Medienberichte - Hertha BSC hat mit A-Cap offenbar einen neuen Mehrheitseigentümer

Sa. 07.06.25 | 13:00 Uhr
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Fans warten vor einem Hertha-Spiel auf den Anpfiff auf dem Rasen steht in großen Buchstaben "Berlin". Quelle: imago images/mix1
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Audio: rbb24 Inforadio | 07.06.2025 | Josefine Grützmacher | Bild: imago images/mix1

Die Anteile des US-Unternehmens 777 Partners an Hertha BSC und anderen Fußballvereinen sind offenbar am Freitag auf einer Auktion in New York versteigert worden. Das berichten die "Bild" und die belgische Zeitung "DeStandaard".

Demnach übernahm A-Cap, kurz für Advantage Capital Holdings, das gesamte Fußball-Portfolio - also die Anteile an Hertha BSC, CFC Genua, FC Sevilla, Standard Lüttich, Red Star Paris und Vasco da Gama.

Hertha BSC schweigt zum Vorgehen

Dem "DeStandaard"-Bericht zufolge wurden die Anteile an Standard Lüttich nach der Übernahme durch A-Cap direkt an die SDL Holding von CEO Giacomo Angelini weiterverkauft. Der belgische Klub gehört also nicht mehr zum ehemaligen Portfolio von 777 Partners, Hertha BSC offenbar schon. Die Anteile - 78,8 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA - hält den Berichten nach nun A-Cap.

Hertha BSC äußerte sich zu dem Vorgehen bisher noch nicht.

A-Cap ist eine US-amerikanische Holdinggesellschaft. Das Unternehmen fertigt also keine eigenen Produkte, sondern hält Kapitalbeteiligungen an anderen Firmen - wie jetzt wohl bei Hertha BSC. Darüber hinaus ist A-Cap laut Firmenangaben vor allem bei Versicherungsunternehmen und Marketingorganisationen beteiligt.

Übernahme offenbar durch "Credit Bid"

Die Auktion am Freitag war offenbar nötig geworden, weil 777 Partners seit Monaten in finanzieller Schieflage stecken und schon länger nicht mehr Herr im eigenen Haus waren, sondern unter der Kontrolle von Hauptgläubiger A-Cap standen. Das hatte auch zur Folge, dass zwei Sitze im Aufsichtsrat von Hertha BSC nicht mehr durch 777 Partners, sondern von A-Cap-Vertretern besetzt wurden.

Bei der Auktion am Freitag soll A-Cap nun ein sogenanntes "Credit Bid" abgegeben haben. Dabei handelt es sich um ein Gebot, das ein Gläubiger bei einer Versteigerung im Rahmen eines Insolvenz- oder Zwangsversteigerungsverfahrens abgibt. Anstatt mit Bargeld zu bieten, nutzt der Gläubiger seinen eigenen Kredit, um das Objekt – in dem Fall die 777-Anteile - zu ersteigern.

 

Sendung: rbb24 Inforadio, 07.06.2025, 15:30 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Für dieses Finanzgebähren des Vereins Hertha BSC braucht man nicht Neidisch zu sein. Immerwieder mal unseriöse Geldgeber sich zu Angeln wird letztendlich ins Verderben führen.

  2. 12.


    Herthas Finanzgebaren ist mir ein weiteres Mal suspekt!
    Ein weiterer Investor, der Hertha wenig kennt und sie mit weiterer Inkompetenz einen weiteren Schritt Richtung Insolvenz tragen könnte. Das Modell einer Versteigerung der Anteile unter Mäzenen auf lokaler Ebene und weltweiten Gönnerfans hätte sich für mich wesentlich positiver angehört.

  3. 9.

    Das wünscht man keinem Verein und zeigt leider, wie man durch Investoren dieser Art zum Spielball der Märkte wird.
    Da sitzen dann Leute im Aufsichtsrat, die nichts über den Verein wissen.
    Ein abschreckendes Beispiel und hoffentlich eine Warnung für andere Vereine.

  4. 8.

    Ha, ha, ha, was für ein Hertha-Schmierentheater.
    Bestimmt kommt gleich der Eskapist vor den Herrn, Marky S., und redet den Hertha-Fans die Sache und das Unternehmen schön.
    Gott sei Dank, gibt es noch den Berliner Senat, der Steuerzahler und andere Dumme, die diesen Verein aus purer Sentimentalität und dem Verharren in der "gute alte Zeit in West-Berlin", am Leben erhalten.

  5. 6.

    Konstrukt Hertha ??? Die alte Dame ist einer der ältesten Clubs in Deutschland. Du scheinst ja richtig Ahnung zu haben.

  6. 5.

    KKR, Tenor Holding, 777, A-Cap...
    Bei der Heuschreckenplage dürfte eigentlich vom Konstrukt "Hertha" gar nichts mehr übrig geblieben sein.

  7. 4.

    Mal sehen ob wir Transparente sehen werden mit "ACaps are Bastards" oder ob der doch zu billig ist?

  8. 3.

    Zum Glück gar nichts!
    Schon der 'Hochbegabte' hatte damals den kapitalen Fehler gemacht und geglaubt, dass er mit dem Kauf von Anteilen an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA die Möglichkeit von Einfluss oder Steuerung erworben hat.

  9. 2.

    Gar nichts haben die davon. Nur das sie jetzt wissen, das eine Heuschrecke die andere abgelöst hat.

  10. 1.

    Und was haben die zahlenden Fans davon?

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