Olympische Spiele in Tokio - Hoff und Schopf gewinnen Silber über 1.000 Meter im Kajak-Zweier

Max Hoff (l.) und Jacob Schopf, der seine Faust zu einer Siegerpose ballt, nach dem erreichen des Finales (Quelle: DPA/Jan Woitas)
Audio: Inforadio | 05.08.2021 | Guido Ringel | Bild: DPA/Jan Woitas

Das Kajak von Max Hoff und Jacob Schopf wird liebevoll das "Generationenboot" genannt. Doch die 16 Jahre Altersunterschied der beiden schmälern nicht ihre Schlagkraft. Im Gegenteil: In Tokio haben sie in einem starken Finale Silber geholt.

Zum ersehnten Gold reichte es nicht ganz für den Potsdamer Kanuten Jacob Schopf und seinen Partner Max Hoff (Essen), doch auch mit Olympia-Silber waren die beiden Weltmeister im Kajak-Zweier glücklich. Kurz nach der Zieldurchfahrt umarmten sie sich, lagen Boot an Boot mit den Siegern Jean van der Westhuyzen und Thomas Green aus Australien. 0,304 Sekunden fehlten den beiden Sportlern am Donnerstag über die 1.000 Meter auf dem Sea Forest Waterway nach einem wahren Kanu-Krimi. Dritte wurden die Tschechen Josef Dostal und Radek Slouf.

"Das war wichtig, das Boot war eine unserer Medaillen-Bänke. Es ist aber auch offensichtlich, dass die Ozeanien-Länder wie Australien und Neuseeland eine prima Vorbereitung hatten", sagte Kanu-Sportdirektor Jens Kahl. Nach Bronze durch Sebastian Brendel und Tim Hecker im Canadier-Zweier war es die zweite Medaille für den Deutschen Kanuverband bei den Sommerspielen in Tokio.

"Es ist ein Riesenenergieakt hier"

16 Jahre Altersunterschied waren einmal mehr kein Problem. Das Zwei-Generationen-Boot mit dem 38-jährigen Max Hoff und dem erst 22 Jahre alten Jacob Schopf harmonierte prächtig. Der achtfache Kanu-Weltmeister Hoff, der mit seinen 1,98 Metern vorne als Schlagmann dem zwölf Zentimeter kleineren Schopf als Steuermann fast die Sicht nimmt, hatte ein "enges, offenes Ding" angekündigt und betont: "Wir wissen, was wir uns erträumen, aber wir können auch noch ein bisschen mehr als das." Im Halbfinale kontrollierten sie das Feld und fuhren sicher ins Finale. Auch, weil sie sich auf ihren Endspurt verlassen konnten.

Schopf zeigte sich nach der verpassten Medaille als Vierter im Einer angriffslustig und versprach: "Es sind noch genügend Körner für den Zweier da." Vor allem, weil das Weltmeister-Duo von 2019 direkt ins Halbfinale eingezogen war. "Eigentlich muss man nach jeden 1.000 Metern hier einmal 5.000 Kilokalorien zu sich nehmen. Es ist ein Riesenenergieakt hier", sagte Schopf.

Fahrer der neuen Generation

Die für ihn persönliche Niederlage im Einer ("Ich hab' es verkackt") hatte er gut verarbeitet. "Ich habe danach mit meinen Eltern und Freunden telefoniert und guten Zuspruch erhalten", sagte er. "Ich habe da gemerkt, dass es mehr gibt, als eine Medaille zu gewinnen."

Schopf gilt im deutschen Team als Fahrer der neuen Generation. Aussagen wie "der Perfektionismus spricht aus jedem von uns" zeugen von einer professionellen Herangehensweise. Traurig war er nur darüber, dass seine Familie nicht vor Ort mitfiebern konnte: "Meine Familie und auch meine zwei besten Kumpels wären gekommen, auch mein alter Trainer. Als sie gehört haben, dass keine Zuschauer kommen dürfen, war es schon ein mieser Schlag für sie und für mich."

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