Fans von Lichtenberg 47 mit einem Banner (Quelle: imago images/Matthias Koch)
Bild: imago images/Matthias Koch

Regionalliga-Serie | SV Lichtenberg 47 - Mit viel Herz in das Abenteuer Regionalliga

Für den SV Lichtenberg 47 wird die kommende Saison eine ganz besondere, denn es ist ihre erste in der Regionalliga Nordost. Das Ziel ist natürlich der Klassenerhalt - aber nicht um jeden Preis.

Eine ganze Region im Dauer-Derby-Fieber: Ende Juli startet die Regionalliga Nordost in die neue Spielzeit - mit gleich zehn Vereinen aus Berlin und Brandenburg. rbb|24 stellt bis zum Saisonstart alle Klubs vor, schaut auf ihre Kader, ihr Umfeld und die Ziele.  
Diesmal an der Reihe: der SV Lichtenberg 47.

Eine Karte zeigt die Vereine der Regionalliga Nordost 2019/2020 (Quelle: Imago/ Montage: rbb)
Die Vereine der Regionalliga Nordost in der Saison 2019/2020.Bild: Imago/ Montage: rbb

Die sportliche Ausgangslage

Die vergangene Saison des SV Lichtenberg 47 war zweifellos überragend. Denn erstmals in der Vereinsgeschichte schaffte der Club den Aufstieg in die Regionalliga Nordost. "Ich war mächtig stolz", sagt der Sportliche Leiter Benjamin Plötz mit Blick auf das letzte Jahr.

Die Lichtenberger spielten eine fast perfekte Saison, kassierten nur zwei Niederlagen und gewannen auch den Regio-Cup, ein Hallenwettbewerb der höchsten Berliner Amateurmannschaften. "Der Aufstieg war die Krone", sagt Plötz, für dessen Team sich trotz des Erfolges gar nicht so viel verändert.

Die Neuen

Der Kern der Mannschaft ist dem Verein treu geblieben. Wie auch in den vergangenen Jahren wurde das Team nur punktuell verändert. Die Verteidiger Jonas Schmidt und Pascal Eifler bringen Regionalliga-Erfahrung mit. Die U19-Spieler Lucas Lindemann von Union Berlin und Finn Wozniak von Energie Cottbus sollen behutsam an die Liga herangeführt werden. Die verantwortlichen wollen in erster Linie eine Mannschaft zusammenbauen, die füreinander einsteht.

"Wir können keine gestandenen Regionalliga-Spieler bezahlen - und wir wollen es ehrlich gesagt auch nicht", sagt Benjamin Plötz. "Wir wollen in erster Linie mit den Jungs, die sich das verdient haben, in die Regionalliga gehen."

Lichtenberg 47-Trainer Uwe Lehmann (Quelle: imago images / Matthias Koch)
Uwe Lehmann trainiert das Team von Lichtenberg 47 seit 2013.Bild: imago images / Matthias Koch

Der Trainer

An der Seitenlinie herrscht in Lichtenberg Kontinuität. Uwe Lehmann heißt der Mann, der bereits seit 2013 in Lichtenberg das Sagen hat. Der Trainer ist fleißig, arbeitet akribisch und diszipliniert.

"Ich schätze ihn unwahrscheinlich, weil er in den ganzen Jahren unglaublich ruhig geblieben ist", sagt Plötz über den Lichtenberg-Coach, mit dem ihn auch eine langjährige und enge Freundschaft verbindet. Gerade aus Rückschlägen und herben Niederlagen sei er immer wieder gestärkt hervorgekommen, habe die Mannschaft dann noch ein Stück besser gemacht. In der vergangenen Saison wurde er zum Berliner Amateurtrainer des Jahres gewählt.

Howoge-Arena Hans Zoschke in Lichtenberg (Quelle: imago images/Matthias Koch)
In der Howoge-Arena Hans Zoschke in Lichtenberg trägt der Verein seine Heimspiele aus.Bild: imago images/Matthias Koch

Das Umfeld

Seit dem Aufstieg haben Benjamin Plötz und sein Team vor allem eins: reichlich Arbeit. "Die Regionalliga bringt ganz viele Dinge mit sich mit, die wir gerade bedienen müssen", erklärt er. "Wir mussten Treppenstufen streichen, viele Anträge beim Amt einreichen." Denn an und um die HOWOGE-Arena Hans Zoschke in Lichtenberg wurden viele Dinge verändert, um die Auflagen der Regionalliga Nordost zu erfüllen.

Und auch wenn sich der Etat des Ostberliner Vereins mit 230.000 Euro im Vergleich zur Vorsaison etwas vergrößert hat, "muss alles realisierbar und vernünftig bleiben. Wir machen das immer noch mit Liebe und Luft." Deshalb sei der familiär geführte Verein froh, dass sie im ersten Aufstiegsjahr keine Flutlichtanlage installieren müssen.

Das Ziel

"Da wir Neuling sind, sollten wir demütig sein", sagt Benjamin Plötz auf die Frage nach dem Saisonziel, "aber am Ende natürlich der Klassenerhalt. Dafür werden wir antreten, dass wir am Ende weiterhin mit dabei sein dürfen." Der Sportliche Leiter traue seinen Spielern den Klassenerhalt zu. Motiviert seien sie und stolz, in der Regionalliga spielen zu dürfen. Und dann ist da noch ein Ziel: die Spiele zu genießen.

rbb|24-Prognose

"Das ist die Champions League für die Jungs", sagt Plötz über die Regionalliga. Genauso schwer dürfte es für die Lichtenberger auch sein, den Klassenerhalt zu schaffen. Wahrscheinlich geht es nach dem ersten Jahr direkt wieder runter, aber im Fußball weiß man ja nie.

Sendung: Inforadio, 19.07.2019, 10.15 Uhr

Kommentar

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1 Kommentar

  1. 1.

    Auch von mir geht der Dank an Benny Plötz und Uwe Lehmann. Das dynamische Duo schaffte das unmögliche.
    Die Bedingungen im Umfeld müssen jedoch unbedingt verbessert werden, da wird man sehen, ob es nur Lippen-Bekenntnisse der stets anwesenden Bezirkspolitiker waren. Schade ist nun der Aufschub der versprochenen Flutlicht Anlage. Ob die bei sofortigen Abstieg dann trotzdem installiert wird, steht in den Sternen. Trotzdem freut sich die kleine, aber feine
    Fansgruppierung auf die "Champions League" der Amateure.
    In diesem Sinne
    45,46,47!

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