Theo Reinhardt jubelt nach einem Rennen. Quelle: imago/Mario Stiehl
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Porträt | Theo Reinhardt - Die Mischung macht's

Am ersten August-Wochenende verwandeln "Die Finals" Berlin in eine urbane Wettkampfarena. Im Bahnradfahren geht Theo Reinhardt bei seinem Heimspiel als einer der Favoriten ins Rennen. Friedrich Rößler stellt den Berliner vor.

Im Zweier-Mannschaftsfahren - dem sogenannten Madison - sind Theo Reinhardt aus Berlin und Roger Kluge aus Eisenhüttenstadt aktuell das Maß aller Dinge. Seit zwei Jahren bilden beide ein Team, seit zwei Jahren stehen sie regelmäßig auf dem Podest. Das dynamische Duo belegte bei der EM 2018 in Glasgow den zweiten Platz, beim Weltcup Ende 2018 in Berlin den dritten und beim Berliner Sechstagerennen 2019 den ersten. Beeindruckend verteidigten beide auch ihren WM-Titel 2019 im polnischen Pruszkow.

Frühe Leidenschaft

Bei den "Finals" muss der 28-jährige Reinhardt nun ohne seinen Partner Kluge auskommen. Der fährt aktuell noch bei der Tour de France - und wird nur wenige Tage nach dem Ende der kräftezehrenden Rundfahrt nicht an den Start gehen. Das ändert nichts daran, dass Reinhardt einer der Favoriten sein wird. Der Mann, der seine Radrennleidenschaft früh entdeckte. Als kleiner Junge saß er zusammen mit seinen Eltern im Berliner Velodrom und staunte den Bahnradlegenden Robert Bartko und Guido Fulst hinterher. Im Interview auf der zibb-Couch im rbb-Fernsehen verrät Reinhardt, dass es damals sein Traum war, "da unten mal mitfahren zu dürfen."

Mit 18 Jahren machte er zum ersten Mal auf sich als Bahn- und Straßen-Radrennfahrer aufmerksam. 2014 gewann der Berliner zum Beispiel die Deutsche Meisterschaft in der Mannschaftsverfolgung auf der Bahn. Ein Jahr später durfte er sich Deutscher Straßen-Radmeister und erneut Deutscher Meister in der Bahn-Mannschaftsverfolgung nennen. Es folgten seine bisher größten Erfolge im Zweier-Mannschaftfahren mit dem Brandenburger Roger Kluge. Zu den bisherigen Highlights dürfte für Theo Reinhardt aber auch der dritte Platz beim Berliner Sechstagerennen 2014 zählen. Schließlich ging der Newcomer damals mit seinem Idol Robert Bartko zusammen an den Start.

"Grundsätzlich mache ich eher zu viel, als zu wenig."

Wenn Reinhardt sich selbst beschreiben soll, antworte er mit den drei Eigenschaften ehrgeizig, akribisch und fleißig. Diese Mischung dient oft als Grundvoraussetzung für erfolgreiche Spitzensportler, auch wenn der Radrennfahrer es im Trainig nach eigener Einschätzung manchmal übertreibt: "Grundsätzlich mache ich eher zu viel als zu wenig", sagt Reinhardt. "Leider ist es oft so, dass ich nicht auf meinen Körper höre." Er ziehe dann trotz Ermüdungserscheinungen den Trainingsplan voll durch. Der Erfolg scheint ihm bisher Recht zu geben.

Theo Reinhardt und Roger Kluge jubeln. Quelle: imago/Mario StiehlGewohntes Bild: Theo Reinhardt (l.) und Teamkollege Roger Kluge (r.) jubeln.

100 Rad-Kilometer spult der Madison-Weltmeister durchschnittlich im Training ab und befindet sich rund 280 Tage im Jahr auf Wettkampfreise. Da gilt es, die Balance zwischen Leistungssport und Privatleben zu halten und die kostbaren Tage mit der Familie zu nutzen. Als großen Rückhalt beschreibt Reinhardt seine Verlobte Jane und seinen dreijährigen Sohn Pepe - und auch die Hündin Fina.

Auftritt in seinem Wohnzimmer

Für die Finals am ersten August-Wochenende in Berlin muss Theo Reinhardt seine Ruhezone am Stadtrand nur kurz verlassen, wenn es im Velodrom um die Deutsche Meisterschaft geht. Von einem Heimvorteil wie beim Fußball spricht er aber nicht. "Ich kenne mich dort sehr gut aus und weiß, wie ich auf die Bahn rauf- und runterkomme, mehr aber auch nicht", erklärt er. Der Berliner Radrennfahrer nennt das Velodrom aber trotzdem seine Heimbahn, schließlich habe er dort das Bahnradfahren gelernt und es sei schön, zu Hause zu fahren.

Hinweis: In einer früheren Version des Beitrags hieß es, Theo Reinhardt werde auch bei den "Finals" mit Roger Kluge an den Start gehen. Das ist nicht richtig - Kluge wird aufgrund seiner Tour-de-France-Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften fehlen. 

Sendung: Inforadio, 27.05.19, 10:15 Uhr

Beitrag von Friedrich Rößler

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