Olympia-Starter aus der Region - Olympisches Comeback an der Tischtennisplatte

Xiaona Shan an der Tischtennisplatte / IMAGO / Newspix
Bild: IMAGO / Newspix

Nach der Geburt ihrer Tochter vor drei Jahren hat sich die Berliner Tischtennis-Spielerin Shan Xiaona zurück in die europäische Spitze gespielt. In Tokio wird sie zum zweiten Mal bei Olympischen Spielen dabei sein.

Die besten Voraussetzungen für erfolgreiche Olympische Spiele sind erfolgreiche Wettkämpfe in der Vorbereitung. Und die Olympia-Fahrerinnen und -Fahrer des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) absolvierten eine hervorragende Generalprobe bei der Europameisterschaft Ende Juni in Warschau und fahren somit mit ordentlich Rückendwind nach Tokio.

Die deutschen Stars des Sports, Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov, spielten das Männerfinale unter sich aus. Auch bei den Frauen standen sich zwei DTTB-Profis gegenüber. Petrissa Solja besiegte Shan Xiaona, die nach kurzer Babypause zurück in die europäische Spitze gespielt hat. Im Doppel-Finale spielten die beiden Einzel-Finalistinnen dann auf derselben Seite der Platte - und das gegen ein weiteres deutsches Duo: Nina Mittelham und Sabine Winter.

Das Team für Tokio besteht - wenig überraschend - zu großen Teilen aus den erfolgreichen EM-Spielerinnen und Spielern. Darunter sind auch zwei aus Berlin.

Berliner und Brandenburger im DTTB-Team

Eigentlich hatte Shan Xiaona schon nicht mehr von ihrer zweiten Olympia-Teilnahme nach Rio 2016 geträumt. 2018 hatte sie wegen der Geburt ihrer Tochter auf internationale Wettkämpfe verzichtet und war in der Weltrangliste zurückgefallen. Die Qualifikation für die Spiele 2020 wären enorm schwer gewesen für die Profi-Spielerin vom TTC Berlin Eastside.

Doch durch die Verschiebung der Spiele hatte sich auch für Shan eine neue Chance aufgetan. "Es freut mich total", sagt Shan, die in der chinesischen Provinz Liaoning geboren wurde. Sie wird im Doppel mit Petrissa Solja (TSV Langstadt) um Punkte für den Teamwettkampf spielen. Bei der EM in Warschau, der Generalprobe für Tokio, wurde das Duo bereits Europameister. "Meine Form ist da, ich bin gespannt auf Olympia", freut sich Shan.

Nina Mittelham spielt ebenfalls für den TTC Berlin Eastside und wird als Ergänzungsspielerin nach Tokio fahren. Das heißt, sie wird voraussichtlich nicht am olympischen Tischtennis-Turnier teilnehmen. Sie wird in Tokio sowohl als Trainingspartnerin für die Team-Kolleginnen bereitstehen als auch einspringen, falls sich eine von ihnen verletzen sollte.

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Mehr zu den regionalen Olympiastartern und ihrer Vorbereitung auf die Spiele gibt es auf "Alles außer Fußball" (ALAF), dem Instagram-Kanal vom rbb Sport.

Medaillen-Chancen

Die heißen Favoriten auf Gold im Tischtennis bei den Damen heißen China und Gastgeber Japan. Auch Südkorea und Singapur gehören zu den Medaillenanwärtern. Das deutsche Team zählt nicht zu diesem prognostizierten Favoritenkreis. Doch mit der erfolgreichen EM im Rücken müssen sich Shan Xiaona und ihre Teamkolleginnen keineswegs verstecken. In Rio hatten sie Japan geschlagen und überraschend Silber hinter Olympiasieger China geholt.

Diesen Erfolg werden sie versuchen in Tokio zu wiederholen, auch wenn das Ziel zunächst einmal das Viertfinale ist, erklärt Shan. "Um die Medaillen zu kämpfen ist nicht so einfach, aber wir versuchen es", verspricht die 38-jährige. Das hänge allerdings auch von der Auslosung für die Achtel- und Viertelfinals ab, sagt sie. Nichtsdestotrotz müsse man früher oder später auch eine der favorisierten Nationen schlagen, um eine Medaille zu bekommen.

Gut zu wissen

Seit 1988 ist Tischtennis Teil des olympischen Programms. 32 Goldmedaillen wurden seither vergeben - ganze 28 (!) davon gingen an China. Bislang gab es stets vier Entscheidungen an der Platte. Bis 2004 wurden Medaillen bei den Damen und Herren jeweils in Einzel- und Doppelwettbewerben vergeben, ab 2008 im Einzel und in der Mannschaft. In Tokio kommt feiert nun ein fünfter Wettbewerb seine Premiere: das Mixed. In diesem werden für Deutschland Patrick Franziska aus Saarbrücken und Petrissa Solja antreten.

 

Wann sind die Wettkämpfe mit regionaler Beteiligung?

Die Tischtennis-Wettbewerbe beginnen gleich am Tag nach der Eröffnungsfeier. Um 2 Uhr deutscher Zeit startet am 24. Juli im Tokyo Metropolitan Gymnasium die Ausscheidungsrunde bei den Männern und Frauen im Einzel. Der Teamwettbewerb mit der Berlinerin Shan Xiaona wird ab dem 1. August ausgetragen. Spiel um Platz 3 und Finale finden am 5. August statt.

 
Sonntag, 1. August    
Team-Wettbewerb, Frauen, Achtelfinale 3 Uhr
Team-Wettbewerb, Frauen, Achtelfinale 7:30 Uhr
Team-Wettbewerb, Frauen, Achtelfinale 12:30 Uhr
Montag, 2. August    
Team-Wettbewerb, Frauen, Achtelfinale 3 Uhr
Team-Wettbewerb, Frauen, Viertelfinale 1 7:30 Uhr
Team-Wettbewerb, Frauen, Viertelfinale 2 12:30 Uhr
Dienstag, 3. August    
Team-Wettbewerb, Frauen, Viertelfinale 3 3 Uhr
Team-Wettbewerb, Frauen, Viertelfinale 4 7:30 Uhr
Team-Wettbewerb, Frauen, Halbfinale 1 12:30 Uhr
Mittwoch, 4. August    
Team-Wettbewerb, Frauen, Halbfinale 2 3 Uhr
Donnerstag, 5. August    
Team-Wettbewerb, Frauen, Spiel um Platz 3 4 Uhr
Team-Wettbewerb, Frauen, Finale 12:30 Uhr

Sendung: rbb Inforadio, 09.07.2021, 13:15 Uhr

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