Der Kenianer Eluid Kipchoge gewinnt den 44. Berlin Marathon (Quelle: Imago/ Sebastian Wells)
Video: Abendschau | 24.09.2017 | Philipp Büchner | Bild: imago sportfotodienst

Spannendes Rennen bei Regen - Favorit Kipchoge gewinnt den 44. Berlin-Marathon

Der Kenianer Eliud Kipchoge hat den 44. Berlin-Marathon gewonnen. Zuvor waren zwei weitere Favoriten ausgefallen – und mit Guye Adola hatte ein Überraschungsläufer noch kurz vor dem Ziel geführt. Schnellste Frau ist die Kenianerin Gladys Cherono.

Der Favorit Eliud Kipchoge aus Kenia hat am Sonntag den 44. Berlin-Marathon mit einer Zeit von 2:03:32 Stunden gewonnen. Auf regennassem Asphalt und bei extrem hoher Luftfeuchtigkeit verfehlte Kipchoge den Weltrekord, den sein Landsmann Dennis Kimetto vor drei Jahren in Berlin aufgestellt hatte, um 35 Sekunden.

Zweiter wurde überraschend der Marathon-Neuling Guye Adola aus Äthiopien mit 2:03:46, mit dieser Zeit ist der bisherige Halbmarathon-Experte bester Debütant beim Berlin-Marathon geworden. Zuvor hatte Mitfavorit Wilson Kipsang, bei Kilometer 30 sein Rennen abgebrochen. Hintergrund für die Aufgabe des Kenianers waren vermutlich gesundheitliche Probleme, Details wurden allerdings zunächst nicht bekannt.

Kurz vor Ende spannend

Auch der Äthiopier Kenenisa Bekele lief nicht über die volle Distanz. Er hatte recht früh den Kontakt zur Spitzengruppe verloren und gab bei Kilometer 36 endgültig auf. Mit dem Ausstieg der beiden Favoriten Kipsang und Bekele schien zunächst Kipchoge nur noch ins Ziel laufen zu müssen, doch Kilometer um Kilometer wurde klarer: Sein letzter Begleiter, der Marathon-Debütant Guye Adola aus Äthiopien, will hier in die Entscheidung noch eingreifen. Er übernahm wenige Kilometer vor Ziel den Versuch sich abzusetzen. Bei Kilometer 40 aber zog Kipchoge an Adola vorbei, vergrößerte sehr schnell den Abstand zu Adola und lief als klarer Sieger durchs Ziel.

Dritter wurde der Äthiopier Mosinet Geremew mit 2:06:09 Stunden.

Rennen unter "schwierigen Bedingungen"

Kipchoge erklärte nach dem Rennen: "Ich bin glücklich, dass ich bei diesen schwierigen Bedingungen gewonnen habe." Außerdem sprach er Adola ein Kompliment aus. Für den Sieg kassiert Kipchoge eine Prämie von 40.000 Euro, dazu einen Zeit-Bonus von 30.000 Euro.

Der 32-jährige Kipchoge blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Langstreckenläufer zurück. Er war Weltmeister über 5.000 m (2003), gewann Silber und Bronze bei Olympischen Spielen (2004 und 2008 über 5.000 m) und ist der amtierende Marathon-Olympiasieger (Rio 2016). Am 6. Mai war er mit 2:00:25 den schnellsten Marathon überhaupt gelaufen - allerdings unter Laborbedingungen auf dem Formel-1-Kurs in Monza.

Kenianerin Gladys Cherono gewinnt bei den Frauen

Bei den Frauen gewann die 34-jährige Kenianerin Gladys Cherono mit 2:20:23. Schon vor zwei Jahren hatte sie in Berlin gewonnen und gleich bei ihrem zweiten Marathon mit der Weltklassezeit von 2:19:25 Stunden geglänzt. Zweite wurde die Äthiopierin Ruti Aga mit 2:20:41. Dritte ist Valary Aiyabei aus Kenia mit 2:20:53.

Beste Deutsche - und beste Europäerin - ist Anna Hahner mit 2:28.32, sie wurde damit Fünfte und knackte die Norm für die Leichtathletik-EM 2018 in Berlin. Hahner hatte erst seit Juli wieder richtig trainieren können und zeigte sich nach dem Rennen überglücklich: "Ich hatte mir vorgenommen, ich werde jeden Kilometer genießen." Bei Kilometer 17 hatte sie Magenprobleme und musste kurz austreten. Hintergrund war das Wetter: erst kühl, dann Regen.

Deutscher Favorit war Philipp Pflieger. Der Regensburger musste allerdings bei Kilometer 33 aufgeben. Auch ihm machte das Wetter Probleme: "Es war, als ob jemand den Stecker gezogen habe", so Pflieger nach dem Rennen enttäuscht im rbb. Bester Deutscher ist Thorben Dietz mit 2:19:20 auf Platz 39.  

42. Kilometer durch die Hauptstadt

Inforadio-Staffel gewinnt Marathon-Wette 2017

Siegreich war auch das Team aus 42 Hörerinnen und Hörern des rbb-Inforadios. Die vom Radiosender aufgestellte Staffel war 29 Sekunden schneller als Sieger Eliud Kipchoge - und hat damit die Marathonwette 2017 gewonnen.

Startschuss im Regen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte am Sonntag den Startschuss für den 44. Berlin-Marathon gegeben. Um 9.15 Uhr schickte er die fast 44.000 Läuferinnen und Läufer auf den Kurs durch die Hauptstadt - bei eher nassem als sonnigem Wetter.

Als Top-Favoriten galten vorab die Kenianer Eliud Kipchoge und Wilson Kipsang sowie Äthiopiens Laufstar Kenenisa Bekele auf die 42,195 Kilometer lange Strecke.

Bekele hatte im letzten Jahr triumphiert, Kipchoge 2015 und Wilson Kipsang im Jahr 2013. "Dies ist eine Traum-Konstellation. Nicht oft gibt es die Gelegenheit, dass die drei aktuell stärksten Marathonläufer der Welt in einem Rennen aufeinander treffen", sagte Renndirektor Mark Milde vor dem Rennen.

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Bart Swings gewinnt Rennen der Inline-Skater

Bereits am Samstag fand das Rennen der Inlineskater statt. Zum fünften Mal seit 2013 hat hier Bart Swings den Berlin-Marathon gewonnen. Zum Auftakt des Marathon-Wochenendes absolvierte der Belgier am Samstag die rund 42,2 Kilometer lange Strecke durch die Hauptstadt in 58:42 Minuten. Damit verfehlte er seinen zwei Jahre alten Streckenrekord von 56:49 Minuten deutlich.

Eine Überraschung gab es bei den Frauen, denn hier lagen zwei Argentinierinnen vorn, die zuvor kaum jemand auf der Rechnung gehabt haben dürfte: Maria Yaqueline Arias kam in neuer Berliner Bestzeit von 1:06:35 Stunden drei Sekunden vor ihrer Landsfrau Rocio Berbel Alt (1:06:38) ins Ziel. Dritte wurde die Siegerin von 2015, Sandrine Tas aus Belgien, in 1:11:59 Stunden.

Auf den Beinen - Liveticker zum Marathon-Wahl-Sonntag

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Sämtliche Augen zugedrückt und alles andere sich schön geredet.
    Dort wo es um lukrative Siegprämien geht ist Doping nicht weit. Erinnert sei an dieser Stelle der ARD Dokumentation von Hajo Sepelt im Sommer des Jahres zu dieser Frage im Kenianischen Leichtathletikverband.
    Das traurige ist, dass es alle Verantwortlichen wissen und dennoch nichts dagegen unternehmen.
    Warum sind denn die einzelnen Startgebühren in den letzten Jahren gestiegen??? Richtig, damit noch höhere Prämien für den Weltrekord ausgelobt werden können. Schade, damit wird der Sport letztlich kaputt gemacht.

  2. 2.

    Dopingtest gemacht? Oder wieder alle Augen zugekniffen?

  3. 1.

    Bei dem immer wieder laut werdenden Dooingverdacht sollte der Veranstalter besser ein deutliches Zeichen dagegen setzen anstelle immer neue Weltrekorde zu kaufen versuchen.

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