Seit mehr als 18 Jahren für Klub tätig - Thomas Herrich ist neuer Geschäftsführer bei Hertha BSC

Di 07.06.22 | 18:06 Uhr
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Herthas neuer Geschäftsführer Thomas Herrich (Bild: IMAGO/Fotostand)
Bild: IMAGO/Fotostand

Herthas Geschäftsführung agiert wieder als Trio: Thomas Herrich stößt als drittes Mitglied zu Fredi Bobic und dem im Oktober scheidenden Ingo Schiller. Der Jurist und Betriebswirt ist beim Berliner Fußball-Bundesligisten seit fast zwei Jahrzehnten tätig.

Thomas Herrich ist bei Hertha BSC zum neuen Geschäftsführer ernannt worden. Das teilte der Fußball-Bundesligist am Dienstag mit. Der Klub stockt damit die Geschäftsführung wieder auf drei Mitglieder auf, nachdem sich Carsten Schmidt im Oktober vergangenen Jahres aus persönlichen Gründen zurückgezogen hatte. Inwieweit Herrich als gleichberechtigter Teil oder aber wie Vorgänger Schmidt als Vorsitzender und CEO in dem Gremium agieren wird, ist noch nicht klar. Zur Geschäftsführung gehören neben Herrich für den Bereich Sport Fredi Bobic sowie für die Finanzen der Ende Oktober scheidende Ingo Schiller.

Aus den eigenen Reihen

Wie der rbb bereits vergangene Woche berichtete, besetzen Präsidium und Aufsichtsrat die vakante Stelle damit aus den eigenen Reihen. Herrich ist diplomierter Betriebswirt, Volljurist und zugelassener Rechtsanwalt und insgesamt seit über 18 Jahren für den Verein tätig. Seit 2009 war er als Prokurist bereits Mitglied der Geschäftsleitung.

Die Berufung Herrichs erfolge "auf einstimmigen Beschluss des Präsidiums in enger Abstimmung mit dem neu gewählten Aufsichtsrat, der am heutigen Dienstag ebenfalls einstimmig die formale Zustimmung zur Bestellung erteilt hat", teilte Hertha BSC mit.

Präsidium: "Herausragend qualifizierter und routinierter Fachmann"

"Wir freuen uns, mit Tom Herrich einen herausragend qualifizierten und routinierten Fachmann als Geschäftsführer für Hertha BSC berufen zu können", wird das Präsidium in der Mitteilung zitiert. Man glaube, mit Herrich "ein wichtiges Puzzleteil für eine erfolgreiche Zukunft von Hertha BSC gefunden zu haben." Der neue Vorsitzende des Aufsichtsrates Klaus Brüggemann lobte Herrich als "eine absolute Führungskraft mit einem bemerkenswerten Lebenslauf", der man in dieser schwierigen Phase des Klubs zutraue, "ohne große Anlaufzeit die erforderlichen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen".

Herrich selbst sagte, es sei ihm "als langjährigem Herthaner eine große Ehre, meinem Herzensverein in nunmehr leitender Funktion als Geschäftsführer dienen zu können. Von daher möchte ich dem Präsidium und dem Aufsichtsrat für das mit meiner Berufung ausgesprochene Vertrauen danken." Es gebe eine Menge Herausforderungen zu meistern und gelte, keine Zeit zu verlieren. "Ich wünsche mir, gemeinsam mit allen Herthanerinnen und Herthanern in eine neue, bessere Zukunft für unseren Club aufbrechen zu können!"

Verein sortiert sich komplett neu

Im Vorfeld der Ernennung von Herrich war vor fünf Tagen Torsten-Jörn Klein als Sprecher und Vorsitzender des Aufsichtsrates von Hertha BSC abgesetzt worden. Klein hatte noch auf der Mitgliederversammlung auf Nachfrage eines Mitgliedes gesagt, dass er Vorsitzender des Aufsichtsrates bleiben wolle und seine Stimme dem externen CEO-Kandidaten Robert Schäfer, zuletzt Geschäftsführer von Zweitligist Hannover 96, geben würde. Es kam anders. Den Vorsitz übernahm Klaus Brüggemann.

Mit dem neuen Mitglied in der Geschäftsführung, der neuen Hierarchie im Aufsichtsrat sowie den Rücktritten von Ex-Präsident Werner Gegenbauer, dem ehemaligen Vize-Präsidenten Thorsten Manske, dem Präsidiumsmitglied Norbert Sauer und der Ankündigung von Finanzboss Ingo Schiller, sein Amt zum 31. Oktober ebenfalls niederzulegen, sortiert sich die Führung des Vereins komplett neu. Im Präsidium sind inzwischen nur noch vier von sieben Mitgliedern übrig: Peer Mock-Stümer, Ingmar Pering, Anne Jüngermann und Fabian Drescher. Wer neuer Präsident von Hertha BSC wird, ist noch offen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 07.06.2022, 18:15 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Also doch noch immer Filz, wer hätte das gedacht. Es geht also „fast“ so weiter wie bisher.

  2. 4.

    Spannend. Viele alte Gesichter in neuer Position.
    An den drängenden Problemen (Kaderumbau, Finanzen usw.) hat sich bisher NICHTS geändert.
    Da fragt man sich, wie es in der kommenden Saison besser werden soll.
    Spannend ebend.

  3. 3.

    Das, gerade auch die Geschäftsstelle (z.B. Fan-und Mitgliederbetreuung) völlig verkrustet und altbacken ist liegt schon seit Jahren auf der Hand.
    Da wurde sich eine kuschlige Wohlfühloase geschaffen, intransparent und unnahbar.
    Hier sehe auch ich sehr großen Handlungsbedarf in Punkto Personal, Ausrichtung und Wirkung.
    Aber:
    Die Uhren wurden auf Null gestellt, die Zeit des Aufbruchs beginnt(hoffentlich!!!).
    Somit sollten wir allen Akteuren im Verein eine Chance geben aus der Vergangenheit die richtigen Schlüsse zu ziehen um sich entsprechend neu aufzustellen und auszurichten; zum Wohle von Hertha BSC !!!
    HaHoHe

  4. 2.

    In spätestens 2 bis 3 Jahren ist Schluss. Denn die Schulden werden nur ein überschaubares Budget für Personalkosten zulassen, ergo wird das Spielerpotential keine viel besseren Ergebnisse liefern können als in der abgelaufenen Saison.
    Oder es gibt nochmal die Rettung mit investiertem Geld, ist allerdings mit dem Risiko verbunden, dass es dann nur wieder verbrannt wird.
    Hertha hat sich in diese ausweglose Lage selbst gebracht: in erster Linie große Managementfehler in den letzten 10 Jahren!

  5. 1.

    Leider nicht gut! Herrich gehört genauso weg wie Schiller. Hertha verpasst damit eine riesen Möglichkeit, ernsthaft etwas zu ändern. Herrich ist jahrelang Leiter der Geschäftsstelle gewesen, hat(te) einen unzeitgemäßen Mitarbeiterstamm um sich, die alles sind, nur keine Herthaner oder wenigstens Fussballer. Der Typ verbrennt nur Geld!!

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