Das Team von Optik Rathenow nach der Finalniederlage im Brandenburger Landespokal (Quelle:
Bild: imago images / Jan Huebner

Regionalliga-Serie | FSV Optik Rathenow - Das Geschenk nutzen

Optik Rathenow wäre nach der vergangenen Saison eigentlich abgestiegen, doch der Rückzug eines anderen Vereins machte den Verbleib in der Regionalliga doch noch möglich. Das Team von Ingo Kahlisch will diese Chance nutzen - und geht dafür neue Wege.

Eine ganze Region im Dauer-Derby-Fieber: Ende Juli startet die Regionalliga Nordost in die neue Spielzeit - mit gleich zehn Vereinen aus Berlin und Brandenburg. rbb|24 stellt bis zum Saisonstart alle Klubs vor, schaut auf ihre Kader, ihr Umfeld und die Ziele. Diesmal: der FSV Optik Rathenow.

Eine Karte zeigt die Vereine der Regionalliga Nordost 2019/2020 (Quelle: Imago/ Montage: rbb)
Bild: Imago/ Montage: rbb

Die sportliche Ausgangslage

Dass Optik Rathenow auch in der kommenden Saison wieder in der Regionalliga spielt - danach sah es lange nicht aus. Nach einem schlechten Start gelang den Brandenburgern zwar noch eine gute Rückrunde, es reichte aber dennoch nur für den vorletzten Platz.

Zurück in die Oberliga hieß es also, doch dann kam der erlösende Anruf: Weil der FC Oberlausitz Neugersdorf sich unter anderem aufgrund einer neuen Richtlinie der Regionalliga aus dem Spielbetrieb zurückzog, konnte Rathenow bleiben.

Die Neuen

Optik Rathenow ist ein familiärer Verein. Viele Spieler sind schon acht bis zehn Jahre im Club. Und so ist auch in diesem Jahr der Kern der Spieler geblieben, natürlich. Auf der Torhüterposition sucht Trainer Ingo Kahlisch noch einen "leistungsorientierten" Mann. Denn mit Fabio Pluntke und Neuzugang Direnc Güven, der aus der U19 von Erzgebirge Aue kommt, steht ihm derzeit nur ein junges Duo zur Verfügung.

Mit Glodi Zingu verstärkt ein Spieler mit Regionalliga-Erfahrung, unter anderem bei Hertha II und Viktoria, das Team. Ein paar Probespieler versuchen noch, Trainer Kahlisch von sich zu überzeugen. Damit die Mannschaft besser in die Hinrunde startet, hat der Rathenow-Coach diesmal schon eine Woche früher zum Training gebeten. "Wir haben versucht, mehr zu trainieren und mehr Einheiten anzubieten", sagt er. "Jetzt müssen wir mal gucken, dass wir ordentlich in die Puschen kommen."

Der Trainer

Diesen Mann kennt in der Regionalliga einfach jeder: Ingo Kahlisch. Seit 1989 steht er bei Optik an der Seitenlinie, feierte gerade erst sein 30-jähriges Jubiläum. In Rathenow führt kein Weg an ihm vorbei. Er ist Vereinsvorstand, arbeitet im Sportshop, telefoniert mit Sponsoren und hilft neuen Spielern dabei, eine Arbeit oder eine Wohnung zu finden. "Mister Optik Rathenow" wird er deshalb nur von allen genannt.

Aber Kahlisch ist natürlich auch Trainer - und das noch immer mit großer Leidenschaft. "Wenn man Sportler ist, will man immer gewinnen und die Jungs einen Schritt voranbringen. Das ist doch geil, mit jungen Leuten zusammenzuarbeiten. Ich bin immer noch motiviert", berichtet er. 

Das Umfeld

Im Stadion Vogelsang trägt Rathenow seine Heimspiele aus. 5.000 Zuschauer können seit einem Umbau die Partien verfolgen. Seit 2017 verfügt das Stadion auch über eine Flutlichtanlage. Der Fußball ist wichtig für die Region. "Jetzt müssen wir versuchen, in der Region Rathenow für uns alle die Liga zu halten", erklärt Kahlisch.

Der Rahmen stimmt also. Und Ingo Kahlisch trägt dazu bei, dass seine Spieler sich auch abseits des Rasens weiterentwickeln. Er besorgt ihnen Praktika, eine handvoll Spieler arbeiten im Shop oder Kahlischs Marketingfirma.

Das Ziel

Nachdem Rathenow in der vergangenen Saison sportlich am Klassenerhalt gescheitert ist, ist das Ziel klar. "Wir wollen natürlich die Chance nutzen, dieses Jahr von Anfang an Gas zu geben und drin zu bleiben." Kahlisch spricht von einer "reellen Zielstellung", Optik soll auch weiterhin viertklassig bleiben.

"Im Landespokal muss man immer so weit kommen wie möglich", sagt der Trainer des Vorjahresfinalisten. "Wichtig ist für uns, den Verein auf solide Füße zu stellen und unsere Nachwuchsabteilung zu stärken."

rbb|24-Prognose

Als sportlicher Absteiger wird Rathenow auch in der kommenden Saison wieder um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Aufsteiger Lichtenberg 47, Chemie Leipzig und der VfB Auerbach sind vermutlich die direkten Konkurrenten. Unser Tipp: Wenn weniger als vier Teams absteigen müssen, hält Rathenow die Klasse.

Sendung: Inforadio, 19.07.2019, 10:15 Uhr

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