02.11.2019, Berlin: Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - Hertha BSC, 10. Spieltag, Stadion An der Alten Försterei. Hertha Fans zünden im Fanblock Pyrotechnik. (Quelle: dpa/Gora)
Video: Abendschau | 02.11.2019 | Bild: dpa/Gora

Hertha BSC bei Union Berlin - Raketen gen Trainerbank, Vermummte auf dem Spielfeld

Ignorierte Einlasskontrollen, Pyrotechnik von den Rängen, Spielunterbrechung, Vermummte, die auf das Spielfeld stürmen: Beim Berliner Bundesliga-Derby war einiges los. Leider vorzugsweise abseits des Sports.

Die Fußballfans der Hauptstadt hatten sich auf ein spannendes und friedliches Derby zwischen dem 1. FC Union Berlin und Hertha BSC gefreut - doch schon wenige Minuten nach Anpfiff landete eine Leuchtrakete aus dem Hertha-Block auf der Haupttribüne. Nach der Pause zündeten beide Fanlager Pyrotechnik in ihren Blöcken. Aus den Reihen der Gästezuschauer flogen erneut Geschosse - diesmal in Richtung des Rasens. Daraufhin unterbrach Schiedsrichter Aytekin die Partie für mehrere Minuten.

Bereits auf ihrem Fußweg vom Bahnhof Wuhlheide zum Stadion waren die etwas mehr als 1.000 blau-weißen Fans von einem starken Polizeiaufgebot begleitet worden. Vereinzelt wurde dabei Pyrotechnik gezündet. Etwa 2.500 Hertha-Anhänger wurden zu der Partie im Stadion erwartet. Hunderte Hertha-Fans machten sich in Sonderzügen der S-Bahn auf den Weg zum ersten Bundesliga-Derby der beiden Berliner Fußballklubs.

Am Abend twitterte die Polizei, dass zwei Personen durch Leuchtgeschosse leicht verletzt wurden, ein Polizist sowie ein Fan von Union Berlin. Wegen des Einsatzes von Pyrotechnik seien zudem Strafermittlungsverfahren eingeleitet worden, hieß es.

Alkoholverbot im Stadion

Direkt nach dem Abpfiff kletterten mehrere Dutzend vermummte Männer über die Absperrungen und rannten aus den Fanblöcken von Union heraus auf das Spielfeld. Die Spieler von Union - die nach dem späten 1:0 durch Sebastian Polter - eigentlich ihren Sieg mit den Fans feiern wollten, stellten sich den Vermummten entgegen und forderten sie auf das Spielfeld wieder zu verlassen. Weitere Zwischenfälle blieben daraufhin aus.

Auch beim Einlass ins Stadion gab es Probleme. Offenbar kamen Fans des 1. FC Union unkontrolliert ins Stadion. Das teilte sie Berliner Polizei über ihren Twitterkanal mit. Wie viele Fans sich der Einlasskontrolle entzogen haben, war zunächst unklar. 

Verantwortliche beider Vereine hatten vor dem Spiel zu Fairplay aufgerufen. Die Alte Försterei ist ausverkauft. Im Internet oder auf dem Schwarzmarkt wurden Tickets für über 1.000 Euro angeboten - im Normalfall beginnt die Preisspanne bei acht Euro. Im Stadion gilt ein Alkoholverbot.

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39 Kommentare

  1. 39.

    Also solche "Vollidioten" gehören einfach nicht in ein Deutsches Fussballstadion !!! Das gilt für beide Seiten !!!! Genau solchen Personen haben wir es zu verdanken, daß diese ein eigendliches Fussballfest zu einem Skandalspiel machen und in diesem Rahmen die Öffentlichekit suchen. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn solche Personen dingfest gemacht werden und diese lebenslanges bundesweites Stadionverbot erhalten. !!!!! Absurd ist, daß sich die angebl. vermummten Unionfans sogar mit ihrem eigenen Torhüter prügeln wollten. Ein Glück hat der Torhüter ein Herz bewiesen und diese schandhaften Personen vom Platz gejagt. Es gibt ausreichend Videomaterial, eben genau diese Personen (hoffentlich) dingfest zumachen. Ein schwarzer Schatten liegt über diesem Derby. Aberes war ja irgendwie klar, daß es regelrecht "scheppern" würde. Es war nur eine Frage der Zeit, wobei ich hierbei auch die Schuld der Berliner Polizei gebe, die ja eigendlich mit solchen Derbys ERfahrung haben müsste. Schade

  2. 38.

    Ich möchte mich als Hertha-Fan für dieses Auftreten entschuldigen, auch wenn ich damit nichts zu tun hatte und es ganz und gar nicht gut heiße. Das, was da passiert ist, war inakzeptabel, kriminell, idiotisch. Es war nur ein kleiner Bruchteil der Fans die im Stadion waren, die sich daneben benommen haben. Leider konnte ich nicht dabei sein, aber von anwesenden Freunden habe ich gehört, dass diese Idioten auch von den richtigen Hertha Fans nicht gutgeheißen wurden. Ich hoffe, die Verantwortlichen werden erwischt.
    Wenn ich jetzt hier lese, dass alle Hertha-Fans bestraft werden sollen, kann ich das aus emotionaler Sicht zwar verstehen, aber wäre zutiefst traurig darüber. Ich, der gerne beim Derby dabei gewesen wäre, um lautstark aber friedlich die alte Dame zu unterstützen, würde auch bestraft werden. Es gibt einen kleinen Teil an Idioten im Fanlager (auf beiden Seiten), aber der Großteil distanziert sich deutlich von den Affen.
    Hahohe

  3. 37.

    Bei jedem (!!!!) Derby zwischen Köln und Gladbach geht es erheblich schlimmer zu. Was soll die künstliche Empörung. In der Rigaer war am Wochenende erheblich mehr los. Da regt sich mittlerweile niemand mehr auf.

  4. 36.

    Einfach nur eine Schande, was da passiert ist. Egal, wer angefangen hat. Das sind keine Fans, das sind gewalttätige Chaoten, die hart bestraft gehören. Man schämt sich, Berliner zu sein.

  5. 35.

    Interessant ist, das folgende mal gegeüberzustellen:
    Stuttgart 21, friedliche Demonstration.
    Der Rentner Dietrich Wagner bei dem Wasserwerfereinsatz im September 2010 nahezu erblindet, 160 Demonstranten verletzt.
    auf der anderen Seite im Fußball:
    wildgewordene "Fans", Körperverletzung, Sachbeschädigung, Nötigung und alles in großem Maße.
    Da fragt man sich doch, wo die Wasserwerfer, das Tränengas und Pfefferspray bleiben? Wird doch bei Demo's sehr gerne genommen.
    Und am Ende müssen wir das Ganze dann auch noch bezahlen, verkehrte Welt!

  6. 34.

    Hertha wird schon wissen, wer warum Karten für ein solches Spiel bekommt - und wer nicht.

    Ich würde es zumindest ehrlich finden, wenn - und das betrifft sehr viele Vereine, nicht nur Hertha - man offen zugäbe, dass man auf die sogenannten Ultras nicht verzichten möchte; mit allen Nebenwirkungen, welche dies mit sich bringt.

    Oder dass man es nicht mehr im Griff hat, in irgendeiner Form Einfluss auf diese Gruppierungen zu nehmen - vom Ticketverkauf an den regulären Kanälen vorbei, über Rücksichtslosigkeiten gegenüber eigenen und gegnerischen Fans wie Verantwortlichen bis hin zum Abbrennen von Pyrotechnik und den damit verbundenen Strafen für den Verein, den man vorgibt und oftmals sogar ernsthaft glaubt, zu unterstützen.

    Ich bin dem ersten Verein dankbar, der den Mut und überhaupt noch die Handhabe besitzen wird, diesen Mob komplett aus dem Vereinsleben auszuschließen.

  7. 33.

    @ Berthold: Sehr guter Vorschlag! Schade, dass sich kein Verein traut, das zu bringen.

    Nachdem das Derby vorab von vielen Medien - auch dem rbb! - unnötig aufgeblasen wurde hinsichtlich der zweigeteilten Stadt, der Rivalität usw. ist nun also das passiert, über was man nun auch wieder klickreich berichten kann.

    Union hat definitiv ein Einlasskontrollen-Problem, bitte mal selbstkritisch analysieren! Als mein SCF am letzten Spieltag bereits aufgestiegen und Union im vorderen Mittelfeld gesichert war, hat der Gästeeinlass über eine Stunde gedauert, hat sich angefühlt wie ein Hochsicherheitsspiel. Neulich hingegen ging´s auffallend schnell - mit dem Ergebnis, dass die beknackten Freiburger Ultras Pyros gezündet, damit beiden Vereinen geschadet und im Anschluss den Gästeblock verwüstet zurückgelassen. Es sind immer wieder die altbekannten Leute, die gegen die Regeln verstoßen!

  8. 32.

    Es ist Unsinn, dass Raketen ausschließlich von Hertha-Seite Richtung Innenraum geschossen wurden. Auch aus dem Union-Block wurde das versucht. Blieb glücklicherweise im Netz hängen.

    Das empörte Aufgeheule der Unioner ist generell ziemlich selbstgerecht. Die haben in der Vergangenheit nun wahrlich keine Gefangenen gemacht, es lassen sich da zahllose Beispiele anführen.

    Der Hertha-Anhang auf fremdem Territorium noch etwas hemmungsloser, wie das bei Derbys meistens der Fall ist. Aber besonders viel haben sich gestern beide Seiten nicht genommen.

  9. 31.

    Ich habe die Szenen in der Sportschau und im ZDF gesehen, inklusive der Stellungnahmen der Vereinsabgesandten. Die Stellungnahmen waren geprägt von beschwichtigenden, wachsweichen Äußerungen u.a. mit Rechtfertigungen, wonach die anderen angefangen hätten usw.
    Der Fisch stinkt vom Kopf her. Warum bitte haben denn nicht beide Vereinsvertreter gesagt: "Wir werden die Leute identifizieren, die sich nicht an die Regeln gehalten haben. Sie werden nie wieder einen Fuß in ein Fußballstadion in Deutschland setzen."
    Was bitte hält die Vereine davon ab? Damit liese sich das Problem lösen.
    Die Gesellschaft, und damit meine ich vorrangig die Polizei, muss sich das auf jeden Fall nicht bieten lassen. Wenn die Fußballstadion zu Randaleplätzen verkommen sollen - bitte sehr. Aber dass die Gesellschaft die Sicherheit finanziert und die Vereine sich einen schlanken Fuß machen, ist nicht akzeptabel.

  10. 30.

    Pyrotechnik hat im Stadion nichts zu suchen. Es sollten Löschfahrzeuge im Stadion bereit stehen . Sobald eine Gruppe von Vollidioten ein Feuer entfachen, sollte man dieses mit Wasser löschen, also in die Gruppe den Schauch halten.

  11. 29.

    Etwas Verhältnismäßigkeit bei den Urteilen, die hier gefällt werden, wäre wünschenswert. Wie viele Fußballfans waren im Stadion und wie viele davon haben mutmaßlich Straftaten begangen? Sofort gleich alles verbieten zu wollen, ist emotional, nicht rational.

    Dass Straftaten zu verfolgen sind und nicht in irgendeiner Form vereinsintern oder innerhalb der Liga geklärt werden sollten, ist - eigentlich - klar. Die bisherige Praxis, bei solchen Verhaltensweisen publikumslose Spiele und Geldstrafen zu verhängen, wird jedoch niemanden unter den mutmaßlichen Täter*innen abschrecken, sondern gleich alle potenziell im Stadion Anwesenden pauschal abstrafen. Das ist Willkür.

    Was folgen sollte, sind transparente Umgangsweisen mit den Verdächtigen: Strafrechtliche Ermittlungen müssen der Standard sein. Wenn es extra für Fußballspiele Sonderermittelnde braucht, bittesehr. Dauerkartenentzug etc. sowie temporäres Stadionverbot, Zwangsabgaben für soz. Projekte u. gewaltfreie Kommunikation.

  12. 28.

    Oje Hertha bekommt noch mal 100 Mios ?! Ehrlich, das reicht auch nicht um sich Klasse zu kaufen!

  13. 27.

    So sieht es aus! Leuchtraketen auf Menschen schossen im Übrigen NUR die Herthaner. Die Handvoll Union-Hitzköpfe nach Abfiff auf dem Spielfeld waren m.E. in Reaktion auf die Pyroattacken unterwegs und wurden vom eigenen Verein gestoppt.

    Besonders erschreckend, aber letztlich auch erwartbar, fand ich die Bagatellisierungsversuche durch die Herren Preetz und Covic.

  14. 26.

    Es ist und bleibt eine Rivalität zwischen den Vereinen und Fanlagern, natürlich kochen die Emotionen hoch und es geht heiß her. Dass es heiß wird und der Sport hier einen Höhepunkt setzt, ist und bleibt für Berlin und der Region ein gutes Aushängeschild. Pyrotechnik im Stadion sollte meiner Meinung nach nur mit Absprache der Ordnungskräfte und der Vereine von geschulten und zugelassenen Technikern entzündet werden. Den Fußball verachtenden Menschen sei gesagt, dass sie gerne aus dem Umfeld der Stadien wegziehen können und in der Uckermark oder im Oderbruch ein Haus auf dem Feld für sich kaufen können. Ich ziehe schließlich auch nicht über eine Kneipe und beschwere mich nicht anschließend über die Lärmbelästigung. Im diesen Sinne Sport frei und endlich ist Berlin ein Höhepunkt im internationalen Fußballeventkalender!

  15. 25.

    Beide (!) Vereine sollten eine Strafe von jeweils 2 Millionen entrichten müssen, das Geld kann man ja von seinen "Fans" eintreiben. Es sind ja nicht nut die kriminellen Elemente, es sind ja auch die restlichen "Fans" die dieses Verhalten decken und billigen.

    Von dem Geld wird dann der Polizeieinsatz bezahlt und die Schäden, die diese kriminellen Vereinigungen begangen haben.

  16. 24.

    Ich bin für absolutes Pyro-Verbot in Stadien. Wer erwischt wird, sollte zur Abschreckung lebenslang Stadionverbot erhalten.

  17. 23.

    Was für Idioten beiderseits.
    Allerdings muss man sich fragen, wo bleiben die Kontrollen?
    Das könnte ja auch Sprengstoff so ins Stadion
    gebracht werden.

  18. 22.

    Beide Veriene und Fan-Lager haben bewiesen, dass sie eines Stadt-Derbys auf Niveau einer Welt-Metropole nicht würdig sind. In Zukunft spielen bitte nur nch im Post-Stadion ohne Fans gegeneinander.

    Die Behörden würden jede Demo verbieten, die Bengalos und Gewalt einsetzt, aber hier schauen wir über Jahrzehnte immer noch zu? Das ist doch verantwortungslos.

  19. 21.

    Na Mensch, eine geile Werbung für Berlin wurde hier abgeliefert. Die eigenartige Reaktion eines schlecht verlieren könnenden Managers der Hertha, das bekloppte Verhalten deren Fans, das Bauen wollen müssen eines Stadions im Naturschutzgebiet und Verdrãngen wollens von Anwohnern, aber auch das Verhalten der Union-Ultras nach dem Spiel, haben mich fast endgültig vom Berliner Fußball abdrücken lassen. Einzig die Reaktion der Unionspieler, sich den Idioten entgegenzustellen und deren Sieg in einem tollen Spiel lässt mich auf Union hoffen.
    Ansonsten ist der Berliner Fußball für mich damit fast gestorben.
    Ich bin gespannt auf das Nachspiel beim DFB und der Konsequenzen.

  20. 20.

    Beide Vereine haben gezeigt, dass sie vernünftiges Stadt-Derby nicht können. Das war eine Schande für unsere Stadt von beiden Seiten. Als Bürgermeister würde ich beiden Vereinen das Vereinsrecht entziehen.

    In Zukunft werden bitte nur noch Spiele ohne Zuschauer im Stadion ausgetragen. Ich bin als Mitbürger nicht bereit, dafür zu zahlen und auch noch eine Schädigung des Stadtimages in Kuf zu nehmen.

    Lächerliche Fans und Ultras auf beiden Seiten - und nein: Nach all diesen Jahren mache ich da keinen Unterschied mehr. Fans haben das zu lange über Jahrzehnte als Zustand akzeptiert. Es ist dieselbe Frage wie beim Klimawandel pder im dritten Reich: Warum habt Ihr nichts (Ausreichendes) getan?

    Ende Gelände.

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