#girlssoccerweek in Brandenburg - Mädchen sollen Spaß am Fußball entdecken

So 03.07.22 | 17:59 Uhr
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Mädchen beim Fußballspielen (Quelle: imago/Alfred Harder).
IMAGO / Alfred Harder
Video: rbb24 | 05.07.2022 | Caroline Labes | Bild: IMAGO / Alfred Harder

Seit Jahren spielen in Brandenburg immer weniger Frauen und Mädchen Fußball im Verein. Mit der Aktionswoche #girlssoccerweek möchte der Verband ab Montag gegensteuern und zeigen, wie viel Freude der Fußball machen kann.

Die #girlssoccerweek soll Spaß machen, Neugier wecken und so der Krise des Frauenfußballs in Brandenburg entgegenwirken. Der Fußball-Landesverband Brandenburg und die Brandenburgische Sportjugend wollen Mädchen und junge Frauen für die Vereine gewinnen. "Wenn die sagen: 'Das hat Spaß gemacht! Wo kann ich das bald nochmal machen?', dann ist das ein Erfolg," sagt Verbandstrainerin Claudia Mandrysch.

Ab Montag tourt Mandrysch mit der #girlssoccerweek durch Brandenburg und ist jeden Tag an einem anderen Standort zu Gast. Jedes Mädchen, jede Frau soll einfach vorbeikommen, und vor Ort spielen können. "Wir haben eine 3-gegen-3 Straßenfußballanlage, eine riesige Dartscheibe, auf die wir mit dem Fußball schießen können, oder auch eine überdimensionierte Tischfußballanlage. Ganz bestimmt finden wir für jede etwas." An manchen Tagen steht auch das Mobil des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) vor Ort, an dem Mädchen dann verschiedene Fußball-Parcours ausprobieren oder spielerisch Technik-Tests absolvieren können.

Stationen der #girlssoccerweek

4. Juli Sportplatz Falkensee, In der Rosentrasse 1 ab 10 Uhr
5. Juli Stadion der Freundschaft, Frankfurt (Oder) ab 10 Uhr
7. Juli Cottbus, Lokstadion ab 10 Uhr
8. Juli Brandenburg an der Havel, Stadion am Quenz ab 10 Uhr
9. Juli SV Babelsberg 74, Rudolf-Breitscheid-Str. 173 Potsdam ab 10:30 Uhr

Mandrysch hat früher selbst hochklassig gespielt: FCR Duisburg, Essen-Schönebeck, DFB-Nationalmannschaft. Die heutige Krise des Frauenfußballs bereitet ihr Sorgen. "Leider ist das in ganz Deutschland so, aber in Brandenburg besonders: Seit etwa fünf Jahren gibt es immer weniger Frauenfußballmannschaften. Gleichzeitig boomt Frauenfußball aber in vielen anderen Ländern."

Natürlich könne eine einzige Woche so einen Trend nicht stoppen. Mehr Mädchen und Frauen in den Vereinen, und mehr Mannschaften insgesamt, sei dennoch das Ziel. Bei der Aktionswoche aber gehe es nun vor allem darum, "dass Mädchen vorbeikommen und ein bisschen zocken". Alles andere sei der zweite Schritt, so Mandrysch.

"Fußball macht Mädchen stark und selbstbewusst."

Erfolge der DFB-Nationalmannschaft, die zunehmende Professionalisierung der Bundesliga und das wachsende gesellschaftliche Verständnis, dass Fußball eben kein "Männersport" ist, haben lange zu einem Wachstum des Frauenfußballs in Deutschland geführt. Warum dann gibt es nun eine Krise? Die Ursachen werden laut Mandrysch aktuell noch vom DFB untersucht. Ein Stück weit ließe sich das sicher mit der Krise des gesamten Vereinssports in Deutschland erklären. Im Flächenland Brandenburg kämen vermutlich noch die weiten Wege hinzu. "In manchen Gegenden dauert ein Fußballspiel mit Hin- und Rückfahrt einen ganzen Tag. Das ist vielen Jugendlichen zu viel." Daher gelte es, neben der Vermittlung von Spaß auch neue Spielformen zu entwickeln. "Fußball ist ein toller Mannschaftssport, der alle zusammenbringt," wirbt Mandrysch. "Und gerade Mädchen und Frauen werden durch Fußball extrem stark und selbstbewusst."

Man hört Mandrysch eine tiefe Dankbarkeit und eine Begeisterung für den Fußball an. Wenn letztere in der #girlssoccerweek auf ein paar Mädchen überall in Brandenburg überschwappt, könnte die Aktionswoche für den Verband zu einem Erfolg werden.

Sendung: rbb24, 05.07.2022, 16:00 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Ein sehr schöner und kenntnisreicher Kommentar, Bernd. Danke dafür. Hoffentlich zeigt die Initiative die angestrebte Wirkung und bringt mehr Mädchen dazu, sich frei zu entfalten.

    Der "Schauli" und der "Mecki" scheinen sich weniger für das Thema, als vielmehr für irgendwas anderes zu interessieren. Nun ja, sowas 'muss' bzw. darf es auch geben . . .

  2. 6.

    Mit Claudia Mandrysch steht keine Unbekannte im Dienst dieser landesweiten Aktionswoche. Das sie als als ehemalige Mannschaftskollegin von Martina Voss-Tecklenburg,, Sandra Smisek, Kerstin Stegemann, Inka Grings und Maren Meinert mit dem FCR Duisburg 55 die Deutsche Meisterschaft des Jahres 2000 gewann, ist Schnee von gestern.

    Aber es ist eine einzigartige grundlegende Expertise von Energie und Liebe zum Fußball, die Claudia persönlich geprägt hat. Wenn in diesen Tagen viele Mädchen die 'Girls Soccer Week' besuchen werden, wird Claudia die Zukunft bewegen und sichtbar zeigen können, das 'Fußball mehr kann', liebe Eltern, schickt eure Mädchen zu der Super Gelegenheit auf fünf Plätzen. Es wird sich lohnen, dabei zu sein und die Motivation eurer Kids in die richtigen Bahnen lenken.

  3. 5.

    Warum werden Jungen / Männer bei dieser Aktion wegen ihres Geschlechts/Genders diskriminiert?
    Haben Sportvereine kein Interesse mehr an nicht-weiblichen Spielenden?

  4. 4.

    Mädchenfussballwoche klingt wohl zu profan, oder kommen die alle aus dem englisch sprachigen Raum? Ist es schon soweit, dass man sich der deutschen Sprache schämt?

  5. 3.

    Der Fußballlandesverband hat den Niedergang des brandenburger Fußballs maßgeblich mitverschuldet. Ich erinnere nur an die völlig Realitätsfremde Entscheidung, nur noch Großfeldteams zuzulassen, die auch Mädchenteams das Fußballspiel ermöglichen. Bei einem Blick auf die Orte und Vereinsstrukturen war ein Rückgang der aktiven Mannschaften daher zu erwarten.

    Hinzu kommt, dass Brandenburg in der Breite kein echtes Interesse für die Mädchen und Frauen mitbringt. Sie sind vermehrt immer noch der letzte in der Schlange, wenn es um Unterstützung geht.

    Schade. Aber Soccer hilft leider nicht viel. Lieber Fußball und das Nachhaltig und nah an den realen Problemen, dann klappt es auch wieder mit den Zahlen.

  6. 2.

    Wenn das ewige hin und her mit Corona vorbei ist, werden sicher auch Mädchen wieder Fußball spielen wollen.

    Sollte das mit den Verboten kein Ende finden, wird der gesamte Breitensport sterben: Niemand wird warten können, bis letzte Bedenken aller „Experten“ ausgeräumt sind.

    Dann spielt die Jugend lieber was anderes und wird evtl auch dabei bleiben.

  7. 1.

    "#girlssoccerweek" - eine prima Aktion vom englischen Fußballverband!! Könnte sich der DFB im Rahmen einer "Mädchenfussballwoche" mal zum Vorbild nehmen. ;-)

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