Außerordentliche Mitgliederversammlung - Pering will Hertha-Präsident werden, auch Steffel kandidiert

Mo 13.06.22 | 21:02 Uhr
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Ingmar Pering grüßt vom Dampfer (Quelle: IMAGO / Matthias Koch)
Bild: IMAGO / Matthias Koch

Ingmar Pering wird als Präsident von Hertha BSC kandidieren. Das bestätigte er dem rbb. Zuvor hatte die "Bild" berichtet. Pering ist auch Teil des aktuellen Präsidiums des Fußball-Bundesligisten. Nach den Rückzügen von Werner Gegenbauer und dessen Stellvertreter Thorsten Manske führt er es bis zur außerordentlichen Mitgliederversammlung am 26. Juni interimsweise als Sprecher an.

Pering: "Zerrissenheit des Vereins kitten"

"Aktuell steht der Verein vor einem Berg von Problemen. In der jetzigen Situation sind Erfahrung und profunde Kenntnisse gefragt", sagte Pering dem rbb. Er sei sich bewusst, dass viel zu erledigen sei. "Zuerst müssen wir die Zerrissenheit des Vereins kitten und die Parteien zusammenführen. Auch gilt es, die dringendsten finanziellen Probleme des Vereins anzupacken", so der 56-Jährige zu seiner Kandidatur.

Pering ist derzeit einer von zwei öffentlich bekannten Kandidaten auf das Amt. Auch der Unternehmer und ehemalige Ultra Kay Bernstein wird sich den Mitgliedern zur Wahl stellen. Wie die "Bild" [Bezahlschranke] berichtet, präsentierte sich am Montagnachmittag eine große Zahl weiterer Bewerber dem Aufsichtsrat.

Auch Füchse-Präsident Frank Steffel kandidiert

Darunter auch der langjährige Bundestagsabgeordnete Frank Steffel. Im Fall seiner Wahl am 26. Juni müsste Steffel dafür vorzeitig als Präsident des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin abtreten. "Hertha braucht Ruhe und Gemeinsamkeit“, schrieb Steffel am Montagabend auf seinem Twitter-Account. "Nach 17 außergewöhnlich erfolgreichen Jahren als Präsident der Füchse Berlin ist diese Herausforderung natürlich eine schwierige Entscheidung für mich, aber das Gespräch mit dem neuen Aufsichtsrat stimmt mich sehr zuversichtlich für die Zukunft von Hertha BSC", erklärte er. Die Mitglieder von Hertha BSC müssten nun entscheiden, ob sie ein "Weiter so" oder einen Neuanfang wollten.

Steffel war für die CDU in Berlin 2001 Spitzenkandidat bei den Wahlen zum Abgeordnetenhaus, die der damalige Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit von der SPD gewann. Von 2009 bis 2021 gehörte der 56-Jährige dem Bundestag an und engagierte sich dort in der unter anderem im Sportausschuss.

Drescher will Vizepräsident werden

Fabian Drescher - wie Pering Mitglied des derzeit vierköpfigen Präsidiums - hatte derweil bereits am Sonntag verkündet, Vizepräsident werden zu wollen.

Auf dieses Amt dürfte auch Peer Mock-Stümer schauen. Er werde dabei an der Seite von Ingmar Pering kandidieren, berichtet die "Bild".

Sendung: rbb24 Inforadio, 13.06.2022, 12:15 Uhr

18 Kommentare

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  1. 18.

    Prima, dass der BCC nicht abgestiegen ist - kein Verein in der 1. Bundesliga ist so ulkig...
    Ich durfte grade lesen, dass ein Ziel von Steffel sei, Hertha in den Europacup zu führen, weil eine internationale Stadt wie Berlin auch internationalen Fußball sehen will...
    Da schwingt ja echter Sachverstand mit!
    Union ist weiß Gott nicht mein Verein, aber das Köpenick ausgemeindet wurde, muss mir echt entgangen sein...

  2. 17.

    Steffel, der Berliner Kennedy?
    Die besten Geschichten schreibt die Big City Erna, ich habe keine Angst vor dem jährlichen Sommerloch.

  3. 16.

    Ohje, Frank Steffel, der große *hust* Anpacker, versucht sich gerade Liebkind bei den Ultras zu machen, die er in der Vergangenheit pauschal als Radaubrüder bezeichnet hat, welche Familien und friedliebende Fans gefährden. Aber nicht nur das. Er will Hertha nach Europa führen und meint: "Die Berliner haben den Traum, dass in einer Internationalen Stadt auch internationaler Sport geboten wird."

    Diese hohle Phrase lässt allerdings ausser Acht, dass für viele Berliner dieser Traum bereits zum zweiten mal nacheinander in Erfüllung gegangen ist. Aber vlt. sind für Steffel ja nur Hertha Anhänger echte Berliner . . . würde jedenfalls zu seinem piefigen altes-West-Berlin Image passen.

  4. 15.

    https://www.kicker.de/hanning-im-interview-ueber-steffel-eine-riesenchance-fuer-hertha-905741/artikel

  5. 14.

    Frank Steffel?
    Ganz großes Hertha-Kino!

    Wer nichts wird, wird Hertha-Präsident!

    Köstliche Meldung!
    Danke für das Lächeln am Nachmittag!

  6. 13.

    Danke für den Kommentar, da haben Sie mir eine Arbeit abgenommen. Ist es noch erwähnenswert, wenn einem Politiker der Doktorhut verloren geht? Da kommt man schon garnicht mehr mit. Hoffentlich gewinnt er, dann kann er ja mal zeigen was er kann.Als Regierender ist er uns ja erspart geblieben.

  7. 12.

    Von dem Herrn Steffel habe ich ja lang nichts mehr gehört. Dem Teppichverkäufer, dessen Promotion (Doktorgrad) aberkannt wurde, ist natürlich ein geeigneter Kandidat um die Hertha aus dem Sumpf zu ziehen. Köstlich! Dieser "Big-City-Club", oder darf man hier schon "Klupp" schreiben, reißt eine Provinzposse nach der anderen. -Neues aus Schilda- sollte in die Vereinssatzung geschrieben werden. Diese Schildbürgerstreiche sind einfach köstlich. Moment, noch schnell eine Glocke um den Hals und eine Kerbe ins Boot, damit wir uns die Stelle besser merken können...
    Chapeau!

  8. 11.

    Hr. Pering wäre kein Neuanfang und Hr. Steffel hat keinerlei Fachkenntnis im Fußball was ihn legitimieren würde Präsident von Hertha BSC zu sein. Einziger Pluspunkt wäre evtl. das politische und wirtschaftliche Netzwerk was ein Hr. Steffel mitbringen könnte.
    Nun, bleibt Hr. Bernstein der zumindest von der Basis kommt.
    Ob das reicht einen Verein zu führen sei dahin gestellt.
    Für mich persönlich überzeugt mich kein Kandidat zu 100% bisher.
    HaHoHe

  9. 10.

    Sie scheinen hier etwas zu verwechseln. Es war die Rede von einem grundsätzlichen Neuanfang und wenn man den wirklich will ist Herr Pering einfach der falsche Mann.

  10. 9.

    Eine Wahl hatte Herr Steffen ja schon mal gewonnen : . Das Berliner Stadtmagazin tip wählte Steffel zum „peinlichsten Berliner“ des Jahres 2001.( Wikipedia Eintrag ).

    Ich kann mich noch erinnern an ihn als den konservativsten CDUler Berlins .

  11. 8.

    Frage mich, wo Frank Steffel seine Legitimation hernimmt, Hertha Präsident zu werden. Es geht ihm doch augenscheinlich nur um die Befriedigung seiner persönlichen Eitelkeiten. Erst Füchse, jetzt Hertha, Hauptsache Präsident.

  12. 7.

    Herr Pering hat bereits auf der MV im Mai 2012 versucht, Gegenbauer und Preetz los zu werden und ist damals (leider) an der Mehrheit der Mitglieder gescheitert. Mehr Opposition als Pering ging wohl kaum. Pering gehörte auch nicht zu den auserwählten vier Zeichnungsberechtigten Gegenbauer (zurückgetreten), Manske (zurückgetreten), Sauer (zurückgetreten) und Drescher (will Vize werden).

  13. 6.

    Sie können ihm ja schlecht verbieten zu kandidieren. Er wäre dann ein Kandidat von vielen. Ihr Kommentar ergibt überhaupt keinen Sinn.

  14. 5.

    Weshalb denn? Pering ist wirklich der einzige, der nicht "geklüngelt" hat.

  15. 4.

    Dann wird weiter geklüngelt wie bisher. Für den Zusammenhalt hätte er jetzt schon sorgen können. Einfach nur Profilierungssucht genau wie bei H. Stürmer.

  16. 2.

    Keine gute Wahl. Der ist noch vom Klüngel übrig geblieben und sollte auch lieber den Schuh machen.
    Dumm ist nur, dass es keinen geeigneten Kandidaten gibt.
    Der andere Kandidat, der ehemalige "Megafon-Vorsänger", scheint mir aufgrund der Tatsache, dass der Investor ja eine nicht geringe Rolle spielt, auch nicht ideal. Mal sehen, wer noch so alles hinter seinem Stein vorgekrochen kommt.

  17. 1.

    Sollte es denn nicht einen kompletten Neuanfang bei der Hertha geben?

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