Olympia-Starter aus der Region - Zurückrudern zu alter Stärke

Doppelvierer der Frauen im Boot / IMAGO / Sven Simon
Bild: IMAGO / Sven Simon

Die Ruderer gehören zu den ersten, die bei Olympia in Tokio auf Medaillenjagd gehen. Mit dabei sind auch einige Athletinnen und Athleten aus Berlin und Brandenburg. Die Erwartungen sind hoch.

Egal wo auf der Welt ein deutsches Ruderboot bei einem internationalen Ruderwettbewerb antritt, der Anspruch ist immer derselbe: Sieg! Doch die medaillenverwöhnte Rudernation Deutschland steckt in einem historischen Tief. Nur für der Hälfte der olympischen Bootsklassen hat sich ein deutsches Ruderboot qualifiziert.

Doch die, die für den Deutschen Ruderverband (DRV) dabei sind, haben gute Chancen auf Edelmetall. Darunter sind auch ein paar Medaillen-Aspiranten aus Berlin und Brandenburg.

Der Deutschland-Achter bei der Generalprobe für Olympia / IMAGO / Sven Simon
Der Deutschland-Achter bei der Generalprobe für OlympiaBild: IMAGO / Sven Simon

Berliner und Brandenburger im DRV-Team

Insgesamt sechs Ruderinnen und Ruderer aus Berlin und Brandenburg treten die Reise nach Japan an, um sich vom 23. bis 30 Juli auf dem Sea Forest Waterway in Tokio mit den besten der Welt zu messen. Das Steuer im Achter hält der gebürtige Wriezener Martin Sauer. Doch er ist nicht der einzige Lokalmatador im Paradeboot des DRV. Der Berliner Olaf Roggensack kommt vom RC Tegel und rudert auf der Steuerbord-Seite im Achter.

Im Doppelvierer der Männer sitzen gleich zwei Berliner. Hans Gruhne vom RC Potsdam ist in Berlin geboren, während Karl Schulze gebürtiger Dresdener ist, doch mittlerweile seit einigen Jahren für den Berliner RC rudert.

Auch der Doppelvierer der Frauen besteht zur Hälfte aus regionalen Ruderinnen. Daniela Schultze ist in Cottbus geboren und tritt für den RC Potsdam an. Ihre Team-Kollegin Frieda Hämmerling ist Wahlberlinerin, lebt und trainiert in der Hauptstadt, kommt aber gebürtig aus Kiel.

Medaillen-Chancen

Der Deutsche Ruderverband (DRV) ist bekannt für seine üppige Medaillen-Ausbeute für Deutschland bei Olympischen Spielen. Wenn auch mit kleinerem Team als üblich, liegen auch in diesem Jahr große Medaillenhoffnungen auf den DRV-Athletinnen und Athleten.

Frieda Hämmerling aus dem Doppelvierer der Frauen spricht offen über das eindeutige Ziel, Edelmetall aus Tokio mitzunehmen. Doch sie sagt auch, dass dies keine leichte Aufgabe sein werde: "In den letzten zwei Jahren ist das Feld richtig eng zusammengerückt."

Beim vorigen Weltcup in Italien kam das deutsche Boot zwar als erstes über die Ziellinie und holte zudem den Weltcup-Gesamtsieg, doch die Konkurrenz war nur ganz knapp dahinter. Als absolute Favoriten in dieser Bootsklasse gehen allerdings die Chinesinnen an den Start. Sie sind 2019 mit großem Abstand Weltmeisterinnen geworden und dürften auch in Tokio gute Chancen auf Gold haben.

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Conrad Scheibner, Annika Schleu, Ronald Rauhe, Laura Ludwig, Patrick Hausding, Emma Hinze und Lilly Stoephasius (Quelle:picture alliance /Axel Heimken; Frank May: Collage: rbb)
picture alliance /Axel Heimken; Frank May: Collage: rbb

Mehr zu den regionalen Olympiastartern und ihrer Vorbereitung auf die Spiele gibt es auf "Alles außer Fußball" (ALAF), dem Instagram-Kanal vom rbb Sport.

Beim Doppelvierer der Männer ist seit den Spielen in Rio 2016 Ernüchterung eingekehrt. Seitdem gab es keinen Podestplatz mehr bei internationalen Meisterschaften. In Tokio wollen sie in diesem Boot zurück zu alter Stärke finden, allerdings gehört die Favoritenrolle definitiv anderen.

Für den Deutschland-Achter zählt nur Goldenes. Nach einem enttäuschenden vierten Platz bei der Europameisterschaft in Varese und einem zweiten Platz beim Weltcup in Luzern hinter dem großen Konkurrenten Großbritannien könnte das Boot in Tokio all das wieder vergessen machen. Doch die Briten zeigen sich ebenso in Topform. Das heißt, es wird einen enorm spannenden Kampf um Gold geben.

Gut zu wissen

Die Regattastrecke in der Bucht von Tokio grenzt an eine Insel, die einst eine Mülldeponie war. Nun ist sie Schauplatz goldener Momente bei Olympia. Die Bucht hat direkten Zugang zum Meer. Das bedeutet, dass die Ruderer in Salzwasser fahren – eine absolute Seltenheit. Der Sea Forest Waterway in Tokio hält zudem ein besonderes Handicap für die Ruderer und Kanuten parat. Der See ist nämlich voller Fische – fliegender Fische. Sie können im Boot landen oder gegen die Ruderblätter stoßen.

Wann sind die Wettbewerbe?

Die Vorläufe der Ruderwettbewerbe starten gleich am ersten Tag der Olympischen Spiele in Tokio und ziehen sich über die gesamte erste Olympia-Woche. Allerdings muss man schon früh aufstehen oder spät ins Bett gehen, um sie zu sehen - das gilt auch für die Finalläufe.

Freitag, 23. Juli 1:30 bis 5:10 Uhr
Vorlauf Doppelvierer Männer    
Vorlauf Doppelvierer Frauen    
Sonntag, 25. Juli 2:00 bis 4:40 Uhr
Hoffnungslauf Doppelvierer Männer    
Hoffnungslauf Doppelvierer Frauen    
Vorlauf Achter Männer    
Dienstag, 27. Juli 1:30 bis 5:00 Uhr
Finals Doppelvierer Männer
   
Finals Doppelvierer Frauen    
Mittwoch, 28. Juli 1:30 bis 4:40 Uhr
Hoffnungslauf Achter Männer    
Freitag, 30. Juli 1:45 bis 3:55 Uhr
Finals Achter Männer    

Sendung: rbb Inforadio, 30.06.2021, 16:15 Uhr

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