Marcel Noebels in einem Spiel der Eisbären Berlin. Quelle: imago images/Eibner
Audio: Inforadio | 15.03.2020 | Johanna Rüdiger | Bild: imago images/Eibner

Interview | Eisbären-Profi Noebels zu Liga-Abbruch - "Der Sport rückt erstmal in den Hintergrund"

Die Deutsche Eishockey Liga beendete wegen des Coronavirus als erste deutsche Liga die Saison. Die Eisbären wären nächste Woche in die Playoffs gestartet. Profi Marcel Noebels zeigt im Interview trotz guter Chancen für die Berliner volles Verständnis für die Absage.

Was Sie jetzt wissen müssen

rbb|24: Marcel Noebels, wie fühlt es sich an, 52 Spiele in der DEL gespielt zu haben und jetzt so abrupt durch das Coronavirus gestoppt zu werden?

Marcel Noebels: Das ist schon sehr traurig und sehr bitter. Die Jungs haben sich eigentlich gefreut, Gas zu geben - jetzt wo es so richtig mit den Playoffs losgegangen wäre. Wir haben dieses Jahr eine Mannschaft gehabt, die zueinander gefunden und zueinander gepasst hat. Es ist schade, dass wir durch einen solchen Grund unsere Saison beenden mussten.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Am Tag bevor die Meldung veröffentlicht wurde, hatten wir noch ein Mannschaftsessen. Selbst da hatte ich den Eindruck, dass sich das Team nicht allzu sehr auf die Playoffs gefreut hat. Es ging fast ausschließlich um das mögliche Saisonende und das Coronavirus. Wir sind alle sehr enttäuscht. Nicht nur innerhalb der Mannschaft, ganz Deutschland ist im Moment davon betroffen. Es ist aber die richtige Handlung, um Schlimmeres zu verhindern.

Hat der Abbruch für Sie als Spieler auch wirtschaftliche Folgen?

Nein, ich glaube, das wird keinen negativen Aspekt für uns haben - ich gehe davon aus, dass wir bezahlt werden. Alles andere wäre mir neu. Bei uns haben alle Spieler Verträge über 12 Monate. Sollte es dennoch so sein, ist der Verein sicherlich in der Lage, mit uns darüber zu sprechen. Davon habe ich aber noch gar nichts gehört, das wäre für mich die größte Überraschung.

Auch sportlich muss es für Eisbären ärgerlich sein. Es wäre durchaus etwas möglich gewesen für das Team in den Playoffs.

Das glaube ich auch. Wir haben eine sehr gute Hauptrunde gespielt, haben jede Mannschaft mindestens ein Mal geschlagen. Gerade gegen die großen Mannschaften, wie Mannheim und München, wären wir in diesem Jahr konkurrenzfähig gewesen. Wir können es jetzt nicht ändern und sind trotzdem stolz auf die Hauptrunde. 95 Punkte sind schon eine gute Marke, wir hätten in der ersten Playoff-Runde das Heimrecht gehabt. Wer weiß, vielleicht hätten wie in dieser Saison sogar bis zum Ende mitspielen können.

Warum war es in der DEL keine Option, die Spiele - wie in anderen Sportarten - vor leeren Rängen auszutragen?

Da muss man viele Punkte beachten. Ich bin zwar kein Geschäftsführer, glaube aber, dass gerade die kleineren Vereine in der DEL Schwierigkeiten gehabt hätten, ohne Zuschauer zu spielen. Alleine, weil ohne die Ticketverkäufe kein Geld mehr in die Kassen geflossen wäre. Zudem haben einzelne Spieler in den Playoffs Boni in ihren Verträgen vereinbart, die die Gehälter und Zahlungen für die Vereine nochmal hätten ansteigen lassen. Natürlich sind das alles aber eher Spekulationen meinerseits. Fest steht, dass die TV-Gelder, anders als beim Fußball, nicht die Haupteinnahmen darstellen. Wir sollten trotz allem aber nicht vergessen, dass die Lage ja täglich eher schlimmer wird und die DEL daher, meiner Meinung nach, richtig entschieden hat.

Niemand weiß, wann genau die Situation besser wird. Gibt es auch Bedenken für die neue Spielzeit?

Jeder von uns macht sich Gedanken, wie lange die Lage noch so bleibt und wir uns - auch abgesehen vom Sport - mit dem Thema beschäftigen müssen. Insgesamt sind es alles keine schönen Neuigkeiten. Deswegen hoffen wir in den nächsten Wochen erstmal auf einen Weg der Besserung. Allzu weit können wir nicht in die Zukunft schauen und sehen, was in der nächsten Saison ist. Der Sport rückt ohnehin erstmal in den Hintergrund.

Vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Juliane Gunser, Fritz. Es handelt sich um eine redigierte und leicht gekürzte Fassung.  

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