Der Eingangsbereich zum Trainingskomplex in Kienbaum. Bild: imago/Matthias Koch
Bild: imago/Matthias Koch

Kein Trainingslager im Bundesleistungszentrum - Olympia-Athleten gehen nicht in Kienbaum in Quarantäne

Das IOC hält aktuell an der Austragung der Olympischen Spiele Ende Juli fest. Der deutsche Dachverband hatte daraufhin überlegt, seine Athleten zum abgeschotteten Trainingslager im brandenburgischen Kienbaum zusammenzuziehen. Davon nahm er nun aber Abstand.

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Es war eine Option, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) in den vergangenen Tagen intensiv prüfte: Das Bundesleistungszentrum im brandenburgischen Kienbaum hätte - so die Überlegung - zu einem abgeschotteten Trainings- und Wohnort für die Olympia-Athleten in der Vorbereitung auf die Spiele in Tokio werden können. Eine Art Sportler-Kaserne, komplett abgeriegelt zum Schutz vor dem Coronavirus. Doch am Donnerstagnachmittag entschied sich der DOSB nun offiziell gegen diese Möglichkeit eines "Quarantäne-Trainingslagers".

Wie der Verband mitteilte, sei eine Umsetzung in der angedachten Form aktuell nicht zu verantworten. "Eine Ansteckungsgefahr mit dem derzeit sich weiterhin schnell ausbreitenden Coronavirus ist nicht mit absoluter Sicherheit auszuschließen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. "Wir sehen daher in der angedachten Konzeption ein zu hohes Risiko für unsere Athleten und die Allgemeinheit." 

Derzeit nur wenige Trainingsoptionen

Der DOSB stehe aber im intensiven Dialog mit den verschiedenen Spitzenverbänden und dem Bundesinnenministerium, um Spitzensportlern weiterhin entsprechende Trainingsmöglichkeiten zur Aufrechterhaltung ihrer Fitness anzubieten, hieß es in der Mitteilung. "Während für Millionen Sporttreibende die klare Vorgabe besteht, den Sport- und Trainingsbetrieb in den Vereinen konsequent einzustellen, benötigen die Spitzensportler die Möglichkeit zum weiteren Erhalt ihres Trainingszustandes", meinte Hörmann. 

Der DOSB bedauere, dass derzeit nur an wenigen Standorten mit Ausnahmegenehmigungen noch Trainingsoptionen für Athleten gegeben und die Möglichkeiten insgesamt extrem eingeschränkt sind. "Doch wir sind uns alle unserer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung in dieser schwierigen Situation bewusst und werden auch alle weiteren Entscheidungen daran ausrichten", sagte Hörmann.

IOC hält an Zeitplan fest

Überlegungen wie die des "Quarantäne-Trainingslagers" in Kienbaum sind nötig, weil bisher japanischen Organisatoren, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) an ihren Plänen festhalten, Olympia trotz der Corona-Krise vom 24. Juli bis 9. August und die anschließenden Behinderten-Spiele von 25. August bis 6. September durchzuziehen.

Der Unmut über dieses Vorgehen wird immer lauter. Der unabhängige Verein Athleten Deutschland kritisierte etwa in einem offenen Brief an seine Mitglieder das IOC für die sture  Haltung in der Olympiafrage und die mangelnde Kommunikation. Besonders leiden müssten die Athleten, die sich auf die Olympischen und Paralympischen Spiele in Tokio vorbereiten. "Ihr  kämpft an zwei Fronten: gegen das Virus und für die Aufrechterhaltung Eurer Fitness", schrieben Vereinspräsident Max Hartung und seine Mitstreiter am Donnerstag.

Vorwurf der Sturheit

"Ein Grund für diese Hängepartie ist die Haltung von IOC und IPC, die stur mit der Planung der Spiele fortfahren", hieß es. In einer Telefonkonferenz am Mittwoch habe das Internationale  Olympische Komitee "jegliche Spekulationen über Alternativszenarien" unterbunden "und kommunizierte auf Nachfrage auch keine Deadline für eine endgültige Entscheidung".

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