MONTAGE: Kenenisa Bekele, Wilson Kipsang, Eliud Kipchoge (Quelle: dpa/imago)
Video: aktuell | 22.09.2017 | Bild: dpa/imago

Großes Marathon-Wochenende - Zwei Kenianer, ein Äthiopier und das schnelle Berliner Pflaster

Die drei derzeit besten Marathonläufer der Welt messen sich am Sonntag in der Hauptstadt: die Kenianer Eliud Kipchoge und Wilson Kipsang treffen auf den Äthiopier Kenenisa Bekele. Bei den Frauen ist eine Kenianerin Favoritin.

Äthiopiens Lauf-Star Kenenisa Bekele fordert beim Berlin-Marathon am Sonntag Olympiasieger Eliud Kipchoge (Kenia) heraus.

Damit messen sich in diesem Jahr die beiden Vorjahressieger: Bekele hatte im letzten Jahr triumphiert, Kipchoge 2015. Zudem tritt mit Kipchoges kenianischem Landsmann Wilson Kipsang ein weiterer Top-Läufer auf der ultraschnellen Strecke an der Spree an, der ebenfalls bereits in Berlin triumphiert hat: 2013. "Dies ist eine Traum-Konstellation. Nicht oft gibt es die Gelegenheit, dass die drei aktuell stärksten Marathonläufer der Welt in einem Rennen aufeinander treffen", sagte Renndirektor Mark Milde.

Kipchoge will Kimettos Weltrekord

Kipchoge kündigte an, er peile in Berlin den Angriff auf den Weltrekord von Dennis Kimetto an. Der Kenianer war 2014 in Berlin 2:02:57 Stunden gelaufen. "In Monza war ich so nahe daran, die Zwei-Stunden-Marke zu brechen. Jetzt ist der Berlin-Marathon für mich die passende Gelegenheit, den offiziellen Weltrekord anzugreifen", sagte der 32-Jährige. Anfang Mai hatte Kipchoge mit 2:00:25 Stunden die beste jemals gemessene Zeit über die Marathondistanz von 42,195 km erzielt - allerdings unter Laborbedingungen auf der Formel-1-Rennstrecke in Monza. Dort hatten ihm unter anderem wechselnde Tempomacher zur Verfügung gestanden, die ihm vom Start bis ins Ziel Windschatten schufen. Das ist in regulären Rennen nicht erlaubt. Kipchoges Bestzeit liegt bei 2:03:05 Stunden.

Kipchoge ist 32 Jahre alt und blickt auf eine lange und erfolgreiche Karriere als Langstreckenläufer zurück. Er war Weltmeister über 5.000 m (2003), gewann Silber und Bronze bei Olympischen Spielen (2004 und 2008 über 5.000 m) und ist der amtierende Marathon-Olympiasieger (Rio 2016).

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Auch Kipsang wird vorn ein Wörtchen mitreden

Wilson Kipsang (35 Jahre) hatte vor vier Jahren seinen großen Tag, als er bei der 40. Auflage in Berlin den Weltrekord seines Landsmanns Patrick Makau von 2:03:38 Stunden auf 2:03:23 schraubte. Doch der Rekord hielt dann gerade einmal ein Jahr: 2014 lief dann Dennis Kimetto auf der schnellen Berliner Strecke als erster Mensch den Marathon schneller als 2:03 Stunden. Bei 2:02:57 blieben die Uhren stehen.

2016 war Kipsang in Berlin dann sogar zehn Sekunden schneller als bei seinem Weltrekord, und doch reichte es nur zum zweiten Platz hinter dem Äthiopier Kenenisa Bekele (35 Jahre), der bei seinem Sieg in persönlicher Bestzeit Kimettos Weltrekord um sechs Sekunden verpasste. Kipsang hatte sich auf der zweiten Streckenhälfte mit Tempoarbeit aufgerieben und auf den letzten beiden Kilometern dem endschnellen Äthiopier nichts mehr entgegenzusetzen.

Doch das Rennen vor einem Jahr weckte in Wilson Kipsang die Gewissheit, noch einen sehr schnellen Marathon in den Beinen zu haben. Das will er nun am Sonntag in Berlin beweisen. Kipsang: "Ich bin hochmotiviert und meine Vorbereitung ist so ausgefeilt wie noch nie."

Bekele ist der erfolgreichste Bahn-Langstreckenläufer aller Zeiten. Er war dreimal Olympiasieger und fünfmal Weltmeister, jeweils über 5.000 m und 10.000 m, dazu elf Mal Crosslauf-Weltmeister über die Kurz- und über die Langdistanz. Außerdem hält er die Weltrekorde über 5.000 m und 10.000 m. Auf der Marathonstrecke startete Bekele seit 2014 acht Mal.

Glady Cherono ist bei den Frauen die Favoritin

Top-Favoritin auf den Siegerscheck von 40.000 Euro bei den Frauen ist Gladys Cherono. "Ich bin wieder ganz fit. Mein Ziel ist es, meine persönliche Bestzeit zu unterbieten", sagte die 34-Jährige aus Kenia. Schon vor zwei Jahren hatte sie in Berlin gewonnen und gleich bei ihrem zweiten Marathon mit der Weltklassezeit von 2:19:25 Stunden geglänzt.

Mit fünf Läuferinnen, die Bestzeiten unter 2:24 Stunden haben, ist das Frauenfeld hochkarätig besetzt. Insgesamt 43.852 Läuferinnen und Läufer aus 137 Nationen haben für den Klassiker gemeldet – ein Rekord.

Die Deutschel Läuferin Anna Hahner setzt sich für ihren Berlin-Start ein eher bescheidenes Ziel: "Ich will gesund und lächelnd ins Ziel laufen - dann wird die Zeit auch stimmen", sagte die 27-Jährige. Sie peile allerdings die EM-Norm für 2018 an: 2:32:00. Hahner habe erst seit Juli wieder richtig trainieren können und könne darum wohl auch kaum ihre persönliche Bestzeit von 2:26:44 Stunden angreifen.

Inline-Favoriten erwarten diesmal einen Massensprint

Ein ebenfalls sehr starkes Starterfeld startet bereits am Samstag über die Inline-Strecke. Nachdem die Entscheidung in den vergangenen Jahren sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen häufig im Alleingang fiel, sehen die Athleten in diesem Jahr gute Voraussetzungen für Massensprints auf der finalen Zielgeraden. Der Darmstädter Powerslide-Fahrer Felix Rijhnen hat mit einem Sieg bei den Weltmeisterschaften in China erst vor zehn Tagen den bisher größten Erfolg seiner Karriere gefeiert und will daran nun auch in Berlin anknüpfen. Ebenfalls große Siegchancen werden dem Belgier Bart Swings eingeräumt, schließlich konnte er bereits vier Mal in Berlin triumphieren.

Bei den Frauen geht Katharina Rumpus mit sehr guten Aussichten an den Start. "Ich liebe es, den BMW-Berlin-Marathon zu skaten. In diesem Jahr bin ich zum achten Mal am Start, fünf Mal war ich schon auf dem Podium. Mein Ziel ist natürlich, einmal ganz oben zu stehen", erklärte die Heidelbergerin. Als Führende im World Inline Cup hat Rumpus zugleich Chancen, sich den Gesamtsieg in der wichtigsten internationalen Rennserie zu sichern. Berlin bildet den Abschluss der Serie.  

44.000 Läufer und Läuferinnen, dazu viele Biker und Rollstuhlfahrer

Insgesamt 43.852 Läuferinnen und Läufer, 188 Handbiker und 49 Rollstuhlfahrer werden am Sonntag voraussichtlich von mehr als einer Million Zuschauer über die 42,195 km lange Strecke begleitet.

Der Start des Läuferfeldes findet am Sonntag um 9.15 Uhr statt, die Rennrollstuhlfahrer gehen um 8.45 Uhr auf die Strecke, die Handbiker um 8.58 Uhr.

Blick zurück: Der Berlin-Marathon-2016

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 1.

    @Rbb24 eine Frage: Werden bei den Spitzenläufern/ Läuferinnen anschließend auch Dopingkontrollen durchgeführt ? Es gab ja Berichte und Bestätigungen über gedopte Athleten in den Medien.

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