Eliud Kipchoge bei der Siegerehrung. (Quelle: imago/Wells)
Video: rbb um6 | 17.09.2018 | 18 Uhr | Torsten Michels | Bild: imago sportfotodienst

Interview | Marathon-Weltrekordläufer Eliud Kipchoge - "Ich werde nächstes Jahr nach Berlin zurückkehren"

Der Kenianer Eliud Kipchoge lief am Wochenende beim Berlin-Marathon einen neuen Weltrekord. Für die 42,195 Kilometer benötigte er 2:01:39 Stunden. Im Interview spricht der 33-Jährige über den "wunderbaren Moment" beim Start und seine weiteren Pläne.

rbb|24: Eliud Kipchoge, wie haben Sie vergangene Nacht geschlafen?

Eliud Kipchoge: Nicht viel. Mir ging noch sehr viel durch den Kopf. Aber ich habe die Nacht genossen.

War das gestern ein perfekter Tag?

Absolut. Gestern war ein perfekter Tag. Die Bedingungen waren perfekt. Die Zuschauer waren perfekt, meine Tempomacher waren perfekt. Ich habe das Rennen sehr genossen. Mein Körper hat bestätigt, was ich vorher schon gespürt hatte: Ich war wirklich auf den Tag topfit.

Eliud Kipchoge am Start des Berlin Marathons. (Quelle: imago/Wells)
Kipchoge lief vom Start an auf Rekordkurs. | Bild: imago sportfotodienst

Es war Ihr dritter Versuch, hier in Berlin den Weltrekord zu brechen. Wie wichtig war dieses Ziel für Sie?

Es war fast schon kritisch, wie wichtig das für mich war. Ich war schon in der Vergangenheit sehr nah dran. Aber da ich gestern so gut in Form war, war es fast zwingend wichtig, dass es auch klappt. Ich hoffe, auch in Zukunft noch Marathons zu laufen, aber ich weiß nicht, wann und wo. Jetzt muss ich mich erstmal vollständig erholen. Aber ich liebe meinen Sport immer noch und habe auch noch Motivation, in der Zukunft zu laufen.

Eliud Kipchoge auf der Strecke. (Quelle: imago/Zeitz)
Der konzentrierte Blick des Champions auf der Strecke. | Bild: imago sportfotodienst

Sie haben gesagt, ohne den Weltrekord seien Sie ein unvollständiger Läufer. Sind Sie jetzt vollständig?

Klar. Nach meinen Erfolgen fühle ich mich schon vollständig. Aber es gibt auch andere Dinge, die wichtig sind. Ich möchte junge Menschen inspirieren, möchte ein Vorbild sein, möchte, dass sie den Laufsport lieben.

Könnten denn die Olympischen Spiele in Tokio 2020 eine Motivation sein? Sie könnten dort Ihren Olympiasieg von Rio 2016 bestätigen.

Absolut. Ich vertraue darin und glaube daran, dass ich meinen Titel dort verteidigen kann.

Eliud Kipchoge ist nach dem Rennen fassungslos. (Quelle: imago/Kuhlmey)
Im Ziel war die Freude über den Rekord groß. | Bild: imago sportfotodienst

Ist es ein Ziel für Sie, die Zwei-Stunden-Marke zu unterbieten?

Meine Pläne sind nicht noch nicht so weit. Ich muss mich jetzt erstmal richtig erholen und dann wird man sehen.

Werden Sie nach Berlin zurückkehren?

Erinnern Sie sich daran, wie ich gestern am Start stand? Kurz bevor der Startschuss abgegeben wurde? Als mein Name aufgerufen wurde und die anderen Läufer, die alle hinter mir starteten, gejubelt und mich gefeiert haben? Das war ein wunderbarer Moment. Berlin ist für immer meine Stadt. Ich werde im nächsten Jahr wieder hierher zurückkehren.

Wir danken Ihnen für das Gespräch!

Das Interview führte Torsten Michels, rbb-Sportredaktion

Sendung: rbb um sechs, 17. 09. 2018, 18 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Großartige Leistung! Herzlichen Glückwunsch! Es hat große Freude gemacht, zuzusehen.

  2. 2.

    Erstmal die Kontrollergebnisse abwarte

  3. 1.

    Herzlichen Glückwunsch Hr. Kipchoge!
    Man hat den Eindruck, dass sich beim Berlin-Marathon wirklich Läufer und Publikum gegenseitig beflügeln - so niedlich die Situation, wie die junge Dame aus dem Publikum versucht, ein wenig mit ihm Schritt zu halten - und das Ganze ein Volksfest im guten Sinne ist.
    Dank auch an den rbb für die nette Übetragung und Einfangen all dieser netten Momente!
    Nachdem ich früh Herrn Kipchoge und der Siegerriege live Mut geklatscht habe, habe dann ab Mittag das Ganze via rbb am Fernseher verfolgt - und dabei meine alltägliche Gymnastik gemacht :).
    Wäre toll, wenn sich Berlin zu einer Sportstadt entwickelt, denn auch das Leichathletikspektakel ein paar Wochen zuvor war wirklich mitreißend von der Stimmung.

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