Dynamos Ronny Garbuschewski im Duell mit Altglienickes Kevin Kahlert (Quelle: imago/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 26.05.2020 | Andreas Friebel | Bild: imago/Matthias Koch

Keine Aufstockung der dritten Liga - DFB-Bundestag hinterlässt gemischte Gefühle in der Region

Der DFB-Bundestag hat wichtige Entscheidungen für den deutschen Fußball getroffen, die auch Regionalliga-Klubs betreffen. Einen schnellen Aufstieg, durch eine Aufstockung der dritten Liga, wird es nicht geben. Andreas Friebel mit Reaktionen aus der Region.

Es wird keine Aufstockung der dritten Liga geben, das wurde auf dem Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag entschieden. Ein Antrag, mit je 18 Teams in einer Nord- und einer Südstaffel in die kommende Saison zu gehen, wurde krachend abgelehnt. 93 Prozent stimmten dagegen.

Das hatte Altglienicke-Coach Karsten Heine so nicht erwartet. "Mal unabhängig von Altglienicke, hätte ich eine Aufstockung der dritten Liga sehr begrüßt", sagt er. "Das wäre durch die vielen Derbys sehr reizvoll gewesen. Was mich aber überrascht hat, ist das klare Votum gegen diesen Antrag. Das sind Prozente, die ich noch aus der Vergangenheit kenne." Heine spielt damit offenbar auf die Vor-Wendezeit an.

Der DFB hatte am Montag vor der Abstimmung noch einmal deutlich gemacht, dass er aktuell keine Aufstockung wünscht. Wohl auch deshalb, weil es in der dritten Liga aktuell ohnehin zu viele Baustellen gibt. Immerhin wurde eine Taskforce eingerichtet, die mögliche neue Ligastrukturen auch mit Blick auf die Regionalliga untersuchen soll. Energie-Cottbus-Sportdirektor Sebastian König kommentiert das wie folgt: "Ich sehe das als Startschuss für eine Regionalliga-Reform in der Zukunft. Da hätte man dann sicher größere Chancen, das durchzusetzen. Trotzdem sind wir schon enttäuscht, weil wir glauben, dass eine zweigleisige dritte Liga Vorteile für den Fußball in Deutschland und den gesamten Nachwuchs gehabt hätte."

NOFV darf selbst entscheiden, wie Meisterfrage geklärt wird

Der schnelle Aufstieg in die dritte Liga ist damit für Altglienicke, Cottbus und auch den Hertha-Nachwuchs passé. Ein Hintertürchen bleibt aber noch. Denn am Montag wurde auch beschlossen, dass zum Beispiel der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) frei entscheiden kann, wie die Meisterfrage geklärt wird. Der NOFV tendiert zwar zur Quotientenregelung, wonach Lok Leipzig Meister werden soll und die Sachsen damit die Aufstiegsspiele zur dritten Liga bestreiten dürfen. Aber ein Vierer-Turnier, wie von Cottbus beantragt,ist auch möglich

Spätestens nächste Woche soll es dazu eine Entscheidung geben. Der Cottbuser Sportdirektor König sieht aber noch eine weitere Chance, dass Energie noch aufsteigt: "Es ist ja auch noch zu bedenken, wer die Lizenz bekommt. Da muss der DFB schnellstmöglich transparent agieren. Damit rechtzeitig vor den Aufstiegsspielen feststeht, wer überhaupt für den Aufstieg in Frage kommt."

Zur Erklärung: Der Nordost-Meister muss mit dem West-Meister um den Aufstieg spielen. Weil weder Altglienicke noch Lok Leipzig bislang ein drittligataugliches Stadion nachweisen konnten, hoffen die Lausitzer eventuell als Nachrücker um den Aufstieg spielen zu dürfen. Deshalb wird in Cottbus auch weiter in Kleingruppen trainiert.

Landespokale sollen zu Ende gespielt werden

Das dürfte demnächst auch in Altglienicke und beim SV Babelsberg passieren. Denn am Montag wurde ebenfalls beschlossen, dass die Landespokal-Wettbewerbe sportlich abgeschlossen werden sollen. In Brandenburg und Berlin stehen die Halbfinals noch aus. Altglienicke etwa soll beim BFC Dynamo spielen. "Jetzt müsste ja vom Landesverband festgelegt werden, wann diese Spiele stattfinden", sagt Altglienicke-Coach Heine. "Dementsprechend werden wir reagieren. Und wenn wir dann dürfen, würden wir auch ins Mannschafttraining einsteigen."

In Brandenburg lautet eine Halbfinal-Paarung zum Beispiel Lübben gegen Babelsberg. "Wir wollen gern spielen", sagt SVB-Trainer Predrag Uzelac, "am liebsten das Halbfinale etwa zehn bis 14 Tage vor dem Finale. Und so wie wir gehört haben, sollen die Finals im September stattfinden." Einige Fragen bleiben also auch nach dem DFB-Bundestag noch offen.

Sendung:  Inforadio, 26.05.2020, 11:15 Uhr  

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