Läufer beim Berlin-Marathon vor dem Brandenburger Tor (Quelle: imago/Sven Simon)
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Video: rbb|24 | 16.09.2018 | Naomi Donath | Bild: imago/Sven Simon

Zum 45-jährigen Bestehen - Die fünf prägendsten Geschichten des Berlin-Marathons

Seit der ersten Veranstaltung 1974 hat sich beim Berlin-Marathon einiges verändert - und einiges bleibt einfach unvergesslich: Retter und Flitzer zum Beispiel - und natürlich Legenden des Laufsports. Von Lisa Surkamp

Platz 5 - Rekorde auf Berlins schnellem Pflaster

Zehn Weltrekorde sind beim Berlin-Marathon im Laufe der Jahre bereits gefallen - und damit zählt die Hauptstadt zu den schnellsten Pflastern der Welt. Den aktuellen offiziellen Marathon-Weltrekord der Männer hat Dennis Kimetto (2:02:57) aus Kenia beim Berlin-Marathon 2014 aufgestellt.

Haile Gebrselassie verbesserte 2008 seinen Rekord aus dem Vorjahr um 27 Sekunden und lief in 2:03:59 Stunden erstmals unter 2:04 Stunden. Der Japanerin Naoko Takahashi gelang 2001 mit ihrer Siegerzeit von 2:19:46 Stunden ebenfalls Historisches. Als erste Frau kam sie unter der 2:20-Stunden-Barriere ins Ziel, die zuvor fast zwei Jahrzehnte lang keine andere Sportlerinnen durchbrechen konnte.

Dennis Kimetto bei der Siegerehrung, nachdem er einen neuen Weltrekord aufgestellt hat (imago/Camera 4)
| Bild: imago/Camera 4

Platz 4 - Philipp Pflieger sucht seinen Retter

Mit großen Ambitionen war Philipp Pflieger in den Berlin-Marathon 2017 gestartet - seine persönliche Bestleistung wollte der Marathonprofi auf dem schnellen Pflaster von Berlin unterboten. Doch daraus wurde nichts. Bis Kilometer 25 lief es gut für den schnellen Deutschen - danach baute sein Körper ab.

Einmal musste er stehen bleiben, später eilten sogar die Sanitäter zu ihm. Doch Pflieger lief weiter - und brach kurz vor dem Ziel zusammen. Doch vor einem schmerzhaften Sturz auf den Asphalt wurde er bewahrt. Von wem? Das war hinterher die Frage. Über die sozialen Netzwerke suchte Pflieger seinen Retter, um sich zu bedanken - und fand ihn schließlich auch. So nahm der Berlin-Marathon für Philipp Pflieger doch noch ein Happy End.

Platz 3 - Flitzer stört Weltrekord-Lauf

Eigentlich stehen beim Marathon ja die Läufer im Fokus - und wenn dann auch noch ein neuer Weltrekord fällt, können die Kameras doch nur auf einen gerichtet sein. Doch als Wilson Kipsang beim 40. Berlin-Marathon in der Weltrekordzeit von 2:03:23 Stunden die Ziellinie überquerte, waren alle Augen auf einen Zuschauer gerichtet.

Der Mann überwand kurz vor dem Zielbereich die Absperrungen, streckte die Arme in die Luft und riss vor dem Kenianer das Zielband zu Boden. Der hart erkämpfte und emotionale Moment eines Weltrekords - zerstört von einem Flitzer, der für eine Internetseite werben wollte. Wilson Kipsang nahm den Vorfall mit Humor.

Ein Flitzer rennt vor Weltrekordler Wilson Kipsang ins Ziel (Quelle: imago/Michael Schulz)
| Bild: imago/Michael Schulz

Platz 2 - Die lebende Legende des Berlin-Marathon

Er hat als erster Sieger Geschichte geschrieben - und läuft noch heute als lebende Legende den Berlin-Marathon. Günter Hallas gewann am 13. Oktober 1974 die Premiere des Marathons durch die deutsche Hauptstadt. Seitdem hat sich viel verändert. Von damals knapp 300 Sportlern hat sich die Teilnehmerzahl auf heute fast 45.000 Läufer erhöht.

Gleich geblieben ist dagegen der Ehrgeiz von Günter Hallas, der bis auf vier Auflagen jeden Berlin-Marathon bestritten hat. An seine Siegerzeit von 1974 (2:44:53) kommt der heute 76-Jährige natürlich nicht mehr heran, aber so bleibt den Zuschauern mehr Zeit, um mit der lebenden Legende ein Foto zu machen.

Platz 1 - Der Marathon der Einheit

Drei Tage vor der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 waren Ost- und West-Berlin bereits für 42,195 Kilometer vereint. Denn beim 17. Berlin-Marathon führte die Strecke die Teilnehmer erstmals auch durch den Ostteil Berlins und durch das Brandenburger Tor.

Uta Pippig beim Berlin-Marathon 1990 (Quelle: imago/Sven Simon)
| Bild: imago/Sven Simon

Es war ein ganz besonderer Marathon - einer mit Symbolkraft. 25.000 Läuferinnen und Läufer wollten Teil dieses historischen Moments sein - die ganze Welt schaute an diesem Tag nach Berlin. Auch für Uta Pippig begann an diesem Tag eine Erfolgsgeschichte. Die ehemalige Ost-Berlinerin siegte mit Streckenrekord, zwei weitere Siege in Berlin sowie ein Hattrick beim legendären Boston-Marathon folgten.

Sendung: zibb, 12.09.2018, 18:05 Uhr

Beitrag von Lisa Surkamp

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    diese Abläufe sind doch nichts neues. So läuft einfach ein großer Marathon. Der Veranstalter ist kein gemeinnütziger Verein. hört auf zu nörgeln, schnürt die Schuhe u lauft draußen im Wald!

  2. 4.

    Von der ganzen Orga des Events wirklich nicht sympathisch. Allein die Startnummernausgabe ans Ende einer Merchandise-Schlacht im Thof-Hangar zu legen sagt alles. Plus natürlich, dass die angepriesene Pastaparty Geld kostet. Wirklich ein Witz...

  3. 3.

    Die ständigen Sperrumgen der City nerven. Sportveranstaltungen gehören an den Stadtrand. Straße des 17. Juni ab 12.09. abgesperrt, Wahnsinn.

  4. 2.

    Eine Sportveranstaltung war es mal, jetzt ist es eine marketing Veranstaltung bei der nebenbei Sport statt findet. Jedes Jahr immer höher immer weiter.

  5. 1.

    Stimmt. 1974 war es noch eine Sportversnstaltung, heute nur ein kapitalistisches Marketing Happening.

    Heutzutage ist alles nur noch auf kapitalistischen Vermarktungs und Verwertungs Grunsätze ausgerichtet. Natürlich auch bei der ARD Sportredaktion - kein Sport nur noch Fussball und selbstmarketing von "Journalisten, Sportreportern" .

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