50 Jahre "Tor des Monats" | Normen Elsner - Das schnellste Tor Deutschlands

Fr 12.03.21 | 20:48 Uhr
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Norman Elsner im Jahr 2004. Quelle: dpa/Patrick Pleul
Video: rbb24 | 18.03.2021 | Torsten Michels | Bild: dpa/Patrick Pleul

Im März 2004 schoss Normen Elsner das "Tor des Monats". Er traf nicht etwa akrobatisch per Fallrückzieher oder gefühlvoll per Hacke. Der Treffer des Eisenhüttenstädters überzeugte vielmehr durch die Distanz, aus der er erzielt wurde. Und durch seine Schnelligkeit.

Normen Elsner. Dieser Name sagt in Deutschland wohl nur ganz großen Fußball-Nerds etwas. Das ist allerdings auch nicht verwunderlich. Für eine große Profikarriere hat es bei dem heute 40-Jährigen nämlich nicht ganz gereicht. Einmal stand er für den Eisenhüttenstädter FC Stahl in einem Erstrunden-Spiel im DFB-Pokal gegen Werder Bremen auf dem Platz (Stahl verlor mit 0:1 und schied aus). Ansonsten kam Elsner über Einsätze in der Brandenburgliga und der Oberliga Nord aber nicht hinaus.

Und trotzdem rückte der Stürmer im März 2004 für ein paar Wochen ins Fußball-Rampenlicht. Sein 1:0-Treffer gegen den Frankfurter FC Viktoria gewann bei der Wahl zum "Tor des Monats" der Sportschau. Es war das schnellste Tor Deutschlands.

Schnellstes Bundesliga-Tor: Neun Sekunden nach Anpfiff

Lokalderby in der Oberliga Nord: Eisenhüttenstadt hat Anstoß. Normen Elsner bekommt den Ball an der Mittellinie von seinem Mitspieler Martin Greiner zugeschoben. Elsner schießt ohne zu zögern. In hohem Bogen fliegt die Kugel über alle Spieler des Frankfurter FC Viktoria hinweg, auch über Schlussmann Stefan Ammer. Tor. "Wir haben vorher gesprochen. Ich habe gesagt: Tipp' den Ball kurz an, ich versuche mal etwas. Dann ging es los", erinnert sich Elsner grinsend an den außergewöhnlichen Treffer.

"1:0 nach 1,5 Sekunden - das schnellste Tor aller Zeiten!", titelt die B.Z. damals euphorisch. In der Sportschau stoppt man bei erneuter Betrachtung des Videos eine Zeit von 3,85 Sekunden, in der der Ball ins Tor flog. Trotzdem liegt Elsner mit seinem Treffer, den die Zuschauer so besonders fanden, dass sie ihn im März 2004 zum "Tor des Monats" wählen, auch heute noch weit vorne, wenn es um Schnelligkeit geht.

Leverkusens Karim Bellarabi erzielte in der Spielzeit 2014/15 den bis heute zügigsten Treffer der Bundesliga-Geschichte. Nach neun Sekunden zappelte die Kugel im Spiel gegen Borussia Dortmund im Netz. Schnell, aber noch lange nicht schnell genug, um mit Elsners Treffer vor 17 Jahren mithalten zu können.

Auf internationaler Ebene bekommt der Amteurkicker allerdings Konkurrenz. Der Schuss des Russen Michal Osinov segelte im Jahr 2011 nach nur 2,68 Sekunden in den gegnerischen Kasten - wohl der schnellste Treffer aller Zeiten.

Medienpräsenz für Elsner, den Verein und die Region

Auch wenn das Tor also nicht ganz zum Weltrekord reicht, erinnert sich Elsner gerne an den Treffer und den hektischen Monat März im Jahr 2004 zurück. Seine Großmutter hat damals alle Zeitungsberichte ausgeschnitten und für ihn aufbewahrt. "Sie hat das alles zusammengetragen und meine Eltern haben auch ein bisschen geholfen", sagt Elsner mit stolzem Blick auf die Ausschnitte. "So ist ein Sammelsurium an Erinnerungen entstanden". Auch den Spielball, mit dem er das Tor schoss, und natürlich die goldene Sportschau-Medaille hat Elsner noch zuhause.

"Das DFB-Pokalspiel gegen Werder Bremen 2002 war schon ein absolutes Highlight für einen Amateursportler. Aber das 'Tor des Monats' zwei Jahre später ist natürlich nicht zu übertreffen", erinnert sich Elsner. Er, der Verein und auch die Region seien für einen knappen Monat deutschlandweit in den Medien präsent gewesen. "Das war ein schöner Nebeneffekt".

"Ich werde immer noch doppelt gedeckt"

Tatsächlich verfolgt ihn der Treffer auch heute noch regelmäßig - zumindest regional. Elsner lebt mit seiner Familie in Vogelsang (Oder-Spree), kickt für den Kreisligisten im Ort und wird dort immer wieder auf das Tor angesprochen. "Das spricht sich natürlich rum. In den Spielen werde ich immer noch doppelt gedeckt", sagt Elsner. "Auch wenn es im Amateursport war, bleibt das in Erinnerung. Man wird immer darauf angesprochen, aber das ist ja auch das Schöne."

Bis heute ist Normen Elsner der einzige Brandenburger, der jemals bei der Wahl zum "Tor des Monats" gewonnen hat. Das Spiel gegen Frankfurt gewann Eisenhüttenstadt damals übrigens mit 2:1. Den zweiten Treffer an einem für ihn perfekten Tag erzielte: Normen Elsner.

1 Kommentar

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  1. 1.

    Lieber RBB. Ein bisschen mehr Aufpassen im Fach Heimatkunde wäre nicht schlecht, ganz offensichtlich ist hier Vogelsang bei Eisenhüttenstadt im Landkreis Oder Spree gemeint und nicht in Oberhavel.

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