Neuer Hertha-Trainer Sandro Schwarz vorgestellt - "Wir wollen nicht groß über Ziele reden, sondern erstmal machen und fleißig sein"

Mo 20.06.22 | 15:21 Uhr
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Sandro Schwarz bei seiner Vorstellung als Hertha-Trainer. Quelle: imago images/Matthias Koch
Video: rbb24 Abendschau | 20.06.2022 | J. Rüdiger | Bild: imago images/Matthias Koch

Sandro Schwarz ist am Montag offiziell als neuer Hertha-Trainer vorgestellt worden. Er erklärte, wie er den Klub in Zukunft wieder erfolgreich machen will. Insbesondere Fleiß und Ordnung stehen bei dem 43-Jährigen im Fokus.

Nach der Rettung in quasi letzter Minute in der Relegation möchte Hertha BSC in der nächsten Spielzeit wieder stabiler auftreten. Die Unruhe auf und neben dem Platz soll verschwinden und der Fußball wieder mehr in den Vordergrund rücken. Dabei helfen soll Sandro Schwarz. Der neue Trainer wurde am Montag offiziell vorgestellt. Der 43-Jährige erläuterte auf einer Pressekonferenz, wie er sich seine Arbeit in Berlin vorstellt und warum er sich für Hertha entschieden hat.

Sandro Schwarz über …

… seine ersten Tage in Berlin.

Ich bin seit Samstag in Berlin. Ich hatte bereits ein erstes Kennenlernen mit dem Trainerteam und den Mitarbeitern. Das war sehr wichtig. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen. Wir hatten ein Abendessen, bei dem wir die Themen für die nächsten Tage besprochen haben. Am Sonntag habe ich dann die Trainingsplätze und die Infrastruktur besichtigt.

… die letzten Wochen seit der Bekanntgabe seines Wechsels zu Hertha.

Die letzten zweieinhalb Wochen hatten wenig mit Urlaub zu tun. Es standen bereits viele Mitarbeitergespräche per Video-Call an. Ich wollte einen ersten Eindruck bekommen und Abläufe besprechen. Auch die Kaderplanung mit Fredi Bobic und Dirk Dufner lief bereits. Mit Felix Magath habe ich nicht telefoniert. Ich glaube, dass es wichtig ist, sich in der Sommervorbereitung ein unabhängiges Bild zu machen. Wir gehen da unvoreingenommen rein.

… die Kaderplanung.

Wir kennen die Situation und wissen, dass der Kader noch sehr groß ist. Insbesondere weil viele Leihspieler zurückkehren werden. Es geht aber jetzt am Mittwoch erst einmal los und alles weitere wird ein Prozess sein. Die Trainings- und Testspieleindrücke werden zeigen, wie sich der Kader noch entwickelt. Ich finde aber, dass er Geschwindigkeit hat und gezeigt hat, dass er sehr aktiv spielen kann.

… die Entscheidung, zur Hertha zu wechseln.

Ich hatte mit Fredi Bobic einen sehr guten Austausch über die Art und Weise, wie der Verein Fußball spielen möchte. Das ist wichtig, ich mag es nicht, wenn ein Trainer kommt und allein bestimmt, wie gespielt wird. Ich hatte sehr schnell ein gutes Gefühl und weiß, dass es eine sehr herausfordernde Aufgabe ist, auf die ich mich sehr freue.

… Herthas erfolgreiche Relegation gegen den HSV.

Die Spiele habe ich als Hertha-Fan verfolgt. Insbesondere das Rückspiel fand ich sehr beeindruckend, wie intensiv in einem solchen Druckspiel Fußball gespielt und die Schlüsselmomente für sich entscheiden wurden. Ein anderer Ausgang hätte allerdings auch keine Auswirkung gehabt. Ich habe die Aufgabe unabhängig von der Liga angenommen. Natürlich habe ich mich aber darüber gefreut, dass sie es geschafft haben.

… seine eigene Spielidee.

Es ist mir wichtig, dass wir sehr aktiv und mutig sind, eine gute Struktur haben in der Arbeit gegen den Ball. Mit dem Ball wollen wir dann sehr zielstrebig nach vorne spielen. Auch außerhalb des Platzes wollen wir geschlossen als Mannschaft auftreten. Ich bin ein sehr ordnungsliebender Mensch, das gilt nicht nur für den Fußball. Ich bin der Überzeugung, dass eine Struktur Energie und Vertrauen gibt. Wir stellen unsere Ideen an der Videowand vor und wollen sie dann auf dem Trainingsplatz umsetzen. Im besten Fall ist das alles dann im Anschluss in den Wettkampfspielen erkennbar.

Ich bin der Überzeugung, dass eine Struktur Energie und Vertrauen gibt.

Sandro Schwarz über seine Liebe für Ordnung

… den ersten Spieltag und das Duell gegen Union Berlin.

Geiles Spiel, geiles Spiel. Leute, geiles Spiel. Wir haben ein anspruchsvolles Programm, aber es ist doch geil – sofort volle Hütte und ein emotionales Derby am ersten Spieltag. Wir dürfen aber auch das Pokalspiel gegen Eintracht Braunschweig nicht vergessen, das ist auch ein gutes Kaliber.

… die Saisonziele.

Wenn unsere Fans und Zuschauer eine Mannschaft erkennen können, die die Werte von Hertha BSC verkörpert, ist es eine erfolgreiche Saison. Am Mittwoch wird auf dem Trainingsplatz ein Prozess beginnen, in dem wir inhaltlich sehr gut arbeiten müssen. Wir wollen nicht groß über die Ziele reden, sondern erst einmal machen und fleißig sein.

Sendung: rbb24 Abendschau, 20.06.22, 19:30 Uhr

Chronologie der Trainer bei Hertha BSC. (Quelle: imago/Frank Hoermann/SVEN SIMON, imago/M.Ulmer, imago/N.Schmidt, imago/sportfotodienst, imago/O.Behrendt, imago/M.Popow, imago/J.Huebner/Taeger, imago/A.Gora)

5 Kommentare

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  1. 5.

    Ah nee, nicht die alte Ost-West-Laier. Union hat es vorgemacht, was die Berliner mögen. Nun darf, kann und muss Hertha zeigen, dass sie es auch können. Je besser das Hertha hinkriegt, um so spannendere Derby-Spiele haben wir in der Stadt. Das sollte das Ziel sein. Keine Großstadtclub-Manieren. VG

  2. 4.

    Spitzenclub, welchen meinen Sie...... Alba Berlin oder Eisbären andere Spitzenteams sehe ich im Moment nicht.

  3. 3.

    "Wenn unsere Fans und Zuschauer eine Mannschaft erkennen können, die die Werte von Hertha BSC verkörpert, ist es eine erfolgreiche Saison."

    Da ist doch das Ziel. Fragt sich nurnoch, was die Werte von Hertha BSC sind, die alle Fans und Zuschauer erkennen können.

  4. 2.

    "Berlin hat einen Spitzenclub" Der Größenwahn scheint wohl eher im Südosten der Stadt beheimatet. Es stellt sich die Frage, wer hier in Wirklichkeit arrogant und realitäsfern ist.

  5. 1.

    Das Ziel von Schwarz sollte sein seine Gesundheit zu schützen
    Vor dem Arroganten Realitätsfernen Machenschaften der Herthabosse
    Dieser Verein wäre besser in die Bedeutungslosigkeit abgestiegen
    Berlin hat einen Spitzenclub, da braucht Berlin diesen Arroganten Möchtegernspitzenclub nicht

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