Olympia-Starter aus der Region - Alter Hase und doch Neuling

Trap-Schütze Andreas Löw während eines Wettkampfs. Quelle: imago images/Gerhard König
Bild: imago images/Gerhard König

Andreas Löw aus Frankfurt (Oder) ist Sportschütze. Ein sehr guter sogar. Bei den Olympischen Spielen in Tokio geht er für Deutschland an den Start. Sein Ziel: die Medaillen-Plätze angreifen. In einer Disziplin, die er sich nicht freiwillig ausgesucht hat.

Es geht um den goldenen Schuss: In 15 Wettbewerben kämpfen Athletinnen und Athleten in Tokio um die olympischen Medaillen im Schießen. Die deutschen Sportlerinnen und Sportler sind dabei in der Regel immer ganz vorne mit dabei. 2008 in Peking holte der Deutsche Schützenbund vier Medaillen und auch bei den letzten Spielen in Rio schaffte es das deutsche Team vier Mal auf das Podest. Einzig bei Olympia 2012 in London ging das Team in der jüngeren Geschichte überraschend leer aus.

Wenn es nach der deutschen Mannschaft geht, soll das auch nach den Wettbewerben in diesem Sommer in Tokio die Ausnahme bleiben. Die deutschen Schützinnen und Schützen wollen in Japan erneut das Edelmetall angreifen. Mit dabei ist dann auch Andreas Löw aus Frankfurt (Oder). Er startet in einer für ihn neuen Disziplin. Weil seine bisherige Parade-Disziplin nach einer Regeländerung vor den Spielen in Tokio kurzerhand aus dem olympischen Programm gestrichen wurde.

Berliner und Brandenburger im Team

Andreas Löw ist schon lange im Geschäft und einer der besten deutschen Schützen. Genauer: einer der besten Trap-Schützen. Beim Trap wird mit Schrotpatronen auf Wurfscheiben geschossen. Löw war bislang hauptsächlich im sogenannten Doppeltrap aktiv, wurde in dieser Disziplin bei Olympia in Rio Sechster. Beim Doppeltrap wird auf jeweils zwei Scheiben geschossen, die zuvor von einer Wurfmaschine in die Luft geschleudert werden. Insgesamt wird aus fünf verschiedenen Positionen geschossen. Bis zu den Spielen in Rio war Doppeltrap olympisch, jetzt wurde die Disziplin aus dem Programm gestrichen. Deshalb muss sich auch Löw umorientieren. Er tritt jetzt im Trap an. Auch dort wird aus fünf Positionen geschossen, allerdings jeweils nur auf eine Scheibe.

Obwohl es eine für ihn ungewohnte Disziplin ist, freut sich Löw auf seine nach Rio 2016 zweiten Olympischen Spiele. "Insbesondere weil es eben in einer anderen Disziplin ist, bedeutet mir das sehr viel", sagt Löw freudig. "Es war sehr schade, als Doppeltrap aus dem Programm genommen wurde. Ich bin aber weiterhin mit so viel Herzblut beim Schießen dabei, dass ich mir gesagt habe: Trap kennst du schon aus der Jugend, dann wechsele doch einfach." Nur einen Monat nach Olympia in Rio begann er, sich voll auf die neue Disziplin zu konzentrieren, nahm regelmäßig an Trap-Wettbewerben teil und versuchte so, sich im neuen Terrain zu verbessern. Mit Erfolg: Die Olympia-Teilnahme ist für Löw die größte Belohnung. "Da bin ich schon auch ein bisschen stolz auf mich", sagt Löw lachend.

Medaillen-Chancen

Allein mit der Teilnahme gibt Löw sich dann allerdings doch nicht zufrieden. Er möchte definitiv vorne im Teilnehmerfeld mit dabei sein - und schielt auch auf die Medaillen. "Ich weiß, was ich kann. Wenn alles passt, sind gute Chancen da", sagt Löw selbstbewusst. "Ich will versuchen, meine beste Leistung abzurufen und ins Finale zu kommen. Top 6 wäre schon richtig geil und im Finale - wo die Punkte dann wieder zurückgesetzt werden - ist alles offen."

Löw glaubt, dass er im Vergleich zu seiner Olympia-Premiere vor fünf Jahren in Rio einen großen Vorteil hat: "Ich werde nicht mehr so aufgeregt sein wie beim letzten Mal. Die ersten Spiele sind natürlich das Ding schlechthin".

Gut zu wissen

Zwar wurden in diesem Jahr unter anderem mit dem Doppeltrap Disziplinen aus dem olympischen Schieß-Programm gestrichen, dafür kommen aber auch drei neue hinzu. In verschiedenen Mixed-Wettkämpfen (Luftgewehr-Mannschaft, Luftpistole-Mannschaft, Trap-Mannschaft) treten erstmals Frauen und Männer gemeinsam als Team an. Im Trap-Mixed geht auch Andres Löw mit einer Partnerin an den Start.

Geschossen wird – wie bei allen anderen Wettbewerben auch – auf der "Asaka Shooting Range" etwas außerhalb von Tokio, rund 30 Kilometer entfernt vom Nationalstadion.

Wann sind die Wettkämpfe der regionalen Schützen?

Die Wettbewerbe für das achtköpfige deutsche Team auf der Schießanlage in Asaka, die bereits bei den Sommerspielen 1964 genutzt wurde, beginnen einen Tag nach der Eröffnungsfeier am 24. Juli und finden bis zum 2. August statt, also an zehn von 19 olympischen Wettkampftagen. Die Trap-Wettbewerbe starten am 28. Juli mit der Qualifikation in den Einzelwettbewerben und enden am 31. Juli mit den Mixed-Wettbewerben.

Mittwoch, 28. Juli    
Trap, Männer, Qualifikation 02:25 Uhr
Donnerstag, 29. Juli    
Trap, Männer, Qualifikation 02:50 Uhr
Trap, Männer, Finale 08:30 Uhr
Samstag, 31. Juli    
Mixed-Team, Trap, Mixed Qualifikation 02:00 Uhr
Mixed Team, Trap, Mixed um Platz 3 06:30 Uhr
Mixed Team, Trap, Mixed Finale 06:30 Uhr

Sendung: rbbUM6, 19.07.21, 18:00 Uhr

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