Lukas Klünter von Hertha BSC (imago images/M. Popow)
Bild: imago images/M. Popow

Herthas Klünter über Corona-Zwangspause - "Die Beine brennen"

Nachdem ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet wurde, mussten sich die Hertha-Profis in häusliche Quarantäne begeben. Warum das bei Lukas Klünter zu abstrakter Kunst und einem aufwändigen Fisch-Rezept geführt hat und die Fitness trotzdem stimmt.

Was Sie jetzt wissen müssen

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Und so beantwortete Herthas Außenverteidiger Lukas Klünter (23) die Fragen der Journalisten nicht wie sonst auf dem Olympiagelände, sondern via Videokonferenz. In dem Gespräch äußerte sich der gebürtige Rheinländer über...

… den Gehaltsverzicht der Hertha-Profis

"Für mich ist das selbstverständlich. Wir sind in der Lage, in der wir das machen können. Und wenn wir den Mitarbeitern und anderen Leuten damit helfen können, dann finde ich das wirklich eine gute Sache. Wichtig ist, dass eine Summe zusammenkommt, die auch hilfreich ist, und da haben wir uns mit der Mannschaft und dem Vorstand auf eine schöne Sache geeinigt. Und ich denke, das ist ganz gut angekommen bei den Mitarbeitern."

… das derzeitige Lauftraining

"Wir haben die letzte Woche viel auf dem Fahrrad gemacht, weil wir ja nicht raus durften. Allein die Umstellung auf das Laufen ist schonmal groß, die Umfänge sind auch sehr intensiv. Wir haben jetzt erst zwei Einheiten hinter uns, aber die Beine brennen jetzt schon sehr stark. Ich habe aber auch Glück und vor meiner Tür einen Park, der führt Richtung Grunewaldsee. Da lässt es sich eigentlich ganz gut laufen, da begegnet man auch nicht so vielen Leuten."

… die Zeit nach der zweiwöchigen Quarantäne

"Ich bin erstmal einkaufen gegangen, der Kühlschrank war relativ leer. Ansonsten bin ich mit der Quarantäne eigentlich ganz gut klar gekommen, meine Freundin und ich haben das ganz gut über die Bühne gebracht. Wir haben versucht, das ein oder andere Neue auszuprobieren, haben angefangen, ein bisschen zu malen."

… das Malen

"Das ist schon länger ein Hobby. Ich habe damals angefangen mit meinen zwei besten Kumpels, einfach so, aus Langeweile heraus. Einer von ihnen hat das weitergeführt, hat eine eigene Vernissage veranstaltet, ein paar Bilder verkauft. Und wir machen das immer wieder gerne. Es lässt einen runterkommen, es entspannt und man hat am Ende immer etwas in der Hand, was man gebrauchen kann. Bei uns ist es eher abstrakte Kunst. Meine Mutter hat schon angefragt, ob ich nicht auch eines für sie machen kann. Sie hat aber auch angemerkt, vielleicht mal eines für den guten Zweck zu versteigern. Das werde ich in der nächsten Zeit in Angriff nehmen."

… das Kochen

"Ich habe damals (mit 16, Anm. d. Red.) ein Praktikum gemacht, das mir sehr gut gefallen hat. Ich habe dann aber gemerkt, dass der Beruf Koch nichts für mich ist. Als Hobby habe ich es trotzdem behalten und jetzt natürlich auch oft gekocht. Ich mag es eigentlich, lange zu kochen. Zuletzt einen Black-Cod-Fisch, eine ziemlich aufwändige Sache, die es in vielen hochklassigen Restaurants gibt. Daran wollte ich mich mal wagen und ehrlich gesagt hat es auch gut geschmeckt."

… was am Meisten fehlt

"Ich vermisse Fußball generell natürlich mega. Aber was es ausmacht und was, ob jetzt in der ersten Liga, zweiten Liga oder ganz unten, wahrscheinlich überall gleich ist, ist die Kommunikation miteinander, mit den Leuten. Das vermisst man schon am Meisten. Wenn man das auf einmal nicht mehr hat und am Tag vorher hat man es noch gehabt. Manche Leute habe ich ja wirklich öfter gesehen als meine eigene Freundin. Das ist dann schon ein großer Einschnitt. Und da freue ich mich auch wieder drauf, wenn man wieder zusammen ist, ein paar Witze macht und natürlich auch den Ball wieder rollen lässt."

... über die Vorbereitung auf den Neustart

"Ich denke, das ein oder andere Positive kann man sogar mitnehmen. Wann hat man schonmal so viel Zeit und soviel Anleitung vom Trainerteam? Die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln und die Schwächen, die man hat, auszubessern. Ich habe viel gemacht, auch körperlich. Ich habe das Glück, dass ich einen kleinen Garten vor der Tür habe, zur Wohnung gehörend. Den konnte ich auch ganz gut nutzen.

Da habe ich auch ein Rebound-Netz, mit dem man mit sich allein spielen kann. Das ist nicht ganz so wie draußen auf dem Platz, aber vielleicht bringt das ein bisschen den Charakter zurück. Und vielleicht hilft uns die Pause, um mit einem neuem Impuls in die restliche Saison zu starten und dann auch nochmal vernünftige Punkte zu holen. Wenn wir es schaffen, unsere Leistung, die wir eigentlich drauf haben, abzurufen, dann bin ich mir sicher, dass wir mit dem Abstiegskampf nichts zu tun haben werden."

Beitrag von Ilja Behnisch

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1 Kommentar

  1. 1.

    Gefällt mir, hoffentlich geht's bald wieder los mit Fußball.

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