Lisa-Marie Kwayie hat bei den "Finals" ein echtes Heimspiel. Quelle: imago/Beautiful Sports
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Video: Mittagsmagazin | 30.07.19 | 13:00 Uhr | Birgit Hofmann | Bild: imago/Beautiful Sports

Porträt | Lisa-Marie Kwayie - Aus Neukölln ins Olympiastadion

Für Lisa-Marie Kwayie kommt es bei den "Finals" zu einem Heimspiel. Die Leichtathletin ist seit Jahren fest in Neukölln verankert. Sie freut sich bei den Deutschen Meisterschaften vor heimischem Publikum aufzutreten, verfolgt aber auch sportliche Ziele.

Als Sechsjährige kam Lisa-Marie Kwayie aus Ghana nach Berlin. Seitdem lebt sie in Neukölln und ist noch heute für ihren Heimatverein, die Neuköllner Sportfreunde, aktiv. Somit kommt es bei den  "Finals" im Berliner Olympiastadion für Kwayie zu einem echten Heimspiel. Die 22-Jährige Leichtathletin freut sich, wie sie erzählt, auf das Publikum in der Stadt, die sie so liebt.

"Ich brauche dieses Bunte, diesen Elan."

"Ich liebe es, dass in Berlin alle Kulturen gemischt sind. Jeder kann sich hier zu Hause fühlen, jeder kann sich wohlfühlen. Ich brauche dieses Bunte, diesen Elan. Ich fühle mich hier sehr wohl", schwärmt Kwayie von ihrer Heimatstadt. Auch sportlich ist Berlin für sie ein gutes Pflaster. 2018 feierte sie im Olympiastadion bei den Europameisterschaften mit der 4x100 Meter Staffel den bisher größten Erfolg ihrer Karriere. Gemeinsam mit Gina Lückenkemper, Tatjana Pinto und Rebekka Hasse lief Kwayie auf den dritten Platz und gewann so die Bronzemedaille in ihrer Heimatstadt.

Für die stets mit einem Lächeln auftretende Sprinterin war dieser Erfolg ein ganz besonderes Erlebnis: "Das Berliner Publikum ist für mich das beste Publikum überhaupt. Die haben immer Lust und feuern einen immer an, erst recht wenn man aus Berlin kommt. Das ist nochmal ein ganz anderes Gefühl, wenn man merkt, wie die hinter einem stehen", erinnert sie sich an die Atmosphäre im verganenen Jahr.

100 Meter-WM-Norm als Ziel

Bei den "Finals" in diesem Jahr schließt sich für Kwayie der Kreis. Für sie geht es über die 100 Meter Distanz zum einen natürlich um eine Medaille, zum anderen möchte sie sich für eine erneute Nominierung für die 4x100 Meter Staffel empfehlen. Im September steigen in Doha die Weltmeisterschaften und auch da möchte Kwayie mit ihren Teamkolleginnen wieder Jagd auf die Edelmetalle machen.

Lisa-Marie Kwayie jubelt mit der Staffel in Berlin. Quelle: imago/Beautiful SportsJubel über Bronze mit der Staffel bei der EM in Berlin.

"Man muss sich immer gut präsentieren und dem Bundestrainer zeigen: 'Hey, hier bin ich, ich bin fit, ich bin da'. Da ist es schon gut, wenn man eine Einzelleistung bringt, die ihm zeigt: 'Okay, die will ich in der Staffel haben' ", zeigt sich Kwayie vor den "Finals" ehrgeizig. Die WM-Norm über 60 Meter hat Lisa-Marie Kwayie in dieser Saison mit einer neuen persönlichen Bestzeit bereits erreicht. Die Norm über die 100 Meter-Strecke fehlt ihr allerdings noch. Bei den "Finals" wird sie also angreifen, um auch über die 100 Meter-Distanz in Doha an den Start gehen zu können.

Kwayie: Ehrenbürgerin Neuköllns

Auf ihrem Weg wird Lisa-Marie Kwayie seit vielen Jahren von ihrem Trainer Frank Paul begleitet. Der Gymnasiallehrer betreut die Athletin ehrenamtlich und ist gerade von der Verbundenheit, die sein Schützling mit Berlin im Allgemeinen und Neukölln im Speziellen hat, beeindruckt. "Sie ist ja sogar Ehrenbürgerin Neuköllns geworden. Das zeigt eine besondere Wertschätzung gegenüber jemandem, der hier angekommen ist und sich hier eingelebt hat. Sie fühlt sich hier zu Hause und ist jetzt eben auch für Deutschland, Berlin und Neukölln als Repräsentant im Ausland unterwegs", sagt er.

Bevor es für Lisa-Marie Kwayie wieder ins Ausland geht, muss sie sich am kommenden Wochenende erstmal vor den Berliner Zuschauern beweisen. Vor dem Heimspiel bei den "Finals", zeigt sie sich optimistisch, dass es dann auch zur WM-Norm über die 100 Meter-Distanz reicht.

Sendung: Mittagsmagazin, 30.07.19, 13:00 Uhr

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