Annika Hocke und Ruben Blommaert. (Quelle: imago/Bobylev)
Video: rbb UM 6 | 31.01.2018 | Birgit Hofmann | Bild: imago sportfotodienst

Porträt | Die Berlinerin Annika Hocke startet in Pyeongchang - Als Schülerin aufs olympische Eis

Annika Hocke hat sich als Eiskunstläuferin für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang qualifiziert. Eine bemerkenswerte Leistung, denn die 17-jährige Berlinerin übt ihren Sport gewissermaßen nebenbei aus. In erster Linie ist sie Schülerin. Von Christian Dexne

Annika Hocke muss auch kurz vor den Olympischen Spielen noch die Schulbank drücken. Eines ihrer Lieblingsfächer am Schul- und Leistungssportzentrum in Berlin ist der Kunstunterricht. Im Moment steht Fotografie auf dem Lehrplan. Kunst in jeder Form ist einfach ihr Ding. "Unser Sport ist auch sehr künstlerisch. Mir macht es besonders viel Spaß die Musik zu interpretieren, Ausdruck rüberzubringen und das Publikum mitzureißen", sagt die 17-Jährige.

Seit ihrem vierten Lebensjahr ist die Berlinerin mit Leidenschaft auf dem Eis unterwegs. Sie gilt als großes Talent und startete 2016 noch als Einzelläuferin bei den Olympischen Jugendspielen in Lillehammer. Dort wurde Hocke Elfte.

Annika Hocke und Ruben Blommaert. (Quelle: imago/Huebner)
Im Einklang mit der Musik: Annika Hocke mit ihrem Laufpartner Ruben Blommaert. | Bild: imago sportfotodienst

Seit 2017 im Paarlauf am Start

Vor einem Jahr traf sie Ruben Blommaert, einen belgischen Paarläufer, der schon seit vielen Jahren für Deutschland an den Start geht. "Bei der Deutschen Meisterschaft 2017 habe ich Annika kennengelernt und gedacht, es könnte perfekt passen, von der Größe und was sie auf dem Eis kann, und dann habe ich sie angesprochen", sagt ihr heutiger Eis-Partner.

Blommaert war 2017 Deutscher Meister geworden, doch er trennte sich von seiner damaligen Partnerin Mari Vartmann und ging eine sportliche Partnerschaft mit Hocke ein. Es passt ziemlich perfekt: Das neue Eiskunstlaufpaar trainiert abwechselnd in Berlin bei Knut Schubert und in Oberstdorf bei Alexander König. Der Start ins Olympiajahr lief gut, bei der Europameisterschaft in Moskau wurden die beiden Achte.

Annika Hocke und Ruben Blommaert. (Quelle: imago/Bobylev)
Dabei sein ist alles: Hocke/Blommaert reisen als zweites deutsches Paar zu den Olympischen Spielen. | Bild: imago sportfotodienst

Im Gepäck sind auch die Schulbücher

Doch in Pyeongchang wird die internationale Konkurrenz größer sein. Annika Hocke reist tatsächlich unter dem Motto "Dabei sein ist alles" nach Südkorea. Schon das Erreichen des Finales der besten 16 Paare wäre ein großer Erfolg. Doch trotz der sportlichen Außenseiterrolle ist die Vorfreude groß: "Ich habe mir kürzlich ein Video der Eishalle angesehen, die ist riesig. Da werden 12.000 Zuschauer live dabei sein und ich freue mich einfach sehr, dass ich mal vor so einer großen Kulisse laufen kann", sagt Hocke.

Selbst im fernen Südkorea wird aber der Berliner Schulalltag für Hocke präsent sein: "Die Schlittschuhe, die Kleider werden mitgenommen. Ich werde ein paar Sachen mitnehmen, die es mir heimatlich machen, und es werden leider auch ein paar Schulsachen mitgenommen." Denn ein erfolgreiches Abitur ist Annika Hocke am Ende noch wichtiger als sportlicher Erfolg.

Beitrag von Christian Dexne

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