2:1 zum Rückrundenstart - Scherhant, Gersbeck und das Aluminium sorgen für Hertha-Sieg in Paderborn

So 19.01.25 | 18:15 Uhr
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Michael Cuisance nach seinem Elfmetertor
Audio: Antenne Brandenburg | 19.01.2025 | Burkhard Hupe | Bild: IMAGO/Ulrich Hufnagel

Gelungener Rückrunden-Auftakt, trotz zahlreicher Ausfälle: Hertha BSC gewinnt in Paderborn und wahrt damit den Anschluss an die obere Tabellenhälfte. Außer Effektivität war bei den Berlinern am Sonntag auch viel Glück dabei.

  • Hertha gewinnt erstes Ligaspiel seit dem 29. November
  • Frühes Gegentor wird durch Schiedsrichter aberkannt
  • In der Tabelle bleibt Hertha vorerst auf dem 12. Platz

Zum Auftakt in die Rückrunde der 2. Fußball-Bundesliga hat Hertha BSC einen Auswärtserfolg gefeiert. Beim SC Paderborn gewann das Team von Cristian Fiél am Sonntag mit 2:1 (1:0). Die Treffer für die Gäste vor 14.280 Zuschauern erzielten Derry Scherhant (16. Minute) und Michael Cuisance (69., Elfmeter). Für Paderborn traf Sven Michel (90.+4).

Für Hertha war es der erste Erfolg nach zuvor vier sieglosen Pflichtspielen.

Der Spielverlauf

Die Rückrunde begann bei Hertha standesgemäß mit Personalproblemen. Zu den erwarteten Ausfällen Jeremy Dudziak, Bilal Hussein, John Anthony Brooks und Fabian Reese reihten sich auch noch Torwart Tjark Ernst (muskuläre Probleme) und Diego Demme (Trainingsverletzung in Folge eines Kopftreffers mit dem Ball).

So stand Ersatztorwart Marius Gersbeck zwischen den Pfosten – und war nach nicht mal vier Minuten machtlos. Nachdem Kevin Sessa im eigenen Strafraum ausrutschte, kam Paderborns Angreifer Felix Platte an die Kugel und leitete mit einem Querpass auf den einschiebenden Filip Bilbija die vermeintliche Führung ein. Glück für Hertha: Die Videoüberprüfung ergab, dass offenbar Bilbijas Fußspitze ins Abseits geragt hatte.

Nach einer Viertelstunde sorgte ein Geniestreich von Derry Scherhant dafür, dass die bis dahin drückende Überlegenheit der Gastgeber zerbröselte. Auf der linken Seite streichelte er den Ball mit drei, vier, fünf Berührungen in Richtung Strafraum, ließ dann mit einem plötzlichen Richtungswechsel Verteidiger Laurin Curda aussteigen und vollendete mit einem Schlenzer ins lange Eck (16.).

Danach gewannen die Gäste die Spielkontrolle. Die zentrale Achse aus Michael Cuisance, Kevin Sessa und Maza gab der Mannschaft die nötige Stabilität. Weitere Torgefahr im ersten Durchgang blieb allerdings aus. Nach einem Eckstoß hätten wiederum die Paderborner die Möglichkeit zum Ausgleich gehabt, weil Gersbeck sich verschätzte und am Ball vorbei rauschte. Scheller kam an die Kugel, verfehlte aber bei seinem Schussversuch das Tor.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs wurde es brenzlig für Hertha. Erst parierte Gersbeck einen Abschluss von Aaron Zehnter prächtig, dann schepperte das Berliner Gebälk, nachdem Bilbija den folgenden Eckstoß an die Latte verlängerte. Doch auch der Paderborner Treffer hätte nicht gezählt - Abseits.

Dann entlud sich ein ungläubiger Aufschrei im Paderborner Stadion: Nahe der Grundlinie wurde Scherhant von dem auf dem Boden liegenden Curda in die Bein-Zange genommen, der Angreifer fiel zu Boden - Strafstoß der Marke "Naja". Michael Cuisance versenkte diesen jedenfalls unhaltbar im Eck (69.).

Paderborn sollte an diesem Tag im Pech bleiben, oder Hertha im Glück, je nachdem: Fünf Minuten vor Schluss wandte sich der eingewechselte Paderborner Sven Michel im Strafraum um seinen Gegenspieler, zog frei ab und scheiterte am Pfosten. Gersbeck wäre chancenlos gewesen.

In der Nachspielzeit sorgte der zuvor unglückliche Michel doch noch für den Anschlusstreffer – mehr aber auch nicht.

Derry ScherhantUnterschiedsspieler: Herthas Derry Scherhant

Spieler des Tages

Das Führungstor traumhaft selbst erzielt, dann den Elfmeter herausgeholt, der zur Entscheidung führte: Wo Derry Scherhant wirbelte, wurde es gefährlich. Die Leistung des 22 Jahre alten Berliners war entscheidend dafür, dass sein Team eine Partie, auf die es zunächst keinen Zugriff gewann, letztlich auf seine Seite ziehen konnte.

Was war denn da los?

Kalibrierte Aufregung: Das vermeintliche 1:0 für Paderborn nach gut drei Minuten nahm Schiedsrichter Florian Heft zurück. Der VAR hatte auf eine Abseitsposition aufmerksam gemacht, die allerdings mit bloßem Auge nicht nachzuvollziehen war. Die Fußspitze des Torschützen Bilbija soll sich in der Millisekunde des Abspiels von Felix Platte vor Toni Leistners Körper befunden haben. Für das interessierte Fußballpublikum an den Endgeräten ließ sich dieser Tatbestand nicht verifizieren. Anders gesagt: Hätte das Tor gezählt, es hätte wohl niemand Anstoß daran genommen.

Zählbares

  • 21 Torschüsse der Hausherren standen lediglich 10 Abschlüsse der Berliner gegenüber
  • Zweimal scheiterte Paderborn am Aluminium, einmal davon allerdings aus Abseitsposition
  • Mit seinem sechsten Saisontreffer ist Derry Scherhant nun Herthas Toptorschütze

Stimmen zum Spiel

Cristian Fiél (Trainer Hertha BSC): "In der ersten Halbzeit haben wir es wirklich gut verteidigt. Wir wissen auch, gegen wen wir heute gespielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir den einen oder anderen Standard und die ein oder andere Flanke zu viel zugelassen. Aber wir haben uns mit allem, was wir haben, reingeschmissen. So muss es sein, wenn du erfolgreich sein willst."

Derry Scherhant (Hertha BSC): "Wir hatten in der Hinrunde ein paar Spiele, die wir aus der Hand gegeben haben, wir haben öfters geführt und dann doch noch verloren oder Unentschieden gespielt. Deswegen finde ich, wir haben es heute super gemacht. Alle haben verteidigt bis zum Gehtnichtmehr, alles reingeworfen. Es war ein Fortschritt."

Hinweis: In einer früheren Version dieses Beitrags hatten wir geschrieben, dass Ibrahim Maza die 1:0-Führung erzielt hat. Korrekt ist, dass Derry Scherhant der Torschütze war. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.01.2025, 16 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    Nach einer Viertelstunde sorgte ein Geniestreich von Ibrahim Maza dafür, dass die bis dahin drückende Überlegenheit der Gastgeber zerbröselte. Auf der linken Seite streichelte er den Ball mit drei, vier, fünf Berührungen in Richtung Strafraum, ließ dann mit einem plötzlichen Richtungswechsel Verteidiger Laurin Curda aussteigen und vollendete mit einem Schlenzer ins lange Eck (16.).

    Maza???????????????????????????????????????????????????????????

  2. 10.

    Ibrahim maza machte das Tor???? Dachte sherhant

  3. 9.

    Nur zur Korrektur. Oben im Text wird von Maza geschrieben, der das Tor schoss. Unten wird dann Scherhant gelobt. Es war Scherhant und nicht Maza, der die Abwehr ausgetanzt und den Ball ins lange Eck geschlenzt hat...

  4. 8.

    Mensch Harald, immer die selbe Leier. Ist wirklich ermüdend. Keiner spricht von Champions Leauge. Mehr vom selben wird nicht mehr.

  5. 7.

    "muskuläre Probleme" - ich kann es nicht mehr hören...
    Wo liegt eigentlich der Rekord an muskulären Problemen in 1 Saison? Versucht man den zu brechen?
    Und noch wichtiger: Welche Rolle spielen Physioabteilung und medizinische Abteilung? Und warum passiert da nichts?

  6. 6.

    Ja war ein wirklich sehr glücklicher Sieg. Am nächsten Samstag um 20:30 Uhr im Top Spiel gegen den HSV wird es sich zeigen was dieser Sieg wert ist und ob Hertha noch eine Chance bekommt "oben" nit dabei zu sein.

  7. 5.

    Unverdient gewonnen.
    Niederlage wäre gut gewesen, damit so mancher hier aufhört von der 1. Liga und Champions League zu träumen.
    Großkotzigkeit ist der beste Begleiter in diesem Verein.

  8. 4.

    Glückwunsch aus Biesdorf für einen mit etwas Glück erkämpften Sieg. Aber Glück muss man auch mal haben.

  9. 3.

    Nicht besser gespielt, als vor der Winterpause, aber halt gewonnen, trotz Gersbeck! Absoluter Unsicherheitsfaktor. Irrte in seinem 5 Meterraum umher, bei Flanken hilflos. Abwehr wiederholt unsortiert und zu leicht auszuspielen. Steigerung muss her.
    Dank an den Schiri heute.

    HAHOHE

  10. 2.

    Glückwunsch Hertha BSC
    Auswärtssieg,
    Drei Punkte,
    Schöner Sonntag,
    Montag mit einem Lächeln arbeiten.

  11. 1.

    Um ehrlich zu sein: überzeugend geht anders.
    Aber, immerhin gewonnen.
    Jetzt gilt es, auch zu Hause mal solche Spiele zu gewinnen.
    Nach 1. Liga fühlt sich das aber noch lange nicht an.

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