im Landespokal.

Trainer Farat Toku tritt bei Viktoria zurück

Viktoria kontrolliert, Altglienicke trifft

Viktoria kontrollierte vor rund 1.200 Zuschauern im Mommsenstadion von Beginn an die Partie. Der Drittliga-Absteiger hatte mehr Ballbesitz - und auch die ersten Chancen. Nach elf Minuten konnte Altglienicke eine Ecke von Enes Küc nicht richtig klären, Björn Jopek rauschte am Elfmeterpunkt mit langem Bein in den Ball und beförderte ihn nur denkbar knapp über die Latte. Wenig später war es Innenverteidiger Jakob Lewald, der vor VSG-Keeper Leon Bätge auftauchte, den - nur zögerlich herauslaufenden - 24-Jährigen umkurvte, dann aber aus spitzem Winkel nicht mehr das Tor traf (17.).

Altglienicke spielte sehr abwartend. Aktionen nach vorne blieben eine absolute Seltenheit - im gegnerischen Strafraum tauchte das Team von Trainer Karsten Heine fast gar nicht auf. Bis zur 40. Minute: Da flankte Stephan Brehmer aus dem linken Halbfeld und Tugay Uzan erzielte das 1:0. Viktoria-Torwart Philip Sprint sah bei der Kopfball-Bogenlampe nicht glücklich aus. Es war eine überraschende Führung, die Altglienicke offensiven Rückenwind gab. Kurz darauf schloss Florijon Belegu aus halbrechter Position ab, dieses Mal parierte Sprint sicher (42.).

Vergebliches Drängen

Die zweite Hälfte begann ähnlich wie die erste. Viktoria drängte nach vorne und auf den Ausgleich - und das mit Vehemenz. Gleich zweimal wurde es in den Minuten unmittelbar nach der Pause richtig gefährlich. Zunächst drang Moritz Seiffert über die linke Seite in den Strafraum ein, ließ mehrere VSG-Verteidiger aussteigen, scheiterte schlussendlich jedoch an Bätge (49.). Dann kam Patrick Kapp nach einer Ecke am zweiten Pfosten mit dem Kopf an den Ball, legte nach innen - und 1,94-Innenverteidiger-Hüne Philipp Zeiger konnte so gerade noch klären (50.).

Die spielerische Überlegenheit von Viktoria war nun drückend - und Küc hätte den Drittliga-Absteiger nach einer knappen Stunde eigentlich mit dem Ausgleich belohnen müssen: Der 25-Jährige entledigte sich seiner Gegenspieler, stand schließlich frei vor dem VSG-Tor, aber im Eins-gegen-Eins-Duell behielt erneut Torwart Bätge die Oberhand (59.).

Packendes Finish

Altglienicke kam in dieser Phase nur sporadisch in die gegnerische Hälfte - doch wenn sie dort auftauchten, wurde es zumeist gefährlich. Der eingewechselte Paul Manske hatte 25 Minuten vor Schluss binnen kurzer Zeit gleich zwei gute Chancen zum 2:0. Und die VSG setzte nach. In der Schlussphase wurde der Regionalligist zunehmend offensiver und das Spiel ausgeglichen. Möglichkeiten gab es nun auf beiden Seiten - die größte erneut für Altglienicke: In der 73. Minute scheiterte erst Johannes Manske an Viktoria-Keeper Sprint, dann rettete Lewald beim Nachschuss gegen Uzan auf der Torlinie und verhinderte somit die Vorentscheidung.

Viktoria versuchte noch einmal alles. Alexander Hahn schoss einen Freistoß aus 25 Metern knapp neben das Tor (87.). Der Treffer wollte jedoch nicht fallen - und für das Team von Farat Toku drohte das nächste bittere K.o. binnen sieben Tagen. Doch es folgte eine nicht mehr für möglich gehaltene Wende in drei Akten. Erst sah VSG-Verteidiger Tim Häußler die Gelb-Rote Karte (89.) und dann drehten Lukas Pinckert (90.+1) und Soufian Benyamina (90.+6) die Partie und krönten Viktoria zum achten Mal zum Berliner Landespokalsieger.

Benyamina: "Super Gefühl"

Es sei "ein super Gefühl, dass wir die Saison positiv abgeschlossen haben", sagte Siegtorschütze Benyamina nach der Partie im rbb-Interview - auch wenn der Frust über den Gang in die Regionalliga noch groß ist. "Natürlich ist man in erster Linie enttäuscht über den Abstieg. Aber man freut sich, trotzdem noch irgendwas zurückgegeben zu haben - und dass wir wenigstens für den Verein noch das Geld geholt haben", so der Stürmer. 140.000 Euro bringt der Einzug in den DFB-Pokal, der die Belohnung für den Landespokal-Sieg ist.

Die VSG Altglienicke haderte derweil mit den letzten Minuten. "Man muss ehrlich sein, dass Viktoria über das ganze Spiel gesehen schon ein paar Chancen hatte. Dass noch ein Tor fällt, ist okay. Dass wir noch ein zweites schlucken, geht nicht. Wir müssen uns dann in die Verlängerung retten", sagte Stürmer Johannes Manske. Das sei "sehr, sehr bitter. Wir können den Sack selbst zumachen und dürfen uns am Ende nicht so abkochen lassen".

Sendung: rbb24, 21.05.2022, 18 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

1 Kommentar

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  1. 1.

    Danke, war ein spannendes Spiel!

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