32. German Open Wheelchair - "Geht darum, dass diese großartige Sportart in die Welt getragen wird"

Di 05.07.22 | 16:58 Uhr | Von Shea Westhoff
Rollstuhltennisprofi Petra-Katharina Krüger (Bild: Emily Wabitsch dpa/lni)
dpa
Video: rbb24 | 06.07.2022 | Caroline Labes | Bild: dpa

Ab Mittwoch empfängt der BTTC Grün-Weiss zu Deutschlands wichtigstem Rollstuhltennis-Event: den German Open Wheelchair. Es ist das höchstdotierte Turnier seiner Art. Doch die Funktion des Wettbewerbs reicht über den Erfolg hinaus.

Während in Wimbledon der wohl prestigeträchtigste Tennis-Wettbewerb in seine finale Phase geht, startet in Berlin mit den "German Open Wheelchair" am Mittwoch das deutschlandweit wichtigste Rollstuhl-Tennisturnier.

Der Stellenwert des Berliner Turniers (6.-10. Juli) ist hoch, geht es für die Akteure immerhin um Weltranglistenpunkte. Es ist das höchstdotierte Rollstuhltennis-Event in Deutschland, gespielt wird um ein Preisgeld von insgesamt 22.000 Dollar, das unter den verschiedenen Siegern und Platzierten ausgeschüttet wird.

Turnier startet zum ersten Mal seit 2019

Seit 2012 ist der BTTC Grün-Weiss im Wechsel mit den Zehlendorfer Wespen Ausrichter des Turniers. Nach einer pandemiebedingten Pause findet das Tennis-Meeting nun zum ersten Mal seit 2019 wieder statt. Die koordinativen Anforderungen für die Athletinnen und Athleten gelten dabei als enorm: schnelle Richtungswechsel, hartes Bremsen, genaues Timing beim Stoppen und Schlagen.

"Es ist eine Koordination von zwei Sportgeräten in einem", sagt Turnierdirektor Martin Melchior vom BTTC Grün-Weiss. Immerhin geht es nicht nur darum, mit dem Schläger einen Tennisball zu schlagen – gleichzeitig müsse auch der Rollstuhl manövriert werden. "Es ist wirklich beeindruckend." Die Regeln unterscheiden sich dabei nur in einem Punkt vom Tennis ohne Rollstuhl: statt einmal darf der Tennisball beim Wheelchair-Tennis zweimal auf dem Boden aufkommen.

In anderen Ländern gebe es zwar noch populärere Turniere, sagt Melchior. "Entweder weil man einen Superstar hat, wie etwa die Australier den mehrfachen Grand-Slam-Sieger Dylan Alcott, der mittlerweile seine Karriere beendet hat. So einer ist natürlich ein absoluter Publikumsmagnet." Oder weil mehr investiert wird, wie etwa in Japan und den Niederlanden.

Relaxte Stimmung, trotz Hochleistungen

Doch auch in Berlin gebe es zahlreiche Spielerinnen und Spieler, auf die sich das Publikum freuen dürfe: Ein Aushängeschild des diesjährigen Wettbewerbs ist mit Katharina Krüger eine gebürtige Berlinerin. Die 31-Jährige spielt bei den Zehlendorfer Wespen, ist vierfache Paralympics-Teilnehmerin und gehört seit mehr als einem Jahrzehnt zur Weltspitze.

Im Fokus stehen auch die Zwillinge Marcus und Max Laudan, die ebenfalls als gebürtige Hauptstädter "nicht nur die deutsche, sondern auch die Berliner Flagge hochhalten", so Martin Melchior.

Die Atmosphäre beim Turnier gilt als besonders. Es herrsche Jahr für Jahr eine positive und freundliche Atmosphäre, so Melchior. 60 Ballkinder sind über die Turniertage aktiv, dazu 40 freiwillige Helfer. "Das sorgt für diese familiäre, sehr freundliche und offene Stimmung." Dazu freuten sich die Spielerinnen und Spieler über die Bühne, die Berlin ihnen bietet "und sind relaxt, trotz aller Höchstleistungen, die sie bringen." Der Eintritt für das Event auf dem Court des BTTC in Lichterfelde ist frei.

Turnier zeigt, "was alles möglich ist"

Es gehe bei den German Open von Berlin nicht nur um die Ermittlung der Sieger, sagt Martin Melchior. "Es geht darum, dass diese großartige Sportart in die Welt getragen wird". Auch als Werbung für den potenziellen Tennisnachwuchs habe das Treffen eine wichtige Funktion. Natürlich sei es spannend, dass so viele Tennisspieler aus der Weltspitze miteinander konkurrieren. Aber möglicherweise schaffe das Turnier ja zusätzlich die Möglichkeit, "dass Freizeitspieler und Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer aufgezeigt bekommen, was alles möglich ist."

Sendung: rbb24, 06.07.2022, 16:00 Uhr

Beitrag von Shea Westhoff

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