Kenenisa Bekele bei der Pressekonferenz vor dem 46. Berlin-Marathon (Quelle: imago images/Andreas Gora)
Audio: Inforadio | 27.09.2019 | Guido Ringel | Bild: imago images/Andreas Gora

46. Berlin-Marathon - Bekele will der jungen Konkurrenz "den Weg zeigen"

Ein Weltrekord ist beim 46. Berlin-Marathon am Sonntag nicht in Sicht, aber spannend wird es trotzdem. Während sich bei den Männern der erfahrene Bekele gegen die junge Konkurrenz aus dem eigenen Land beweisen muss, sind bei den Frauen fast alle Topläuferinnen an Start.

42,195 Kilometer durch die Hauptstadt: Diesen Weg legen am Sonntag wieder tausende Sportler beim Berlin-Marathon zurück. Verlaufen kann man sich praktisch nicht, denn die Strecke ist mit blauer Farbe auf dem Berliner Asphalt gekennzeichnet. Und trotzdem könnten einige der Spitzenläufer wohl ihre ganz persönliche Navigation bekommen.

Olympiasieger Bekele sitzt die junge Konkurrenz im Nacken

"Ich werde ihnen den Weg zeigen", scherzte der dreifache Olympiasieger Kenenisa Bekele am Freitag auf der Pressekonferenz, als er auf seine jüngeren Konkurrenten angesprochen wurde. Der Äthiopier ist mittlerweile 37 Jahre alt. Mit Leul Gebrselassie (26 Jahre) und Berhanu Legese (25 Jahre) sitzt ihm zwar Konkurrenz aus dem eigenen Land im Nacken, er gibt sich dennoch gelassen.

Und das, obwohl Bekeles Vorbereitung alles andere als optimal verlief. "Ich hatte nur drei Monate zur Vorbereitung. Eigentlich zu wenig für einen Marathon. Eine Verletzung hat mich zu einer Pause gezwungen", so der Sieger des Berlin-Marathons von 2016. "Aber ich habe mich reingehangen und glaube, dass ich jetzt fit bin und Sonntag etwas zeigen kann."

Der Weltrekord ist kein Thema

Die Elite der Männer peilt ein Jahr nach dem Weltrekord von Eliud Kipchoge (2:01:39 Stunden), der in diesem Jahr auf einen Start beim Berlin-Marathon verzichtet, eine Zeit um 2:03 Stunden an. "Es ist natürlich nach so einem Fabelweltrekord schwierig, da eine Schippe draufzulegen. Deswegen haben wir von dem Thema Weltrekord in diesem Jahr Abstand genommen", erklärte der sportliche Leiter Mark Milde.

Frauenfeld stark besetzt

Ein Umstand, der am Sonntag die Frauen stärker in den Mittelpunkt rücken könnte. Mit der zweifachen Olympiasiegerin Meseret Defar aus Äthiopien, der dreifachen Berlin-Siegerin und Weltrekordhalterin Gladys Cherono (Kenia) und Ex-Weltmeisterin Mare Dibaba (Äthiopien) gehen gleich drei Stars der Szene an den Start. Von den Weltklasse-Läuferinnen sagte lediglich Vivian Cheruiyot aus Kenia ab.

Deutsche Hoffnungen ruhen auf Hahner, Kejeta und Pflieger

Unter den deutschen Teilnehmerinnen sind die Berlinerin Anna Hahner und Debütantin Melat Kejeta die größten Hoffnungsträgerinnen. Hahner will bei ihrem Heimspiel die Olympia-Norm von 2:29:30 Stunden knacken. Die gebürtige Äthiopierin Kejeta, die seit diesem Jahr die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, verfolgt einen noch ehrgeizigeren Plan. "Mein Ziel sind sogar 2:22 Stunden", sagte Kejeta, deren längste gelaufene Strecke bislang 40 Kilometer sind.

Auch der Regensburger Philipp Pflieger peilt die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio an. Dafür müsste er eine Zeit von 2:11:30 Stunden schaffen und somit seine persönliche Bestzeit (2:12:50) unterbieten. "Ich glaube, dass die Trainingswerte darauf hindeuten, dass ich Bestzeit laufen kann", so Pflieger.

Sendung: rbb24, 27.09.2019, 16 Uhr

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