50 Jahre "Tor des Monats" | Pierre Littbarski - "Wie früher auf dem Bolzplatz"

Fr 19.03.21 | 19:00 Uhr
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Pierre Littbarski im Trikot des 1. FC Köln (imago images/Sven Simon)
Bild: imago images/Sven Simon

Er spielte zwar nie für einen Berliner Bundesligisten, trotzdem haben Pierre Littbarskis drei "Tore des Monats" viel mit seiner Heimatstadt gemeinsam. Einen Treffer davon hat "Litti" in besonderer Erinnerung.

Es gibt diese Fußballer, die mag eigentlich jeder. Pierre Littbarski ist so einer. Der Mann, den deshalb auch fast jeder einfach nur "Litti" nennt, so als wäre der ein guter, alter Freund. "Litti", der es ursprünglich seinem Vater gleich tun und Finanzbeamter werden wollte. Und der dann doch Fußballprofi wurde, nachdem er 1978 mit Hertha 03 Zehlendorf bis ins Pokalfinale der A-Junioren eingezogen war.

Der 1. FC Köln, dem "Litti" auf dem Weg ins Endspiel Knoten in die Beine spielte, holte ihn für 13.000 D-Mark, Trainer-Legende Hennes Weisweiler verdonnerte den "Schwächling" anschließend zu außerordentlichem Hanteltraining. Der Rest ist Geschichte. Weltklasse-Spieler in Köln, Weltmeister mit Deutschland, Superstar in Japan ("Litti-san") und als Trainer Meister in Australien. Und wie nebenbei: dreifacher "Torschütze des Monats", ein "Tor des Jahres" inklusive.

Er sei jemand, der "eigentlich im Jetzt" lebe, so Littbarski im Gespräch mit rbb|24. Andererseits habe er sich für so ein "Tor des Monats" gegen "viele durchgesetzt und das ist ja sehr populär."

Oktober 1981 | Für Köln gegen Arminia Bielefeld

"Nachdem der Dribbelkünstler an der Mittellinie seinen Zweikampf gegen Dirk Hupe gewonnen hat, lässt er sich von dessen Kollegen auch nicht mehr aufhalten. Den Sololauf über die Hälfte des Spielfelds krönt 'Litti' mit einem strammen Schuss vom linken Eck des Fünfmeterraums ins Tor", heißt es bei der Sportschau [sportschau.de].

Und auch in der Erinnerung Littbarskis klingt das Tor nicht viel komplizierter: "Da war ich 21 und habe noch nicht viel drüber nachgedacht, ob ich den Ball verliere oder nicht. Das war so wie früher auf dem Bolzplatz. Da standen welche im Weg und ich wollte vorbei." Mehrwert des prämierten Treffers: "Vielleicht ein Tor, das mir die Tür zur Nationalmannschaft aufgemacht hat."

April 1985 | Für Köln gegen Werder Bremen

Die Sportschau [sportschau.de] schreibt: "Der Bremer Schlussmann Burdenski (…) will dem kleinen Kölner im Anschluss an dessen Treffer sogar an die Gurgel, so frech hat 'Litti', halb auf dem Torwart sitzend, den Ball in die Maschen geschaufelt." Littbarski selbst findet den Treffer auch mit 36 Jahren Abstand nicht sonderlich sehenswert: "Mein Eindruck von einem tollen Tor ist, von halb links nach innen zu ziehen, und den Ball in den Winkel zu schießen." Immerhin aber zeige es, "dass es selbst im Liegen möglich ist, Tore des Jahres zu erzielen."

Pierre Littbarski trifft im April 1985 zum Tor des Monats (Quelle: Imago Images / Horst Müller)
Pierre Littbarski trifft im April 1985 zum "Tor des Jahres"Bild: Imago Images / Horst Müller

August 1987 | Für Köln gegen den VfB Stuttgart

"Da gibt es für Eike Immel aber gar nichts zu halten. Direkter Freistoß von "Litti" genau in den Winkel der Torwartecke. Oder stand der Stuttgarter Keeper vielleicht doch etwas zu zentral? Dem gebürtigen Berliner waret ejal, wa", analysiert die Sportschau [sportschau.de]. Und irrt sich, denn, so Littbarski: "Das haben wir jahrelang trainiert, speziell Thomas Häßler und ich, mit Bodo Illgner als Torhüter. Wenn das dann perfekt klappt, freut man sich natürlich besonders, weil die ganze Arbeit belohnt wird."

Sein liebstes Tor aber bleibe dennoch das "Dribbling-Tor" aus dem Oktober 1981, "weil es mich an meine Kindheit erinnert. Ich habe sowieso nie den Ball abgespielt und das kommt dem am zähesten." Ein Treffer jedoch käme fast an dieses sagenhafte Solo heran: "Ich habe mal gegen den großen Andreas Köpke ein Kopfballtor erzielt. Da war ich sehr stolz drauf." Mit 1,68 Meter zählte Littbarski nicht gerade zu den Brechern im Sturm. Aber es ist noch etwas anderes, was diesen Treffer so besonders machte für Littbarski: "Andreas Köpke war mein Zimmernachbar bei der Weltmeisterschaft. Da konnte ich ihn schön ärgern mit."

2 Kommentare

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  1. 2.

    Ja, litti war und ist immer noch mein Idol. Klasse Fußballer konnte ihn schon persönlich kennen lernen es war fantastisch

  2. 1.

    Litti, ein toller Fußballer. Das war so ein richtiger kleiner Quirl. Den musste man einfach mögen.

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