Fans von Union Fürstenwalde. /imago/Matthias Koch
Bild: imago/Matthias Koch

Regionalliga-Serie | Union Fürstenwalde - Mit Jugend-Power und dem dreifachen Maucksch

Union Fürstenwalde geht mit einem Rückkehrer auf der Trainerbank in die Regionalliga-Saison: Matthias Maucksch muss einen Umbruch managen. Sein Wunsch? Ein einstelliger Tabellenplatz. Der rbb|24-Teamcheck vor dem Saisonstart. Von Johannes Mohren

Eine ganze Region im Dauer-Derby-Fieber: Ende Juli startet die Regionalliga Nordost in die neue Spielzeit - mit gleich zehn Vereinen aus Berlin und Brandenburg. rbb|24 stellt bis zum Saisonstart alle Klubs vor, schaut auf ihre Kader, ihr Umfeld und die Ziele.  
Der dritte Teil der Serie widmet sich Union Fürstenwalde.

Eine Karte zeigt die Vereine der Regionalliga Nordost 2019/2020 (Quelle: Imago/ Montage: rbb)
Die Vereine der Regionalliga Nordost in der Saison 2019/2020.Bild: Imago/ Montage: rbb

Die sportliche Ausgangslage

Auf Platz 13 beendete Union Fürstenwalde die vergangene Saison. 40 Punkte hatte das Team nach 34 Spieltagen auf der Haben-Seite. Der Klassenerhalt - immer die erste Priorität im Verein - wurde damit erreicht. Und das, obwohl die Mannschaft einen echten Katastrophen-Start in die Saison erwischt hatte. Nach acht Spieltagen war sie Schlusslicht. Gerade einmal einen Punkt hatten die Fürstenwalder da geholt. In der dritten Regionalliga-Spielzeit nach dem Aufstieg schien die Oberliga zwischenzeitlich ganz schön nahe.

Nach der Saison ging der Coach André Meyer von Bord. Die erste Station als Trainer bei den Männern dauerte für den 35-Jährigen damit nur ein Jahr. Er wechselte in die zweite Liga zu Erzgebirge Aue. Dort bildet er als Assistenzcoach ein Duo mit seinem Bruder Daniel. Sein Nachfolger wurde in Fürstenwalde schnell gefunden - und ist gleichzeitig auch der Vorgänger: Matthias Maucksch geht in seine bereits dritte Amtszeit als Trainer im Osten Brandenburgs. Er hatte zuvor - nach nur fünf Monaten - seinen Vertrag beim BFC Dynamo nach erfolgreicher Rettungsmission aufgelöst.

Matthias Maucksch, Trainer von Union Fürstenwalde. / imago/Steffen Beyer
Matthias Maucksch. | Bild: imago/Steffen Beyer

Die Neuen

Fürstenwalde muss zahlreiche Leistungsträger ersetzen. Das beginnt beim Kapitän. Filip Krstic wechselte in die sechstklassige Berlin-Liga nach Mahlsdorf. Der 30-Jährige will mehr Zeit für seine Familie haben. Und die Liste lässt sich fortführen. Mit Burim Halili zum Beispiel, der nach Erfurt geht. Oder Andor Bolyki, der künftig für den BFC Dynamo aufläuft. Und nicht zuletzt Ben Meyer, der einen Vertrag bei Drittliga-Absteiger Energie Cottbus unterschrieb.

Die Neuen bei Fürstenwalde sind jünger als 25 Jahre - die meisten deutlich. Verwunderlich ist das keinesfalls. Es passt vielmehr ins Konzept. "Es ist die Philosophie des Vereins, dass man vor allem auf die Jugend setzt, die bei uns zum ersten Mal in den Männerfußball reinkommt", sagt Maucksch. Er weiß, dass diese Spieler ein wenig Zeit brauchen werden, ehe sie sich in der Regionalliga akklimatisiert haben. "Diese Gewöhnungsphase muss man ihnen zugestehen." Eine Ausnahme gibt es freilich. Innenverteidiger Patrick Brendel kommt vom Ligakonkurrenten BFC. Er ist bereits 31 Jahre alt und bringt geballte Regionalliga-Erfahrung mit.

Der Trainer

Er ist neu - und kennt sich doch bestens aus: Matthias Maucksch war schließlich nur eine Saison weg. "Natürlich ist es dadurch von den Rahmenbedingungen ein bisschen einfacher", sagt er. Einige Spieler kennt er noch. Und viele der Verantwortlichen sowieso. "Es ist eine Aufgabe, die nicht ganz einfach ist, aber trotzdem reizvoll", sagt der Mann, der mit 118 Spielen nach wie vor der Bundesliga-Rekordspieler von Dynamo Dresden ist. Zwei Mal gewann er mit den Sachsen als Profi die DDR-Meisterschaft. Später trainierte er den Club auch in Liga drei. Fast zehn Jahre ist das jedoch inzwischen her.  

Lange überlegen musste er nicht, ehe er nach 2015 und 2017 zum dritten Mal bei Fürstenwalde zusagte. "Wichtig ist, dass sich die Einzelspieler zu einem Team weiterentwickeln", sagt er. Vorteile habe bei ihm niemand. Egal, ob er ihn schon kennt - oder nicht. "Es beginnt bei Null. Jeder hat die Chance, sich in den Vordergrund zu spielen", sagt Maucksch. Und macht deutlich, dass in der Vorbereitung einiges auf die Spieler zukommt. "Es sind sehr große Umfänge. Für viele ist das neu und absolut gewöhnungsbedürftig, weil sie so noch nie trainiert haben."

Das Umfeld

Es tut sich etwas in Fürstenwalde. Das ist zu sehen, zu hören - und zu spüren. Als wir mit Maucksch telefonieren, werden gerade die letzten Fundamente für das Tribünendach gegossen. "An den Erschütterungen merkt man schon, dass hier viel in Arbeit ist", sagt er. Es herrscht Aufbruchstimmung. "Es geht in kleinen Schritten voran, aber stetig."

Schon jetzt sieht Maucksch den Verein infrastrukturell gut aufgestellt. "Da stehen wir weitaus besser da als mancher Dritt- und Viertligist." Fünf Rasenplätze hat der Verein und ein Funktionsgebäude. Es ist ein Pfund, mit dem er wuchern kann, wenn er sich als Sprungbrett für talentierte Nachwuchsspieler profilieren will. Die finanziellen Mittel hingegen seien "eher bescheiden", sagt Maucksch. "Es ist ein familiär geführter Verein. Wir müssen mit Bedacht mit dem Budget umgehen, das uns zur Verfügung steht."

Das Ziel

13., 9., 13. - und in der vierten Regionalliga-Saison? "Wenn ich einen Wunsch frei hätte, könnten wir vielleicht noch einmal einen einstelligen Tabellenplatz erreichen", sagt Maucksch. Er selbst hat vor zwei Jahren bei seinem letzten Engagement bewiesen, dass das möglich ist. Aber der 50-Jährige weiß, dass dafür einiges passen muss. "Die Qualität in der Breite ist selbst in der vierten Liga so hoch, dass es für Fürstenwalde nicht leicht wird."

Es wird darauf ankommen, dass das Team funktioniert - in einer Liga, in der auch Vereine mit mehr Geld unterwegs sind. "Gerade auch in den Spielen gegen diese Clubs wollen wir aber ein unangenehmer Gegner sein, der immer wieder einen Plan hat, die Duelle zu gewinnen." Dafür will Maucksch die Mannschaft weiterentwickeln und ihr eine klare Philosophie geben. Kompaktheit ist ein Schlagwort, Aggressivität ein anderes. "Wir wollen nach vorne verteidigen und dann auch eine gewisse Präsenz im gegnerischen Strafraum erlangen."  

rbb|24-Prognose

Matthias Maucksch hat bereits gezeigt, dass er mit Union Fürstenwalde Erfolg haben kann. Er ist mit dem Club vor drei Jahren aufgestiegen - und hat ihn in seiner letzten Amtszeit auf Platz neun geführt. Der 50-Jährige muss nun einen Umbruch managen. Die Erfahrung dazu hat er zweifellos. Der Klassenerhalt sollte ohne größere Probleme gelingen. Unser Tipp: Fürstenwalde landet am Ende zwischen Platz zehn und zwölf.

Sendung: Inforadio, 19.07.2019, 10:15 Uhr

Beitrag von Johannes Mohren

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