Audio: Brandenburg aktuell | 09.06.2017 | Daniel Jorewitz

Prozess in Cottbus - 13 Jahre Haft nach tödlichem Ehestreit

Drogen waren im Spiel und Eifersucht: Ein Familienvater muss für viele Jahre ins Gefängnis, weil er im November 2016 seine Ehefrau brutal erstach. Durch die Tat wurden die fünf gemeinsamen Kinder zu Halbwaisen.

Mit starrem Blick und zugleich nervös nimmt der Angeklagte das Urteil zur Kenntnis: Für 13 Jahre muss der fünffache Familienvater aus Tschetschenien ins Gefängnis, weil er seine 25-jährige Frau aus Eifersucht erstochen hat. Das Landgericht Cottbus verurteilte den 32-Jährigen am Freitag wegen Totschlags.

Damit folgte die zuständige Strafkammer weitestgehend der Staatsanwaltschaft, die 14 Jahre Haft gefordert hatte. Die Verteidigung sprach von einer Tat im Affekt und wollte eine Gefängnisstrafe von maximal zehn Jahren. Nach ihren Angaben hatte der 32-Jährige am Tattag im November 2016 Crystal Meth konsumiert.

Angeklagter kurz vor der Urteilsverkündung (Quelle:rbb/Daniel Jorewitz)
Angeklagter kurz vor der Urteilsverkündung

Niederer Beweggrund für die Tat

Ihr Urteil begründeten die Richter mit der brutalen Vorgehensweise des Angeklagten. Der Mann sei davon ausgegangen, dass seine Frau ein Verhältnis mit einem Bekannten der Familie habe und sie deshalb umgebracht, sagte der Vorsitzende Richter Frank Schollbach beim Urteil. Dies sei objektiv und nach hiesigen Wertvorstellungen ein niederer Beweggrund und ein Merkmal für Mord. Allerdings habe die Kammer Zweifel, dass der Angeklagte die Niedrigkeit seiner Beweggründe auch erkannt habe.

Auch der Koran rechtfertigt die Tat nicht

Die Familie war 2016 aus Tschetschenien nach Deutschland gekommen. Die Herkunft spielte im Prozess eine Rolle, denn der Täter hatte sich auf den Koran berufen. Doch selbst danach hätte er seine Frau nicht einfach töten dürfen, so die Richter.

"Alle Zeugen bekundeten, dass es nach dortigem Recht zwei bis vier Augenzeugen geben muss, und dann ist noch immer nicht der Gerechtigkeit Genüge getan, sondern man geht zu einem Imam oder Mufti, der dann ein Urteil fällt", sagte auch Staatsanwalt Martin Mache.

Zum Prozessauftakt hatte der Mann gestanden, mit einem Messer auf seine Ehefrau eingestochen zu haben. Zuvor soll er das Opfer aus dem Fenster des Badezimmers im ersten Obergeschoss gestoßen haben. Nach dem Sturz tötete er seine Frau auf dem Bürgersteig. Nachbarn hatten die grausige Tat beobachtet. Die fünf gemeinsamen Kinder des Paares waren nach der Tat in einem Heim untergebracht worden. Sie leben mittlerweile wieder in Tschetschenien bei den Großeltern.

Beitrag von Holger Keßler, mit Informationen von Daniel Jorewitz

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2 Kommentare

  1. 2.

    Richter Frank Schollbach sie sind ein Wahlhelfer der AFD . Mit solchen unverständlichen Urteilen schüren sie den Hass in diesem Land . Es kann einfach nicht sein das ein Muslim aufgrund seines Glauben ein Mildere Strafe bekommt . Da geht mir echt die Galle hoch . Herr Schollbach suchen sie sich eine Beruf für den sie Qualifiziert sind .

  2. 1.

    .Das ist doch Mord und fünf Kinder haben ihre Mutter verloren.
    Bedeutet das ,wenn ich irgend welche Drogen nehme bekomme ich nur 15 Jahre.Und davon werden mir unter Umständen noch ein paar Jahre erlassen ?
    Das kann doch nicht in Ordnung sein.

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