Eliud Kipchoge (Quelle: Sohn/AP/dpa)
Video: rbb | 16.09.2018 | Bild: Sohn/AP/dpa

Kenianer siegt zum dritten Mal - Eliud Kipchoge gewinnt Berlin-Marathon in Weltrekordzeit

Vom Start weg einfach sein eigenes Tempo laufen - das war offenbar das beste Rezept: Eliud Kipchoge hat die 45. Ausgabe des Berlin-Marathons gewonnen. Der Kenianer knackte zudem mit 2:01:39 den Weltrekord. Bei den Frauen unterboten drei Läuferinnen eine 13 Jahre alte Bestmarke.

Eliud Kipchoge hat zum dritten Mal den Berlin-Marathon gewonnen. Der Kenianer rannte am Sonntag in Weltrekordzeit zum Sieg - für die 42,195 Kilometer brauchte er 2:01:39.

Der 33-Jährige hatte den Berlin-Marathon bereits 2015 und 2017 gewonnen. Die Bestzeit lag zuvor bei 2:02:57, aufgestellt von Dennis Kimetto 2014 in Berlin. Kipchoge war damit 1:18 Minuten schneller als Kimetto. Für den Sieg erhält er 40.000 Euro, für den Weltrekord gibt es nochmal 50.000 Euro extra und 30.000 Euro zusätzlich als Zeit-Bonus, weil er unter 2:04 Stunden blieb.

Kipchoge deklassierte außerdem die Konkurrenz: Der Zweitplatzierte Amos Kipruto kam mit fast vier Minuten Rückstand ins Ziel (2:06:23). Auf Platz drei lief Kipchoges Dauerkonkurrent Wilson Kipsang (2:06:48), der den Berlin-Marathon 2013 gewann.  

Er deklassierte außerdem die Konkurrenz: Der Zweitplatzierte Amos Kipruto kam mit fast vier Minuten Rückstand ins Ziel (2:06:23). Auf Platz drei lief Kipchoges Dauerkonkurrent Wilson Kipsang (2:06:48), der den Berlin-Marathon 2013 gewann.

Achter Weltrekord in Berlin seit 20 Jahren

Kipchoge wurde dabei seiner Favoritenrolle gerecht und bestimmte das Rennen vom Start an. "Ich war perfekt vorbereitet und wollte nur mein Rennen laufen. Nun bin ich unendlich dankbar und glücklich", sagte der Sieger. Schon nach fünf Kilometern hatte er einen Vorsprung von neun Sekunden auf Verfolger Kipsang.

Die Halbmarathon-Marke passierte Kipchoge in 61:06 Minuten - da war er schon 39 Sekunden schneller als Kimetto bei seinem Rekord-Rennen. Sein Durchschnittstempo ist verblüffend: 20,81 Kilometer pro Stunde - das wären 422 x die 100 Meter in jeweils rund 17,3 Sekunden.

Kipchoge sorgte bei der nun bereits 45. Auflage des Marathon-Klassikers für den achten Männer-Weltrekord in Berlin seit 20 Jahren. Die letzten sieben Rekorde waren alle auf dem schnellen Hauptstadt-Kurs gefallen.

Gladys Cherono (m.), Ruti Aga (l.) und Tirunesh Dibaba bei der Siegerehrung des Berlin-Marathons 2018. (Quelle: imago/Sebastian Wells)Ruti Aga, Gladys Cherono und Tirunesh Dibaba (v.l.) | Bild: imago/Sebastian Wells

Drei Frauen brechen 13 Jahre alten Rekord

Gleich drei Frauen blieben unter dem 13 Jahre alten Streckenrekord der Japanerin Mizuki Noguchi (2:19:12). Den Sieg sicherte sich wie im Vorjahr die Kenianerin Gladys Cherono in 2:18:11 Stunden vor den beiden Äthiopierinnen Ruti Aga (2:18:34) und Tirunesh Dibaba (2:18:55). Zum ersten Mal in der Geschichte des Marathonlaufs blieben drei Frauen unter der Zeitmarke von 2:19 Stunden.

Cherono, die zum dritten Mal den Berlin-Marathon gewann, erzielte gleichzeitig auch eine Jahresweltbestzeit. "Ich habe mich heute Morgen schon super gefühlt und war mir sicher, persönliche Bestleistung laufen zu können", sagte die Siegerin.

Die drei Frauen waren damit schneller als der beste Deutsche im Starterfeld: Der 41-jährige Wolfsburger Valentin Harwardt kam nach 2:19:54 Stunden als 26. ins Ziel. Die schnellste deutsche Frau wurde Anke Esser in 2:48:53 Stunden, sie kam als 39. ins Ziel. Andere Teilnehmer brauchten für die Strecke wesentlich länger: Nach mehr als sieben Stunden kamen die letzten Läufer ins Ziel. 

Berlin läuft, rollt und fiebert mit

Peter Steudtner läuft am Potsdamer Platz

Der Berliner Menschenrechtler Peter Steudtner dreht wie angekündigt während des Berlin-Marathons in einem abgesperrten Bereich seine Runden. Der eingezäunte Bereich am Potsdamer Platz sei dabei dem Gefängnisinnenhof nachempfunden, in dem Steudtner vor einem Jahr in der Türkei während des Berlin-Marathons symbolisch etwa 22 Kilometer gelaufen war, sagte er rbb|24.

"Vor einem Jahr bin ich wegen der Terrorismusvorwürfe inhaftiert gewesen und dann in Silivri im Innenhof gelaufen, vorher noch nie", so Steudtner, "dieses Jahr wollte ich mich nun solidarisch mit anderen Menschenrechtsaktivisten weltweit zeigen." Auch andere Menschen, darunter auch Marathon-Teilnehmer, hätten Solidaritätsrunden gedreht. Steudtner selbst lief über 700 Runden in dem 4,20x7,80 Meter kleinen nachgebauten Zellenhof.

Kommentar

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Antwort auf [Timo] vom 16.09.2018 um 16:32
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8 Kommentare

  1. 8.

    Wir Nörgler können uns auch über viele Dinge freuen. Straßensperrungen, Menschenmassen und Lärm gehören aber nicht zwangsläufig dazu.
    Aber wie sieht es diesbezüglich mit Ihnen aus:
    Könnten Sie Sich auch im Umland freuen oder funktioniert sowas nur mitten in der Stadt?

  2. 7.

    Super Marathon-Wochenende! Super Stimmung! Meinen Respekt für die Hochleistung der vielen Athleten. Es hat mir großen Spaß gemacht, dass alles zu sehen. Ganz tolle und verbindende Veranstaltung!
    Und den üblichen Nörglern hier: Ob so viel Freudlosigkeit gepaart mit kleinkarierten Bedenkenträgertum, löst in mit Mitleid aus. Ihr tut mir leid, dass ihr Euch über nichts freuen könnt.
    Zum Glück sehen das aber so unglaublich viele Menschen anders, als ihr.

  3. 5.

    Ich war am Wochenende unterwegs, wollte mir mal wieder ein wenig die Stadt umschauen, mir einen Vorgeschmack auf den Herbst (sollte er irgendwann wirklich kommen) holen. Die Absperrungen und der Lärm haben das an diversen Stellen zu einer ziemlich unangenehmen Angelegenheit gemacht, und da viele Buslinien nicht fuhren (worauf an den entsprechenden Haltestellen freilich durch nichts hingewiesen wurde) war der Rückweg eine regelrechten Odyssee.
    Für mich als Sportignoranten ist eine solche Veranstaltung nichts weiter als ein riesengroßes Verkehrshindernis, der ins Umland gehört (wohin man es wohl schlichtweg aus Publicitygründen nicht verlegen mag; die Belanglosigkeit der Sache wäre dadurch wohl zu deutlich erkennbar).

  4. 4.

    Bis 2004 ist das richtig - danach wurden Kriterien bestimmt, die einen Vergleich möglich machen. Profil/Rundkurs etc.
    der erste offizielle Weltrekord wurde 2003 gelaufen und rückwirkend anerkannt.

  5. 3.

    Bereits seit 1.1.2004 führt die IAAF Weltrekordlisten für Straßenlaufwettbewerbe. Dazu hat die IAAF Voraussetzungen für Strecken formuliert, damit darauf erbrachte Laufleistungen als WR anerkannt werden. Zeiten des Boston-Marathons werden beispielsweise nicht anerkannt, da das Nettoefaääle zu hoch ist.

  6. 2.

    Es gibt meines Wissens beim Marathon aufgrund der verschiedenen Streckenverläufe keinen Weltrekord, sondern
    lediglich eine Weltbestleistung.

  7. 1.

    ...der Verdacht bei solchen Leistungen läuft immer mit, auch bei den Läuferinnen und Läufern aus Kenia, wo ja inzwischen einige wegen Doping gesperrt sind ...

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