Ein trauriger Fußball-Fan vor dem Brandenburger Tor (Quelle: ZB/Jens Büttner)
Audio: radio eins | 28.06.2018 | Ricardo Westphal | Bild: ZB

Debatte zu Public Viewing am Brandenburger Tor - The Fanmeile Must Go On

Bedeutet das Aus des DFB-Teams bei der Fußball-WM in Russland auch das Ende für die Fanmeile vor dem Brandenburger Tor? Die Veranstalter wollen weitermachen, die Gastronomen sind skeptisch, und die zuständige Senatorin will sich noch nicht festlegen.

Geht der Betrieb von Deutschlands größter Fanmeile trotz des vorzeitigen Ausscheidens des DFB-Teams bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland weiter? Veranstalter und Berliner Verwaltung haben durchaus unterschiedliche Ansichten zur Zukunft des Public Viewings vor dem Brandenburger Tor.

"Natürlich ist es enttäuschend, dass die deutsche Mannschaft ausgeschieden ist", sagte Anja Marx von der zuständigen Agentur B2 dem Sport-Informations-Dienst. "Aber es ist trotzdem Fußball-WM und schönes Wetter. Bei uns können die Menschen eine tolle Sommer-Party erleben." Demnach sollen ab der K.-o.-Run­de alle Spiele auf der 80 Quadratmeter großen Leinwand übertragen werden.

Senatorin will Zuschauerzustrom beobachten

Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne) kann sich hingegen vorstellen, die Straße des 17. Juni schon früher als geplant wieder räumen zu lassen. Man müsse nun sehen, wie groß der Zuspruch in den kommenden Tagen sei, sagte Günther dem rbb. "Aber wenn es praktisch gähnende Leere ist, muss man da vielleicht noch mal anpassen."

"Ich glaube schon, dass sich noch genügend Fans finden, die sich die anderen Spiele gemeinschaftlich angucken wollen", so Günther. "Insofern will ich da jetzt nicht vorschnell ein Urteil fällen." Dennoch bleibe auch der vorzeitige Abbau eine Option.

Skepsis bei den Gastronomen auf der Fanmeile

Skepsis herrscht auch bei den auf der Fanmeile vertretenen Gastronomen. Nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft blicken sie auf ungewisse Wochen. Ab dem Achtelfinale, das am Samstag mit dem Spiel Frankreich gegen Argentinien beginnt, stehen einschließlich dem Spiel um Platz drei und dem Finale in Russland noch 15 Spiele auf dem Programm, nur eben "mit weniger Menschen" als bei den drei DFB-Spielen, sagte ein Sprecher der Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei am Donnerstag.

In den vergangenen Jahren profitierte die Partyzone stets vom langen Verbleib des DFB-Teams im Turnier. Unter Bundestrainer Jogi Löw hatte die DFB-Elf seit 2006 bei großen Turnieren immer das Halbfinale erreicht. Nach dem WM-Triumph 2014 in Brasilien ließ sich die Löw-Truppe im Herzen der Hauptstadt auch feiern.

Sendung: Inforadio, 28.06.2018, 8.40 Uhr

Kommentar

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23 Kommentare

  1. 23.

    Für die Kosten könnte man diverse Arbeitslose zum Millionär machen. Verschwendung.

  2. 22.

    Diese Form der Lieferdienste sind verschwindend gering gegenüber all der vielen PKWs die durch die Straßen in der Innenstadt herumkurven, in zweiter Reihe parken weil sie schnell noch beim Lieblingshändler ihrer Wahl etwas besorgen müssen. Was locker auch z.B. mit einem Lastenfahrrad bewältigt werden könnte. Oder sogar zu Fuß. Bedenken Sie bitte auch, viele ältere und gebrechliche Menschen benutzen heutzutage sehr gerne den Lieferdienst. Ich bleibe dabei, die Bequemlichkeit alles mit dem Auto zu erledigen überwiegt hier immernoch sehr. Das Argument, die Öffis seien überfüllt ist eine vorgeschobene Ausrede.

  3. 21.

    Ja eben, die Bequemlichkeit hat Vorrang. Auch Ihr Argument zieht nicht. Wocheneinkauf könnte man auch tunlichst aufteilen. Die Woche hat 7 Tage. Außerdem sehe ich täglich Personen in nicht überfüllten Öffis sitzen mit ihren Einkäufen, mich eingeschlossen und es funktioniert hervorragend. Es ist schon echt eine Unsitte geworden mit dem Wagen zum Einkauf zu fahren. Wenn man weit draußen wohnt, wo es keine Läden weit und breit gibt, dann verstehe ich das ja immerhin. Dafür gibt es ja auch jetzt die riesigen Einkaufzentren im Umland. Aber in der Innenstadt, ne,ne da macht ihr Autofahrer es euch schön leicht.

  4. 20.

    Die Technik (Viedeowalls , Bühne, Trussen, P.A., Licht etc. ) ist teuer, darüber hinaus Infrastruktur ( mehrere Stromnetze, Ab- und Zuwasser , Absperrungen etc.) + Techniker, Hands und Security. Das Land Berlin ist mit 75% an der ausführenden Agentur beteiligt. Also wäre Kostenminimierung nicht soo schlecht....
    Warum nicht die vielen Rudeiguck-Plätzen (z.B. Bikinihaus, 11Freunde Quartier, Dachlounge von 88,8 etc. ) den Leuten schmackhaft machen ?
    Cateringrechte sind ebenfalls teuer und müssen von den Gastronomen hart erwirtschaftet werden, die meisten werden wahrscheinlich ihre Kosten noch nicht erwirtschaftet haben und es auch nicht mehr können - daher lieber die Reissleine ziehen !
    Zu guter letzt: wir haben z.Zt. mehr als 140 Baustellen in der Stadt, wenn man den 17. freigeben kann ?!
    Wir werden niemals 2006 oder 2014 wiederholen können, Fanmeile war grossartig, aber das war die Love-Parade auch.....

  5. 19.

    "Warum sollte die Fanmeile abgebaut werden? Es gibt in Berlin noch immer zahlreiche Menschen, denen es um Fußball geht - und nicht nur darum, dumpf zu brüllen und ihre AfD-Parolen zu streuen."

    Da bin ich ja gespannt wieviele deutsche Fußballfans es gibt, denen es tatsächlich um diese Sportart geht (wie sie oft behaupten) und nicht nur um nationale Deutschland-Jubel-Exzesse in der Masse.

  6. 18.

    Entschuldigen Sie das ich den Wocheneinkauf für meine 4 Köpfe Familie lieber mit dem Auto erledige, als voll gepackt mit zig Tüten in der überfüllten U und SBAHN zu sitzen mit der Hoffnung das die neuen Umwelt schonenden Papiertüten nicht im vollsten Getümmel kaputt reißen. Im Auto habe ich nämlich große Mehrwegkörbe ohne mir ständig neue Tüten kaufen zu müssen....Aber klar Sie gehen für einen Großeinkauf natürlich liebend gerne zu Fuß und schleppen sich kaputt

  7. 16.

    Bedenken sie bitte auch, dass SEHR SEHR viel mehr Lieferfahrzeuge unterwegs sind, die die im Internet bestellten Artikel liefern. Das sind richtig viel viel mehr, hinzu kommen Pizza-Service, Lebensmittel-Frei-Haus-Lieferanten usw. Das wird immer vergessen, weil es ja so bequem ist, im Internet und bei Amazon zu bestellen!

  8. 15.

    Ihr Argument zieht nicht mit den Öffis nicht zu fahren weil zu überfüllt. Sie brauchen nicht zur „Rushhour“ diese benutzen, wenn jede,jeder von der Arbeit kommt. Geschäfte haben bekanntlich schon bis 20-22 Uhr oder sogar länger geöffnet. Also landen wir hier sehr schnell auf die Bequemlichkeit zurück. Darum fahren ja eben viele mit dem Auto und verpesten die Luft hochgradig. Deshalb auch das neue Mobilitätsgesetz, gelle?

  9. 14.

    Da gebe ich Ihnen Recht - ich bin auch zu fein und viel zu bequem, mich in überfüllte Offis zu setzen - schon gar nicht, wenn ich vom Einkaufen komme.

    Die BRD ist - zu Recht - raus, warum also weiter die Behinderung des Straßenverkehrs.
    Sonst jammert der linksgrüne Senat über die hohen CO²-Werte, da werden Magistralen entschleunigt, aber, wenn es darum geht, Bürger davor zu schützen, werden unnötig Umleitungen in Kauf genommen, Bürger dem extrem erhöhten CO² ausgesetzt, nur weil einige wenige, vor dem Brandenburger Tor "feiern" wollen. und das noch bis zum 17.07.!!!

  10. 13.

    Lothar, das sehe ich genau so wie Sie: Fußballfeste sollte man feiern und sich an spannenden Spielen erfreuen ohne sich an Nationalfahnen festzuklammern. Möge die beste Mannschaft gewinnen. Die schlechteste Mannschaft ist ja nun wieder zuhause, aber das ist ein anderes Thema.

  11. 12.

    Fragen Sie sich doch einmal, weshalb der Verkehr kollabiert? Zuviel Fahrzeuge werden genutzt um nur mal schnell Einkaufen zu fahren, was locker auch mit den Öffentlichen erledigt werden kann. Aber man ist sich ja zu fein dafür und viel zu bequem.

  12. 10.

    Da gehen soundso nur die Event-Fans hin!

  13. 8.

    Das Vorrundengetänzel ist überflüssig. Gleich KO-Runden unter den Qualifizierten auslosen.

  14. 7.

    Fanmeile schließen, Stau auflösen.
    Den anderen Mannschaften kann man auch daheim oder beim örtlichen Griechen huldigen, es gibt genug stau-lose Möglichkeiten für public viewing.

    Dieses ewige Sperren der Straßenzüge für jede auch nur denkbare Veranstaltung sollte aufhören. Wir haben ein Mobilitätsgesetz in Berlin, und da ist ne Sperre mittendrin? Radler, Fußgänger, Läufer und PKWfahrer müssen riesige Umwege in Kauf nehmen und können da nicht durch? Nur weil die angereisten Touristen dort feiern wollen? Da verstopft ein ganzer umliegender Stadtteil und versinkt in Abgasen? sorry, ne... oder macht es draußen, am BER oder so, wo es keinen stört. Platz ist da ja :-)

  15. 6.

    Warum sollte die Fanmeile abgebaut werden? Es gibt in Berlin noch immer zahlreiche Menschen, denen es um Fußball geht - und nicht nur darum, dumpf zu brüllen und ihre AfD-Parolen zu streuen.

  16. 5.

    Die Fanmeile bitte unverzüglich schließen, denkt an die Umwelt, schließen und Staus und Stickoxide vermeiden!

  17. 4.

    Fanmeile bitte schließen. Es war noch verständlich und vertretbar als unsere Elf drin war. Auch wenn es ärgerlich ist, dass der Verkehr drum herum völlig kollabiert. Denkt bitte an die Menschen die nach einem 8 Std. Tag nach Hause wollen ohne ewig im Stau zu stehen.

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