Sieger Kipchoge (Quelle: imago sportfotodienst)
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Männer-Konkurrenz am Sonntag - Das Duell der Marathon-Giganten

44.389 Läufer aus 133 Nationen gehen am Sonntag beim Berlin-Marathon an den Start -  ein neuer Rekord. Zwei Kenianer stechen aus dem Weltklasse-Feld heraus: Vorjahressieger Eliud Kipchoge und Wilson Kipsang. Ein Duell der Giganten mit Weltrekord-Ambitionen. Von Uri Zahavi

Eliud Kipchoge wirkt entspannt. Auf der Pressekonferenz vor dem Berlin-Marathon lacht er, schüttelt Hände, beantwortet geduldig Journalistenfragen. Der Kenianer ist den Medienrummel gewohnt. In der Marathon-Szene ist der 33-Jährige ein Superstar.

Dieser Status ist Fluch und Segen zugleich: Als männliches Gesicht und Hauptattraktion des 45. Berlin-Marathons steht Kipchoge im Fokus, wird von der Öffentlichkeit gefeiert. Gleichzeitig lastet natürlich großer Druck auf dem drahtigen 1,67-Meter-Mann. Er muss am Sonntag liefern.

Kenianer lässt gerne seine Beine sprechen

"Ich habe mich nach meinem Sieg in London im April nur noch auf Berlin fokussiert", sagt er am Freitag auf der Pressekonferenz. "Und ich kann versichern, dass ich am Sonntag ein gutes Rennen laufen werde. Ich möchte meine persönliche Bestzeit unterbieten", gibt Kipchoge die Richtung vor. Die Bestzeit des Olympiasiegers ist mit 2:03:05 Stunden nur acht Sekunden vom Weltrekord entfernt.

Der Mann, den nicht wenige Experten als den besten Marathon-Läufer aller Zeiten bezeichnen, hat zehn seiner elf Marathonrennen gewinnen können. Die Frage, die Kipchoge in den vergangenen Tagen wohl am häufigsten gestellt bekommt, ist eben jene nach einem möglichen neuen Weltrekord.

"Ja, das wäre natürlich sehr gut, wenn ich ihn laufen würde." Er ist kein Mann der lauten, vielen und großen Worte - Kipchoge lässt gerne seine Beine sprechen.

Regen-Spezialist gegen Ex-Weltrekordler

Zweimal hat Eliud Kipchoge mit Weltrekordversuchen in Berlin bereits Pech gehabt: 2015 lösten sich beide Innensohlen seines Schuhs. Unter Schmerzen gewann er trotzdem noch in 2:04:00 Stunden. Vor einem Jahr stoppte schlechtes Wetter die Rekordjagd. Kipchoge gewann mit einem "Regen-Weltrekord" von 2:03:32. Nie zuvor lief ein Athlet bei derart schlechten Wetterbedingungen so schnell.

Der einzige, der Eliud Kipchoge bisher über die 42,195 Kilometer bisher bezwingen konnte, war Wilson Kipsang 2013. In Berlin gewann er damals in der Weltrekordzeit von 2:03:13. Viermal lief Kipsang schon unter 2:04 Stunden - das hat bisher noch kein anderer geschafft.

Kipsang will zweite Hälfte wieder schneller laufen

"Ich will so ähnlich laufen wie bei meinem Weltrekord 2013. Damals bin ich die zweite Hälfte schneller gerannt als die erste", erklärt Kipsang, der vor einem Jahr in Berlin nach 30 Kilometern ausgestiegen war. Dass Berlin wohl eine, wenn nicht die schnellste Marathonstrecke auf diesem Planeten ist, befeuert den Zweikampf der Marathon-Giganten noch einmal mehr.

"Die Strecke ist flach, die Bedingungen sind gut, die Zuschauer sind toll", fasst Kipchoge kurz und knapp zusammen. Wenn er und Kipsang sich auf den Straßen der Hauptstadt messen, dann ist das so, als würden sich Messi und Ronaldo auf dem Fußballplatz begegnen. Spektakel und Weltrekordversuche inklusive.

Sendung: rbb UM6, 14.09.2018, 18.00 Uhr

Beitrag von Uri Zahavi

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Oh, vielen Dank für den Hinweis, das war der berühmte eingesprungene doppelte Buchstabendreher.

  2. 2.

    Das Wort Journalistenfragen in der 4 Zeile sieht etwas seltsam aus... da wurden die Wechsstaben verbuchselt :)

  3. 1.

    Kenia - laufen, fragt mal Hajo Seppelt, den Dopingexperten der ARD was er zu dem Thema auf „Lager“ hat.
    Erinnert sei an seinem Bericht anlässlich der WM.
    Allen Volksläufern drücke ich die Daumen für einen guten Lauf.

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