Fußball-WM: Fans der DFB-Elf auf der Berliner Fanmeile jubeln beim 2:1-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Schweden. (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Video: rbb|24 | 24.06.2018 | Bild: dpa/Jens Büttner

Berliner Fanmeile zur Fußball-WM - Deutschland erkämpft sich Last-Minute-Sieg

Es sah schlecht aus für das DFB-Team: Auf der Berliner Fanmeile verfolgten die Besucher, wie Gegner Schweden früh in Führung ging. Der deutschen Elf gelang nach dem Ausgleich zunächst kein Treffer und dann flog auch noch Boateng vom Platz. Doch dann kam Kroos.

Schock, Hoffnung, Resignation und dann doch noch der Jubel: Die Tausenden Fans der deutschen Fußballnationalmannschaft auf der Berliner Fanmeile mussten beim WM-Vorrundenspiel gegen Schweden viel durchmachen. Erst ein Freistoßtor von Toni Kroos am Ende der Nachspielzeit zum 2:1-Erfolg erlöste die mitfiebernden Fußballfans.

Sie sahen am Samstgabend zunächst, wie die Schweden durch Ola Toivonen (32.) in Führung gingen. Kurz nach der Pause erzielte Marco Reus (48.) zwar den Ausgleich. Doch ein weiterer Treffer fiel trotz des erhöhten Drucks der deutschen Mannschaft zunächst nicht. Und dann wurde auch noch Verteidiger Jerome Boateng in der 82. Minute mit einer gelb-roten Karte vom Platz gestellt. Doch der Treffer von Kroos (90.+5) hielt den Titelverteidiger im WM-Rennen.

Rudy muss mit gebrochener Nase vom Platz

Für das deutsche Team ging es nach der 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko bereits um alles. Eine Niederlage hätte das WM-Aus bedeutet. Bei einem Remis hätte die DFB-Elf die Vorrunde nicht mehr aus eigener Kraft überstehen können.

In der deutschen Mannschaft gab es gegenüber der Aufstellung vom Mexiko-Spiel einige Änderungen in der Startelf. Bundestrainer Joachim Löw setzte auf eine Berliner Innenverteidigung. Neben Jerome Boateng verteidigte Antonio Rüdiger anstelle des verletzten Mats Hummels. Herthas Linksverteidiger Marvin Plattenhardt, der im ersten Gruppenspiel gegen Mexiko noch in der Startelf stand, saß dagegen nur auf der Bank, für ihn spielte der Kölner Jonas Hector.

Auch im Mittelfeld baute Löw um: Für den viel kritisierten Mesut Özil spielte der starke Marco Reus, dahinter ersetzte Sebastian Rudy überraschend Sami Khedira. Rudy machte seinen Job gut, aber nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler musste der Bayern-Profi ausgewechselt werden. Später stellte sich heraus: Er hatte sich die Nase gebrochen. Löw brachte Ilkay Gündogan für ihn.

Erst am Abend füllte sich die Fanmeile

Laut Veranstalter waren am Abend zum Spiel der deutschen Mannschaft mehr als Hunderttausend Fußballfreunde auf die Fanmeile gekommen. Im strömenden Regen feierten nach dem Abpfiff die Anhänger der DFB-Elf ausgelassen auf der Straße des 17. Juni. Fahnen wurden geschwenkt und "Die Nummer eins der Welt sind wir" gesungen. 

Am Nachmittag hatten sich auf der Fanmeile nur wenige Besucher den 5:2-Erfolg der belgischen Mannschaft gegen Tunesien oder den 2:1-Sieg Mexikos gegen das Team aus Südkorea angesehen.

Auf der Fanmeile gab es erneut hohe Sicherheitsvorkehrungen. Das Gelände am Tiergarten wurde mit hohen Gittern und Betonklötzen abgesperrt. Rund 500 Wachleute sollen im Einsatz gewesen sein, auch die Polizei schickte Streifen. Taschen, Rucksäcke und Koffer sind auf der Fanmeile generell verboten.

Sendung: Abendschau, 23.06.2018, 19:30 Uhr

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Kommentar

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32 Kommentare

  1. 32.

    Ich habe mich zu dem Link geäußert wie von @ IchMeiJaNur angezeigt wurde ( 25 ). Das hat mir nach dem Spiel Schweden—-Deutschland die Augen geöffnet. Und da ich zugegebenermaßen kein Fußballfachmann/Fan bin, sondern eher zu denen zählen tue, die nur zur WM mal reinschauen, bin ich schon über die „Nichtentscheidung“ des Schiris zum nicht Elfmeter überrascht. Und diesen Nationalstolz trage ICH schon gar nicht vor mir her. Möge der Bessere gewinnen. Auch bleibe ich bei meiner Freude zum Tor von Tony Kroos. Das war 1A geschossen.

  2. 31.

    Was für Kommentarhighlights mal wieder hier..
    Das Mitfiebern mit der deutschen Nationalmannschaft als Nationalismus zu bezeichnen,ist schon sehr einfach gedacht. Nationalismus (Der Begriff ist ja schon negativ behaftet) an sich als etwas Schlechtes zu bezeichnen,ist auch nicht viel intelligenter. Es geht schließlich nur um den Grad der Ausübung. Oder ist der Deutsche etwa besonders dafür anfällig? In jedem anderen Land der Welt würde man sich doch über so eine Diskussion kaputtlachen.

    @Lothar
    Was hat dir bei dem Artikel die Augen geöffnet? Ich kann da nichts besonderes erkennen.

  3. 30.

    Danke für diesen Link. Das öffnet mir jetzt die Augen. Ich bin kein Fußballfan und schaue mir immer bloß die WM an. Aber auch ich fand besonders zu Beginn den Spielverlauf merkwürdig. Peinlich ist das was mir dazu einfällt.

  4. 29.

    Nö, der eine Nationalismus ist so dumm wie der andere. Man schaut nur während der WM darüber hinweg, schüttelt ein wenig den Kopf und schmunzelt.

    Panem et circenses

    Und wenn man nichts anderes hat worüber man stolz sein kein...

  5. 28.

    Na dann beherzigen sie ihren ersten Satz doch erst einmal. das von ihnen zu lesen klingt aber eher nach Hohn oder einen schlechten Witz.

  6. 27.

    Wann, wo hat Deutschland gespielt?
    ... gibt es deutsche in der elf?

  7. 26.

    Dr.Kawasaki hat ja sooo recht...hoffendlich ist bald schluss für Deutschland...damit ihr Höhenflug und Grossschnäuzigkeit ein Ende hat...

  8. 25.

    Naja, eher hat der Schiri der deutschen Mannschaft einen Elfer für die Schweden geschenkt.

    Die 5 Minuten waren schon okay.

    http://www.sportbuzzer.de/artikel/babak-rafati-boateng-foul-war-ein-klarer-elfmeter-wm-schiri-marciniak-beendet/

    @rbb-24 falls der link unerwünscht nehmt ihn bitte raus, danke.

  9. 24.

    Wenn ich mir Kommentare aus dem Ausland ansehe, kommen mir die Tränen. Komplimente und "Liebeserklärungen" an "Germany" und Kroos ohne Ende aus aller Herren Länder (von Nepal über Indonesien, Südkorea, Indien, Polen, Bangladesh, Libanon und Marokko bis zu den USA u.v.a.m.).

    Beachtenwert fand ich auch folgenden Kommentar (meine Übersetzung): "Das Bemerkenswerteste am deutschen Team ist, dass selbst nach einer gelben Karte sich keiner beschwert und nach Fouls keine Show abgezogen wird. Und wenn der Schiri eine Entscheidung getroffen hat, wird die akzeptiert. Schaut euch all die anderen Teams an (z. B. Spanien), wie die sich benehmen was "gute Manieren" und Respekt vor dem Gegner betrifft.

  10. 23.

    Möge der Bessere gewinnen ...
    Sport sollte Sport und Politik eben Politik bleiben. Wäre schön, wenn das endlich "begreifbar" wird.
    "Woher" die Spieler kommen ist doch völlig "wurscht". Sie sind Fussballer - und nicht die schlechtesten. Hey, 'n Hänger kann jeder mal haben.
    Setzt euch hin, atmet mal einfach durch.
    Ok - das "Siegtor" von Kroos war echt "Extraklasse" - ob es zum Titel reicht - "Schaun' 'mer mal.

  11. 22.

    Nee, meine Federboa bleibt im Schrank. Springerstiefel hatte ich mal und fühlte mich unwohl darinnen. Immer schön durchhalten und weiterkämpfen. Ihre Worte.

  12. 21.

    Oh, das ist was für Verschwörungstheoretiker. Der polnische Schiri schenkt Deutschland zusätzliche Spielzeit, damit die dann in letzter Sekunde doch noch gewinnen...
    Das hat was, aber auch paar Unwahrscheinlichkeiten, z.B. die Tatsache, dass der Schiri aus Polen ist und somit nur sehr wenig Interesse daran haben sollte, für Deutschland zu pfeifen. Außerdem hätte er wissen müssen, dass 5 zusätzliche Minuten ausreichen, denn die wurden gleich nach Ende der regulären Zeit angezeigt und das Tot fiel in der fünften Minute der Nachspielzeit. Bisschen wenig zweifelhafte Fakten für eine Verschwörung, oder?
    Frage: Warum wird beim Fußball eigentlich nicht die Zeit bei Unterbrechungen angehalten? Das wäre doch mal eine Neuerung, die zur allgemeinen Gerechtigkeit beitragen würde und das Rätselraten um die Nachspielzeit würde sich erübrigen.

  13. 20.

    Ist aber schon irgendwie auffällig, dass gerade Sie immer auf die Herkunft und die Nationalität hinweisen. Ist denn das in einer modernen Gesellschaft nicht vollkommen egal, oder wie muss ich Ihre sonstigen Kommentare deuten?
    Und dass es im bezahlten Sport ungleich leichter ist Deutscher zu werden, wissen wir nicht erst seit dieser WM. Ich hätte übrigens auch nichts gegen Boateng als Nachbar, aber er vielleicht was gegen mich? wer weiß, wer weiß.

  14. 19.

    Wollte halt nicht, dass ein Tag vergeht, an dem Sie sich nicht aufplustern können. Aber jetzt scheint ja alles wieder gut :-D

  15. 18.

    Wenn man ein Spiel so lange verlängert bis der Favorit ein Tor schießt, das hat mit "Glück" wenig zu tun. Danke lieber Schiri.

  16. 16.

    "Deutschland, Deutschland, Deutschland!"
    Man stelle sich das Gebrüll bei einer AfD-Demo vor und die Reaktion darauf.
    Vier Wochen gelebter Nationalismus - danach sind das wieder alles Nazis, Rechtsradikale, Geschichtsrevisionisten.
    BRD 2018.

  17. 15.

    Worüber können Sie denn in unserem Land nicht mehr lachen? Sie wieder Ausländer an ihren persönlichen Problemen Schuld? Den Deutschen geht es wunderbar! Bei soviel Hetze gegen die Politik und dieser ständigen Unzufriedenheit, ohne sich aber selbst irgendwie für etwas positives zu Engagieren, kann einem schlecht werden. Deutschland ist auch mein Land, ich bin zufrieden mit der Bundesregierung und lasse mir von einer Minderheit keine Probleme einreden, die wir hier nicht haben. Schauen Sie sich mal wo anders um, da haben die Menschen tatsächlich nichts zu lachen. Reflektiert Euch lieber mal, als ständig nur negatives zu verbreiten. Und Fußball ist nur Fußball. Freut Euch mit der Mannschaft und sucht nicht ständig und überall das Haar in der Suppe. Mißgunst ist eine sehr beschämende deutsche Eigenschaft.

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